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12. Dezember 2025  (aktualisiert am 12. Dezember 2025)

Aufwärtstrend im Wohnungsbau?

von  Fachredaktion für energetisches Sanieren | 5 Min. Lesezeit | #Bestandsbau  #Sanierung  #Wohnraum  #Fördermittel  #Energieberatung 

Im Juni 2025 wurde in Deutschland der Bau von 19.000 Wohnungen genehmigt. Laut dem Statistischen Bundesamt waren das 7,9 Prozent oder 1.400 Baugenehmigungen mehr als im Juni 2024. Im gesamten ersten Halbjahr 2025 wurden 110.000 Wohnungen genehmigt. Das waren 2,9 Prozent oder 3.100 Wohnungen mehr als im ersten Halbjahr 2024, als die Zahl genehmigter Wohnungen auf den niedrigsten Stand für eine erste Jahreshälfte seit 2010 gesunken war.

Baugewerbe verzeichnet mehr Aufträge

In diesen Ergebnissen sind sowohl Baugenehmigungen für Wohnungen in neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden als auch für neue Wohnungen in bestehenden Gebäuden enthalten. Mehr Genehmigungen bedeuten mehr Aufträge und mehr Umsatz: Das Bauhauptgewerbe legt im Juli 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. So stieg laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts der reale, kalenderbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe um 8,7 Prozent. (Quelle: baustoffmarkt-online.de)

Bauherr steht mit Helm und Plan auf einer Baustelle
Nachdem in Deutschland Hunderttausende bezahlbare Wohnungen fehlen, der Wohnungsbau auch wegen langwieriger Planungs- und Genehmigungsverfahren häufig viel zu lange dauert, hat das Bundeskabinett eine entsprechende Regelung im Bundesbaugesetz beschlossen – den sogenannten „Bau-Turbo“. Der vom Kabinett beschlossene Gesetzentwurf zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und der Wohnraumsicherung wurde vom Bundestag mit Anpassungen angenommen und auch der Bundesrat hat das Gesetz im zweiten Durchgang gebilligt.

Der „Bau-Turbo” ist am 30. Oktober 2025 in Kraft getreten. Diese Sonderregelung ist zunächst bis Ende 2030 befristet. Das Bundesbauministerium wird die Wirksamkeit der neuen Regelungen bis Ende 2029 evaluieren und prüfen, ob sie zur Schaffung neuen Wohnraums beitragen.

Keine Umweltauswirkungen

ein Baum in einem Innenhof einer Wohngegend
Um die Umwelt weiterhin effektiv zu schützen, ist die Abweichung von Bauleitplänen nur dann möglich, wenn sie nach überschlägiger Prüfung keine zusätzlichen erheblichen Umweltauswirkungen hat. Auch kann von den geltenden Vorschriften nur dann abgewichen werden, wenn es für eine Beschleunigung tatsächlich erforderlich ist und nachbarschaftliche Interessen gewürdigt werden.

„Der Bau-Turbo verbindet beide Anliegen miteinander und zeigt: Schnelleres Bauen und Umweltschutz schaffen beide Lebensqualität, sie sind miteinander vereinbar. Da ist uns eine gute, schnelle und pragmatische Einigung gelungen”, sagte Bundesumweltminister Schneider zum Bau-Turbo.

Bau-Turbo für neu bauen, erweitern, aufstocken, umnutzen

Haus im Hintergrund mit einem Paragrafen-Symbol im Vordergrund
Die neue Sonderregelung – Paragraf 246e Baugesetzbuch – und weitere damit verbundene Neuregelungen ermöglichen weitreichende Abweichungen vom Bauplanungsrecht, sodass Städte und Gemeinden künftig schneller grünes Licht für den Wohnungsbau geben können – auch ohne Bebauungsplan. Die Städte und Gemeinden entscheiden selbst, ob und wie sie das neue Instrument einsetzen möchten:
  • Die Planungszeit für eine Genehmigung von Wohnbauten wird von fünf Jahren künftig auf zwei Monate verkürzt werden.
  • Städte und Gemeinden können künftig auf die Aufstellung eines Bebauungsplans verzichten. Das spart Kosten und vor allem Zeit. Denn bei der Aufstellung eines Bebauungsplans vergehen oft mehrere Jahre.
  • Städte und Gemeinden können künftig von bestehenden Bebauungsplänen abweichen.

Altersgerecht, gesund und klima(wandel)fit wohnen

So hoch der Druck auf dem Wohnungsbaumarkt auch sein mag, es darf nicht nur um Quantität gehen. Das Ergebnis muss auch definierte Qualitätsstandards wie DIN-Normen und VDI-Richtlinien erfüllen. Neue und sanierte Wohnungen und Häuser müssen im Ergebnis wohngesund sein und Bewohnern und Bewohnerinnen ein schadstofffreies Ambiente garantieren.

Wohngegend mit viel Grünfläche und Bäumen
Neben dem Ziel, als gesund zertifizierte Materialien und Produkte einzusetzen, gehört zum verantwortungsbewussten Bauen auch der Einsatz nachhaltiger Produkte. Die Materialauswahl und Materialempfehlung durch den Profi erfordern die Beachtung des Herstellungsprozesses. Der Pfad hin zur Klimaneutralität gilt dabei als Marschrichtung.

Fit für den Klimawandel zu bauen, bedeutet, die die unabwendbaren Klimaveränderungen im Blick zu haben und entsprechende Anpassungen an zukünftige Entwicklungen direkt mitzudenken. Hierzu gehören die Integration von Grünflächen und Bepflanzung sowie das Einplanen und Entwickeln von Kühlstrategien am und um das neue und zu sanierende Gebäude.

Nicht zuletzt gilt es, auf Zielgruppen ausgerichtet zu bauen. Familien haben andere Ansprüche an das Raumangebot als der zunehmend alternde Teil unserer Gesellschaft. Altersgerecht zu bauen, bedeutet das Minimieren von Hindernissen wie Stufen und das Ermöglichen von Bewegungsfreiheit im sicheren und vertrauten Wohnumfeld.

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