Die nachträgliche Dämmung von Wohngebäuden ist zu einem zentralen Thema geworden – einerseits, weil durch die steigenden Energiekosten die Investition in eine bessere Gebäudedämmung oftmals sinnvoll ist. Andererseits bestehen unter Umständen gesetzliche Vorgaben, die eine nachträgliche Dämmung der Außenwände erforderlich machen. Dabei gibt es verschiedene Optionen, noch weitere Vorteile und eventuell sogar Fördermittel.

Welche Optionen stehen bei der nachträglichen Außenwanddämmung zur Auswahl?
Bei der nachträglichen Dämmung von Außenwänden gibt es diverse Optionen, die spezifische Vor- und Nachteile besitzen. Weit verbreitet bei der nachträglichen Dämmung sind Wärmedämmverbundsysteme (WDVS). Dabei handelt es sich um eine Kombination aus einem Dämmstoff, einem Trägersystem, einer Armierung und einer Putzschicht als oberflächlichen Abschluss.Es gibt inzwischen eine breite Varianz bei den Dämmstoffen. So reicht das Spektrum von klassischer Mineralwolle über expandierten Polystyrol-Hartschaum (EPS) bis zu natürlichen Materialien wie Holzfaser oder Kork.
Vorteile von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS)
Vielfältige optische Gestaltungsmöglichkeiten
- Die abschließende Putzschicht ist flexibel gestaltbar und kann farbig angestrichen werden.
- Das Gebäude erhält eine frische und moderne Optik.
Flexible Dämmstoffdicke
- Die Dicke des Systems kann an den Bedarf angepasst werden.
- Dadurch lassen sich sehr geringe Wärmedurchgangskoeffizienten erreichen → besonders hohe Dämmwirkung.
Kostenvorteil
- Im Vergleich zu anderen Dämmmethoden relativ preiswert.
- Übliche Kosten: 100–150 € pro Quadratmeter.
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Eine weitere Variante für eine nachträgliche Dämmung der Außenwand ist die hinterlüftete Vorhangfassade. Der Aufbau besteht auch dabei aus mehreren Komponenten. Ebenfalls gibt es mehrere Optionen für die Dämmung, beispielsweise Mineralwolle oder Hartschaumplatten. Die Basis der Konstruktion ist eine Lattung, die als Träger für die eigentliche Dämmung dient. Das Dämmmaterial wird dann zwischen der Lattung installiert. Darauf erfolgt die Montage einer Verkleidung, wofür sich beispielsweise Fassadenplatten oder eine Verschalung aus Holz eignet.

So verhindert eine hinterlüftete Vorhangfassade die potenzielle Bildung von Schimmel, die gefährlich für die Bausubstanz wäre. Zudem gibt es viele Optionen bei der optischen Gestaltung, da eine hinterlüftete Vorhangfassade beispielsweise auch eine Holzverkleidung besitzen kann.
Vorteile einer hinterlüfteten Vorhangfassade
Hohe Langlebigkeit
- Deutlich langlebiger als ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS).
Effektiver Feuchtigkeitsschutz durch Hinterlüftung
- Hinterlüftung verhindert Feuchtigkeitsansammlung in Dämmung und Fassade.
- Schützt zuverlässig vor Schimmelbildung und damit vor Schäden an der Bausubstanz.
Optische Gestaltungsmöglichkeiten
- Verschiedene Fassadenmaterialien möglich, z. B. Holzverkleidungen.
- Große gestalterische Flexibilität.
Kosten
- Höhere Investition als WDVS.
- Übliche Kosten: 180–250 € pro Quadratmeter.

Die Wärmedämmleistung ist durch den Abstand des zweischaligen Mauerwerks vorgegeben und eingeschränkt. Aus diesem Grund hat die Kerndämmung oft den geringsten Effekt. Dafür amortisiert sich die Investition oft schon nach vier bis fünf Jahren.
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Gesetzliche Vorgaben: Wann ist eine Außenwanddämmung notwendig?
Grundsätzlich besteht für Immobilienbesitzer in Deutschland keine Pflicht zur nachträglichen Dämmung der Außenwände bei Wohnhäusern. Unter bestimmten Voraussetzungen kann dennoch eine Sanierungspflicht entstehen. Sie begründet sich aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG), das seit 2020 gilt. Darin ist festgelegt, dass bei einer Sanierung der Fassade eine Dämmung vorgeschrieben ist, wenn Hausbesitzer mindestens zehn Prozent der gesamten Fläche der Außenwände erneuern. Entscheidend ist, ob das Gebäude die Mindestanforderungen an die Dämmung erreicht. Demnach muss die Außendämmung laut Gesetz einen U-Wert von maximal 0,24 W/(m²K) aufweisen.

Welche Vorteile hat eine nachträgliche Dämmung der Außenwand?
Hohe Energieeinsparung
- Reduktion des Energiebedarfs um 25–40 %
- Senkung der Heizkosten
Wirtschaftlichkeit
- Amortisation bei Häusern (Baujahr 1977–1995) nach durchschnittlich 14 Jahren
Verbesserter sommerlicher Wärmeschutz
- Innenräume heizen sich langsamer auf
- Besonders hilfreich für schlecht gedämmte Einfamilienhäuser in Südlage
- Vergleichbar mit Altbauten mit dicken Steinmauern (bleiben im Sommer kühl)
Erhaltung der Wohnfläche
- Außendämmung spart Raum, da keine Innenwanddämmung nötig ist
- Vorteilhaft besonders bei kleinen Räumen
Staatliche Fördermittel: Diese Optionen gibt es bei der energetischen Sanierung der Außenwand
Da eine energetische Sanierung durchaus mit hohen Kosten verbunden ist, gibt es verschiedene staatliche Förderprogramme. Sie unterstützen Hausbesitzer bei der Investition und stellen eine attraktive Hilfe dar.

In diesem Fall ist es möglich, einen Zuschuss von 15 Prozent der förderfähigen Sanierungskosten zu erhalten. Die Investition in die Gebäudehülle muss dabei mindestens 2.000 Euro betragen, und es sind bis zu 60.000 Euro Kosten förderfähig. Wer vorab einen individuellen Sanierungsfahrplan durch einen zertifizierten Energieberater erstellen lässt, der erhält weitere fünf Prozent Förderung. Dementsprechend liegt die maximale Fördersumme bei 12.000 Euro.
Weiterhin gibt es für Sanierungen an Wohnhäusern einen Förderkredit der KfW-Bank. Der KfW-Kredit 261 ist zweckgebunden für den Kauf oder die Sanierung eines Wohngebäudes. Bis zu 150.000 Euro lassen sich dadurch zinsgünstig aufnehmen. Zusätzlich gibt es Tilgungszuschüsse von bis zu 45 Prozent. Die Höhe des Zuschusses ist abhängig von der Effizienzklasse, die durch die Sanierung erreicht wird.