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5. März 2021  (aktualisiert am 11. Juli 2025)

Baulicher Brandschutz für Holzhäuser

von  textbroker | 8 Min. Lesezeit | #Sicherheit  #Brandschutz  #Feuerrestistent  #Holzbrandschutz  #Holzhäuserschutz 

Soll ein Holzhaus errichtet werden, wird allgemein das Thema Brände skeptisch betrachtet. Dabei lassen sich Feuer mit einfachen baulichen Maßnahmen verhindern.

Abstände bei Kaminen und Kachelöfen einhalten

Wer sich für ein Holzhaus oder ein Blockhaus begeistert, der entscheidet sich fast immer auch für einen Kamin oder einen Kachelofen. Da bereits bei der Planung feststeht, wo diese Heizungen stehen werden, sollte der angrenzende Bereich besonders gesichert werden. Dies ist auch erforderlich, um ein zu starkes Austrocknen des Holzes im angrenzenden Bereich zu verhindern. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich Spalte zwischen den Bauteilen oder gar Risse im Holz bilden.

Die einfachste bauliche Brandschutzmaßnahme ist, die Stellfläche, die angrenzenden Wände und den Verlauf des Rauchabzuges statt in Holz mit Steinen oder Beton auszuführen. Zudem ist zu beachten, dass der Mindestabstand des Kamins oder Kachelofens zur rückwärtigen Wand und zu den seitlichen Wänden mindestens 20 Zentimeter betragen muss. Eine nicht brennbare Alternative sind Kalziumsilikatplatten. Außerdem ist es empfehlenswert, statt eines offenen Kamins eine geschlossene Variante zu wählen. Derartige Modelle sind mit großflächigen Glastüren erhältlich. Unter Aufsicht kann die Tür geöffnet werden. Wird der Raum verlassen, verhindert die geschlossene Feuertür, dass Funken oder aus dem Feuer springende Glut einen Brand verursachen.

Tipp:
Der Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) und Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) folgend, müssen Einzelfeuerstellen bestimmte Auflagen erfüllen, damit sie auch nach 2024 noch betrieben werden dürfen. Um zu erfahren, ob ein bestehender Kamin oder Kachelofen noch genutzt werden kann, ist eine Kontrolle durch den Schornsteinfeger notwendig. Kaminbauer informieren darüber, wie moderne Einzelfeuerstellen beschaffen sein müssen und ob alte Kamine nachgerüstet werden können.

Der Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) und Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) folgend, müssen Einzelfeuerstellen bestimmte Auflagen erfüllen, damit sie auch nach 2024 noch betrieben werden dürfen. Um zu erfahren, ob ein bestehender Kamin oder Kachelofen noch genutzt werden kann, ist eine Kontrolle durch den Schornsteinfeger notwendig. Kaminbauer informieren darüber, wie moderne Einzelfeuerstellen beschaffen sein müssen und ob alte Kamine nachgerüstet werden können.

Feuerdetektionsanlagen und Feuermeldesysteme einbauen

Home Security Systems nennen sich die elektronischen Überwachungssysteme, die vor Einbrüchen, aber auch vor Feuern schützen sollen. Diese Geräte werden die eine normale Alarmanlagen an das Telefonnetz angeschlossen. Im Falle eines Einbruchs benachrichtigt das Gerät selbstständig die nächste Polizeistation oder einen Sicherheitsdienst. Bricht ein Feuer aus, werden alternativ der Sicherheitsdienst oder die Feuerwehr alarmiert. Ein solches Home Security System besteht aus verschiedensten Detektoren und Sensoren, die zusammen für die optimale Sicherheit im Haus sorgen sollen.

  • Bewegungsmelder
  • Lichtschranken
  • Erschütterungssensoren
  • Kontaktsensoren
  • Rauchmelder
  • Temperatursensoren
  • Überwachungskameras
  • Infrarot-Kameras

Feuerlöscher und automatische Feuerlöschanlagen

Im Prinzip gehört ein Feuerlöscher genau wie die Rauchmelder in jeden Privathaushalt. Untersuchungen des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) ergaben, dass schadhafte oder überlastete Elektroinstallationen die häufigste Brandursache darstellen, gefolgt von offenem Feuer und menschlichem Versagen. In der letztgenannten Kategorie sind unterschiedliche Feuerunfälle zusammengefasst, beispielsweise:

  • das brennende Öl in der Küche beim Kochen.
  • der vergessene Topf auf dem Herd.
  • das Dimmen von Licht durch Abdecken der Lampe mit einem Tuch.
  • das unbeaufsichtigte Weihnachtsgesteck auf dem Tisch mit echten Kerzen.

Brandexperten empfehlen, einen Feuerlöscher am Eingang zur Küche und einen nahe der Haustür zu platzieren, um jederzeit darauf zugreifen zu können. Eine Alternative sind automatische Feuerlöschanlagen. Im Prinzip handelt es sich hierbei lediglich um Wasserleitungen, in die ein Sprinkler mit Sensor integriert wurde. Registriert der Sensor starken Rauch und Feuer, wird der Sprinkler aktiviert.

Neueste Technik bei automatischen Hauslöschanlagen

Inzwischen werden Kleinstlöschanlagen in hochwertigen TV-Geräten oder Computern verbaut, die mit einem Löschgas jeden Entstehungsbrand im Gerät löschen. Für den Privatbereich sind modernste Hauslöschanlagen bereits erhältlich oder im Entwicklungsstadium, die mit der Aerosoltechnik, mit Löschgas oder als Sprinkler- System neuester Generation arbeiten. Aus besonderem Grund wird die Entwicklung vorangetrieben. Es gibt in Deutschland immer weniger freiwillige Feuerwehren und die noch vorhandenen sind personell teilweise stark unterbesetzt. Die Hintergründe sind demografischer Art, wobei sich die durch Corona ausgelöste Krise verschärfend ausgewirkt hat. Zudem steigen die Schadenssummen je Brand quasi jährlich, was nur teilweise mit den gestiegenen Immobilienpreisen erklärt werden kann.

Die Entwicklung ist zumindest so weit fortgeschritten, dass einige Versicherungen bei der Installation einer automatischen Hauslöschanlage die Prämien senken – so wie im gewerblichen Bereich üblich.

Tipp:
Die einfachste Art einer automatischen Löschanlage fürs Zuhause sind ganz normale Feuerlöscher. Allerdings müssen die Druckbehälter modifiziert werden. Es gibt automatische Sprinklerköpfe, die sich auf die Druckbehälter aufschrauben lassen, sodass der Feuerlöscher seinen Inhalt freigibt, sobald ein Brand registriert wird.

Hauslöschanlagen zweckmäßig einsetzen

Die Installation einer automatischen Hauslöschanlage ist generell sinnvoll, egal ob Festbau, Fertig- oder Holzhaus. Allerdings gibt es Räume und Bereiche, für die eine automatische Löschanlage besonders geeignet ist.

  • Räume mit Energiespeichern oder Schaltkästen, beispielsweise zur Nutzung alternativer Energien.
  • Externe Absicherung für Räume, in denen Ladestationen installiert sind. Beispielsweise für E-Bikes, Elektrofahrzeuge oder den Arbeitsraum für
  • Heimwerker mit zahlreichen Akku-Elektrogeräten.
  • Räume für Heizungen, Klimaanlagen, Brennstoffzellen u.ä.
  • Lagerräume für Brennstoffe, insbesondere für Pellets, Holz etc.
  • Elektroinstallation im Holzhaus großzügig planen

Um die häufigste Ursache für Hausbrände zu vermeiden, sollte die Verkabelung großzügig bemessen werden. Zumeist führt eine Überlastung der Stromleitungen oder die missbräuchliche Nutzung von Mehrfachsteckdosen zu einem Wohnungsbrand, vorzugsweise bei älteren Gebäuden. Grund dafür ist, dass seinerzeit beim Bau dieser Häuser nicht absehbar war, dass sich die Zahl der Elektrogeräte je Haushalt derart erhöhen würde.

Nach den Zahlen des Umweltbundesamtes verfügte der deutsche Durchschnittshaushalt 2019 über rund 50 Elektrogeräte, vom Kühlschrank und Elektroherd über den Flachbildfernseher bis zum Mobiltelefon. 1970 waren es weniger als die Hälfte. Um für die Zukunft vorzusorgen, sollten beim Bau eines Holzhauses mehr Steckdosen eingeplant werden, als aktuell benötigt werden. Dass bei der Verkabelung feuerhemmende Kabelkanäle oder Leerrohre verwendet werden, sollte obligatorisch sein. Diese relativ einfache bauliche Maßnahme verhindert zukünftige Feuer wirkungsvoll.

Tragende Elemente mit hohem Feuerwiderstand

Holz fängt leicht Feuer. Diese Aussage wird als allgemeingültig hingenommen, ist so aber nicht korrekt. Holz besteht aus organischen Verbindungen, hauptsächlich aus Kohlenstoff und Wasserstoff. In Verbindung mit Sauerstoff und einer entsprechend hohen Temperaturzufuhr kommt es zum Feuer.

Fakt ist, steigt die Temperatur auf 225 bis 300 Grad Celsius, ist die Entzündungstemperatur von Holz erreicht. Dann brennt Holz mit kleiner Flamme oder es entsteht ein Schwelbrand. Wird die Hitzequelle entfernt, erlischt das Feuer zumeist. Ab 330, spätestens ab 520 Grad Celsius brennt Holz spontan, abhängig von der Holzart. Stark harziges Kiefernholz brennt bereits bei niedrigeren Temperaturen, während Eiche frühestens bei 500 Grad Celsius Feuer fängt.

Der Flammpunkt wird beeinflusst durch die Dichte des Holzes in Kilogramm je Kubikmeter und die Restfeuchte. Je höher die Masse des Holzes je Kubikmeter ist, desto schwerer ist es, ein Feuer zu entfachen. Aus diesem Grund ist es ratsam, alle tragenden Bauteile aus möglichst dickem Holz mit einer maximal hohen Dichte zu fertigen.

Für die Wände ist beim Holzhaus die Bauweise mit Doppelbohlen besonders beliebt. Aus Sichtweise des Brandschutzes wäre es vorteilhaft, eine Bohle mit mindestens 70 Millimetern Stärke zu verbauen, um gleichzeitig eine bestmögliche Wärmedämmung und Feuerfestigkeit zu erreichen. Generell gilt beim Holz für den Hausbau der Leitsatz, je dicker, je besser. Grund dafür sind die Ergebnisse von Untersuchungen zur Brandvermeidung. Bei aus ganzen Baumstämmen errichteten Blockhäusern wurde festgestellt, dass:

bei einem Feuer außen auf den Stämmen rund 1.000 Grad Celsius herrschen. der Kern der Baumstämme zeitgleich lediglich 40 Grad Celsius warm ist. die Geschwindigkeit, mit der das Holz verbrennt, sinkt, je dicker die Stämme sind.

Flammschutzmittel für Holzhäuser

Es ist unmöglich, Holz nicht brennbar zu machen. Um mögliche Gefahren zu reduzieren, kann Holz mit Flammschutzmitteln behandelt werden. Diese Mittel erhöhen die Entzündungstemperatur des Holzes und/oder verzögern die Geschwindigkeit eines Brandes. Generell sind zwei Varianten verfügbar: Beschichtungen sowie Chemikalien.

Beschichtungen werden verwendet, um die Bildung flüchtiger, brennbarer Gase zu verringern, indem eine schnelle Zersetzung der Holzoberfläche zu Holzkohle und Wasser gefördert wird. Beschichtungen schützen zudem die Holzoberfläche gegen wasserlösliche Hochtemperatursalze wie Diammoniumphosphat, Ammoniumtetraborat, Natriumacetat, Alkalisilikate oder Borax. Diese Beschichtungen erhöhen den Brennpunkt und verzögern die Ausbreitung des Feuers.

Feuerhemmende Mittel verringern die Entflammbarkeit von Holz und verlangsamen die fortschreitende Verbrennung. Sie verhindern nicht das vollständige Verbrennen des Holzes bei Anwesenheit einer externen Feuerquelle. Aber – wird diese externe Feuerquelle entfernt, brennt das Holz nicht weiter.

Feuerhemmende Bauhölzer

Holz verkohlt im Durchschnitt mit einer Geschwindigkeit von rund 0,8 Millimetern pro Minute. Massivholz brennt deutlich langsamer als einzelne Bretter oder Äste, weil die entstehende Schicht von Holzkohle den Anstieg der Temperatur im Inneren des Holzes wirksam verzögert. Versuche haben ergeben, dass außen Flammen mit etwa 1.000 Grad Celsius zu messen sind. Nur 15 Millimeter tiefer beträgt die Temperatur im Holz lediglich um 100 Grad Celsius. Außerdem verzögert Brettschichtholz BSH den Verbrennungsvorgang, denn dieses Holz verkohlt mit einer Geschwindigkeit von lediglich 0,7 Millimetern je Minute.

Diese Eigenschaften begünstigen das Ausbreiten von Feuer:

  • scharfe Kanten,
  • raue, nicht geschliffene Oberflächen,
  • Splitter,
  • Brüche,
  • Risse,
  • geringe Restfeuchte,
  • geringe Dichte des Bauholzes.

Wer ein möglichst feuerresistentes Holzhaus bauen will, der sollte Holzarten verwenden, deren Dichte nahe an der Grenze zum Hartholz oder darüber liegt. Ab 480 kg/m3 ist Holz für den Hausbau geeignet. Bei 550 kg/m3 liegt die Grenze zum Hartholz. Hölzer wie die nordische Kiefer oder die sibirische Fichte erreichen um 500 kg/m3. Eiche, Buche und andere Harthölzer liegen zum Teil deutlich jenseits der 550 kg/m3. Einheimisches Eichenholz weist eine Dichte von bis zu 700 kg/m3 auf. Dies ist kein Vergleich zum afrikanischen Bongosi, auch als Red Ironwood bekannt. Die Dichte dieser Holzart ist mit bis zu 1.200 kg/m3 so hoch, dass das Holz nicht schwimmfähig ist, sondern wie ein Stein versinkt, gerät es ins Wasser.

Schlussgedanken zum Thema Brandverhinderung beim Holzhausbau

Es sind relativ einfache bauliche Maßnahmen, mit denen ein Holzhaus gegen Feuer geschützt werden kann. Eine besondere Rolle spielen hier die Dichte des Holzes, eine umsichtige Installation der Hausverkabelung, die Absicherung von Feuerstellen wie Kamin oder Kachelofen und zusätzlich die Vorsorge durch den Kauf eines Feuerlöschers, einer Hauslöschanlage oder eines Home Security Systems.

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