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12. August 2024  (aktualisiert am 2. September 2025)

Brandschutz für Zuhause

von  textbroker | 8 Min. Lesezeit | #Brandschutz  #Zuhause   #Rauchmelder  #Brandmeldeanlagen   #Elektroinstallationen 

Rund 200.000 Wohnungsbrände verzeichnen die Feuerwehren und Versicherungen in Deutschland jährlich. Die häufigsten Ursachen sind Elektrizität, menschliches Versagen, Überhitzung und Brandstiftung. Insgesamt 333 Menschen kamen 2022 bei Wohnungsbränden ums Leben, auch weil auf falsche Weise versucht wurde, ein Feuer zu löschen. Bei richtiger Handlungsweise und mit einer zweckmäßigen Ausstattung ließen sich fast alle Brände im Keim ersticken, und es wäre möglich, die Schadenshöhe zu minimieren.

Wie ist im Brandfall zu reagieren?

So bedrohlich ein Feuer in den eigenen vier Wänden auch ist: Es ist wichtig, Ruhe zu bewahren und nach einem durchdachten Plan vorzugehen. Der erste Schritt ist immer die Rettung von Personen aus der Gefahrenzone. Anschließend sollten diejenigen vor dem Feuer gewarnt werden, die sich im Gefahrenbereich aufhalten. Danach ist sofort der Notruf 112 zu wählen und die örtliche Feuerwehr über den Brand zu informieren. Ist dies nicht möglich, weil das Feuer den Weg zum Telefon blockiert, sollten die Bewohner die Wohnung verlassen und die Feuerwehr von den Nachbarn aus alarmieren. Erst wenn die Rettungskräfte informiert sind, kann bei kleineren Feuern und Entstehungsbränden versucht werden, mit den vorhandenen Löschmitteln das Feuer zu bekämpfen. Greift der Brand bereits um sich, oder ist mehr als ein Raum betroffen, dann sollten alle Löschversuche den Profis von der Feuerwehr überlassen werden.

Grafik: Verhalten im Brandfall. Flucht, Feuerwehr rufen. Feuer löschen.

Welche Arten von Bränden gibt es?

Brände unterscheiden sich teils erheblich voneinander – insbesondere in ihrer Entstehung, im Ablauf, in den Folgen und in der Art, wie sie gelöscht werden müssen.

Schwelbrände

Ursachen für Schwelbrände sind häufig überlastete elektrische Leistungen oder heruntergebrannte Kerzen, speziell in der Adventszeit. Diese Art von Wohnungsbrand läuft oftmals mit großer Hitze und erheblicher Rauchentwicklung, aber ohne offene Flamme ab. Allerdings reicht bereits ein kleiner Luftzug – beispielsweise durch das Öffnen einer Tür oder eines Fensters –, um aus einem Schwelbrand ein schnell um sich greifendes Feuer zu machen, weil mehr als genug Hitze dafür vorhanden ist. Schwelbrände können mit einer Löschdecke, einem Pulverlöscher oder Wasser gelöscht werden. Wichtig ist, dass der Herd eines Schwelbrands nach dem Löschen ausreichend lange beobachtet wird. Denn diese Brandart neigt dazu, sich erneut zu entzünden.

Offenes Feuer

brennende Überreste eines Lagerfeuers liegen auf dem Rasen
Haben sich bereits Flammen gebildet, dann ist es wichtig, festzustellen, was die Brandursache ist. Handelt es sich um einen elektrischen Brand oder einen Fettbrand, dann sind Maßnahmen zu ergreifen, die nachfolgend beschrieben werden. Ist eine umgefallene Kerze oder etwa ein zu nah am Gasofen liegendes Handtuch der Grund für das Wohnungsfeuer, dann kann dieses in seiner Entstehung mit einem Pulverlöscher oder eventuell mit einer Flammendecke gelöscht werden. Hat sich der Wohnungsbrand bereits ausgebreitet, dann kann er mit einem Pulverlöscher zumindest eingedämmt werden, was der anrückenden Feuerwehr die Arbeit erleichtert. Sind Löschdecke und Pulverlöscher nicht verfügbar, dann kann offenes Feuer auch mit Wasser bekämpft werden.

Fett- und Ölbrände

Meist führt eine Pfanne mit Öl, die auf dem Herd vergessen wurde, zu einem Fettbrand. Allerdings kommt es auch vor, dass insbesondere bei Fritteusen der Thermoschalter versagt und deshalb das darin befindliche Öl überhitzt wird, was zum Ausbruch eines Feuers führt. Brennt Fett oder Öl, dann darf zum Löschen keinesfalls Wasser verwendet werden. Gelangt Wasser in das überhitzte Öl, dann kommt es zu einer explosionsartigen Ausbreitung, wodurch der gesamte Raum binnen Sekunden in Flammen stehen kann. Überdies ist die Verletzungsgefahr signifikant hoch. Zur Brandbekämpfung geeignet sind bei Fettbränden Pulverlöscher und Löschdecke. Im gewerblichen Bereich wird oftmals ein CO2-Löscher bereitgehalten.

Elektrische Brände

Die häufigste Ursache für Wohnungsbrände ist eine fehlerhafte Elektrik. Die Fehlerquellen sind zumeist:

  • Nicht auslösender Schutzschalter
  • Fehlerhafte Elektroinstallation
  • Überlastete Stromleitungen
  • Fehlerhaft verlegte oder veraltete Stromleitungen
  • Elektrische Fehler in Geräten

Bei einem elektrischen Feuer sind zwei Punkte besonders wichtig: Erstens sollte der Stromkreis sofort spannungsfrei geschaltet werden, indem die Sicherung ausgeschaltet wird. Zweitens dürfen elektrische Feuer nur mit einer Löschdecke, einem Pulverlöscher oder einem CO2-Löscher bekämpft werden. Wer versucht, ein elektrisches Feuer mit Wasser zu bekämpfen, der begibt sich in akute Lebensgefahr.

Brandmeldeanlagen

Seit 2005 müssen in Neubauten Rauchmelder installiert sein, seit 2014 auch in Altbauten. Diese Maßnahme zeigt Wirkung, denn von 550 Toten bei Wohnungsbränden im Jahr 2002 sank die Zahl der Opfer 2022 auf 333. Erhältlich sind unterschiedliche Systeme, die für bestimmte Wohnsituationen konzipiert wurden.

Normale Rauchmelder mit Batterie

Mann installiert einen Rauchmelder
Rauchmelder mit Batterie sind eine einfache und effektive Maßnahme, um frühzeitig vor Bränden zu warnen. Sie funktionieren, indem sie Rauchpartikel in der Luft erkennen und bei einem bestimmten Schwellenwert einen lauten Alarm auslösen. Die Wartung ist unkompliziert: Batterien sollten regelmäßig, idealerweise einmal im Jahr, ausgetauscht werden. Zudem ist es wichtig, den Rauchmelder monatlich auf seine Funktion zu überprüfen, indem der Testknopf gedrückt wird. So bleibt der Rauchmelder zuverlässig und schützt vor Gefahren. Erhältlich sind auch Feuermelder mit Batterien, die bis zu zehn Jahre halten sollen. Dennoch sollten auch diese Feuermelder jedes Jahr auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft werden.

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Rauchmelder mit Akku und Netzanschluss

Solche Brandmelder sind über ein Kabel an das Stromnetz des Gebäudes angeschlossen, verfügen aber auch über eine Batterie, die bei einem Stromausfall die notwendige Energie liefert. Diese Modelle sind für Nutzer geeignet, die einen Batteriewechsel vermeiden wollen, sowie für Wohnungen, die nicht ständig bewohnt werden.

Funkrauchmelder

Verknüpfbare Feuermelder kommunizieren drahtlos oder über Kabel. Ein Modell verfügt dabei über eine Master-Funktion. Diese Geräte erhöhen die Sicherheit zusätzlich und eignen sich besonders für Villen mit mehreren Etagen. Wenn eine zweistöckige Villa mit Keller über miteinander verbundene Feuermelder auf allen Ebenen verfügt, ertönen alle Feuermelder gleichzeitig – unabhängig davon, wo das Feuer ausgebrochen ist.

Systemrauchmelder in einer Hausalarmanlage

Viele Hausalarmanlagen bieten in ihren Systemen Feuermelder an. Diese Rauchmelder lassen sich nachträglich installieren. Außerdem ist es möglich, den Rauchmelder mit einem vollautomatischen Notruf auszustatten.

Ionisierte und optische Rauchmelder

Beide Arten von Feuermeldern reagieren schnell genug für den normalen Heimgebrauch – unabhängig von der Art des Feuers, das gerade entsteht. Optische Feuermelder verfügen über ein fortschrittliches Fotozellensystem, das gegen Schwelbrände wirksam ist. Einen Schwelbrand kann etwa eine Zigarette auslösen, die in ein Möbelstück oder ein Bett gefallen ist, oder überhitzte elektrische Leitungen. Ein optischer Feuermelder ist die umweltfreundlichste Variante, da kein radioaktiver Abfall entsteht.

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Ionisierende Rauchmelder messen den elektrischen Widerstand in der Luft und reagieren sowohl auf sichtbaren als auch auf unsichtbaren Rauch. Sie eignen sich daher am besten zur Erkennung schnell entzündlicher Brände. Beispiele in einem gewöhnlichen Haushalt sind ein Feuer in einem Mülleimer oder einem Fernsehgerät sowie ein Ölfeuer auf dem Herd. Ein ionisierender Feuermelder enthält eine radioaktive Quelle und muss daher nach dem Gebrauch dem gesonderten Recycling zugeführt werden.

Smart-Home-Rauchmelder

Ein Smart-Home-Rauchmelder funktioniert ähnlich wie ein herkömmlicher Rauchmelder, bietet aber zusätzliche Funktionen durch die Vernetzung mit dem Smart-Home-System.

  1. Raucherkennung: Der Smart-Home-Rauchmelder erkennt Rauchpartikel oder ungewöhnliche Hitze in der Luft, ähnlich wie ein herkömmlicher Rauchmelder. Bei einem festgelegten Schwellenwert löst er einen Alarm aus.

  2. Vernetzung: Smart-Home-Rauchmelder sind mit dem WLAN oder einem Smart-Home-Hub verbunden. Dies ermöglicht es, mehrere Rauchmelder im Haus miteinander zu vernetzen. Wenn ein Melder Rauch erkennt, können alle vernetzten Melder gleichzeitig Alarm schlagen.

Frau steuert Smart Home mit Tablet
3. Benachrichtigungen: Im Falle eines Alarms sendet der Smart-Home-Rauchmelder eine Benachrichtigung an verbundene Smartphones oder Tablets. So können Bewohner auch dann gewarnt werden, wenn sie nicht zu Hause sind.
4. Fernzugriff: Über eine mobile App lässt sich der Status des Rauchmelders jederzeit überprüfen. Einige Modelle ermöglichen es, den Melder aus der Ferne stummzuschalten oder Wartungsbenachrichtigungen zu erhalten, z.B. wenn die Batterie schwach ist.
5. Integration: Der Smart-Home-Rauchmelder kann in andere Smart-Home-Systeme integriert werden. Bei einem Alarm könnten beispielsweise Lichter eingeschaltet, Türen entriegelt, Jalousien geschlossen oder Sicherheitskameras aktiviert werden.

Feuerversicherung

Bei Wohneigentum sollte eine Gebäudeversicherung abgeschlossen werden, bei jeder Wohnung zumindest eine Hausratversicherung. Wichtig ist, dass die Versicherungssumme den Wert deckt. Dies ist jährlich zu überprüfen, insbesondere nach aufwendigen Renovierungen oder bei Neuanschaffungen. In Baumärkten und im Fachhandel für Sicherheitstechnik sollte zudem ein Feuersafe erworben werden. Er bietet einen gewissen Einbruchschutz und bewahrt Wertsachen und Versicherungspolicen so sicher auf, dass sie auch bei einem Wohnungsbrand gut aufgehoben sind.

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