Wie lädt man ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybrid auf, und wie lange dauert das? Wie viel kostet das Laden, und wie funktioniert es mit einer Ladebox im Carport oder der Garage?
Welche Lademöglichkeiten für die E-Mobilität gibt es?
Ein Elektroauto oder Lade-Hybrid lässt sich mit einer Ladebox zu Hause oder an einer öffentlichen Ladestationen aufladen. Am einfachsten ist das natürlich dort, wo das Fahrzeug für längere Zeit steht, also zu Hause oder am Arbeitsplatz. Wer keinen Zugang zu einer Ladebox hat, der kann das Auto auch an einer normalen Steckdose aufladen. Dies ist jedoch als Notlösung zu sehen und wird nicht empfohlen, da die Gefahr einer Überhitzung besteht und es zu Kurzschlüssen oder im schlimmsten Fall sogar zu Kabelbränden kommen kann.

Es besteht zudem die Möglichkeit, ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybrid an öffentlichen Ladestationen aufzuladen, die das Äquivalent zur Tankstelle darstellen. Es gibt immer mehr öffentliche Ladestationen, insbesondere vor Restaurants, Lebensmittelgeschäften und Einkaufszentren. Die Ladeleistung an diesen öffentlichen Ladestationen variiert üblicherweise zwischen 22 und 200 kW. Einige wenige moderne Stationen erlauben sogar bis zu 350 kW. Liegt die Leistung über 43 kW, dann wird von einer Schnellladestation gesprochen.
Wie lädt man ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybrid auf?
Mit einer Ladebox zu Hause lässt sich ein Elektroauto oder ein Plug-in-Hybrid einfach, sicher und günstig laden. Eine Ladebox, die auch Wallbox genannt wird, ist eine Box, die am Carport, in der Garage oder in der Nähe des Parkplatzes des Autos aufgestellt oder fest montiert wird. Ladeboxen sind speziell für das Laden von Elektrofahrzeugen konzipiert und müssen einer hohen Belastung über einen langen Zeitraum standhalten. Die Box enthält mehrere elektrische Komponenten, die dafür sorgen, dass das Laden eines E-Autos sicher und schnell erfolgt. Eine Ladebox muss von einem qualifizierten Elektriker installiert werden.
E-Autos richtig aufladen
Das Laden eines Elektroautos ist so, als würde man mehrere hundert Mobiltelefone gleichzeitig an ein und derselben Steckdose aufladen. Dies birgt mehrere Risiken. Zusätzlich zum Bruch des Steckers besteht die Gefahr, dass die Steckdose überhitzt und in Brand gerät. In diesem Fall besteht keine Garantie dafür, dass der Brand von der Versicherung abgedeckt wird. Denn jeder Versicherungsnehmer ist selbst dafür verantwortlich, dass die elektrischen Anlagen ordnungsgemäß verwendet werden. Wird dagegen eine Ladebox verwendet, dann handelt es sich um eine ordnungsgemäße Installation. Das ist viel sicherer und zudem schneller.
Die richtige Ladebox wählen
Welche Ladebox ideal ist, hängt von den Bedürfnissen der Nutzer und den örtlichen Gegebenheiten ab. Soll ein Auto aufgeladen werden, oder stehen zwei E-Fahrzeuge in der Garage? Zudem gibt es Boxen mit einem festen Kabel. Auch die Leistung der Ladeboxen variiert. Außerdem kann sich der Käufer für modernste Ladeboxen entscheiden, die sich steuern lassen und Ladeprotokolle führen. Daran ist exakt ablesbar, wann wie viel Strom nachgeladen wurde.
Gleichstrom oder Wechselstrom

Bei ihr findet die Umwandlung von Wechsel- in Gleichstrom bereits in der Box statt. Das hat den Vorteil, dass mit höheren Ladeleistungen gearbeitet werden kann – auch oberhalb von 22 kW. Denn der in seiner Leistung begrenzte On-Board-Charger wird nicht benötigt. Wer eine Photovoltaikanlage am Haus installiert hat, der kann damit sogar das Auto respektive die Autobatterie als Energiespeicher nutzen, um Geräte im Haus zu betreiben.
Wer lädt günstiger: Ladebox oder Ladestation?
Generell ist das Laden zu Hause an der eigenen Wallbox deutlich günstiger als an einer öffentlichen Ladestation. Dies gilt insbesondere dann, wenn selbst produzierter Solarstrom eingespeist werden kann. Außerdem werden Autostromtarife angeboten, dank denen zu bestimmten Zeiten (vorzugsweise am Nachmittag und nachts) die Kilowattstunde schon für wenige Cent erhältlich ist.
Ladezeit für ein Elektroauto berechnen
Die Berechnung der Ladedauer eines Elektroautos oder Plug-in-Hybrids ist in der Theorie ganz einfach. Praktisch ist es jedoch etwas komplizierter, denn es spielt eine Reihe von Faktoren eine Rolle.
Die Ladezeit in Stunden für ein Elektroauto oder Plug-in-Hybrid errechnet sich aus der Division der Batteriegröße in kWh durch die Ladeleistung in kW. Wenn die Ladeleistung höher ist als die Ladekapazität des Autos, muss dieser Wert auf die maximale Kapazität des Autos begrenzt werden.

Ein Plug-in-Hybridauto verfügt über eine 18-kWh-Batterie. Es wird ebenfalls zu Hause mit einer Leistung von 7,4 kW aufgeladen. Allerdings können die meisten Hybrid-Autos nur 3,7 kW aufnehmen. Deshalb muss 18 durch 3,7 geteilt werden, um zu berechnen, wie lange es dauert, den Plug-in-Hybrid von 0 auf 100 Prozent aufzuladen: 18 / 3,7 = 4,86, also beinahe 5 Stunden.
Welche Faktoren beeinflussen die Ladezeit?
1. Größe der Batterie:
Je größer der Akku ist, desto länger dauert das Aufladen. Es ist ähnlich wie bei einem Kraftstofftank: Je mehr er fasst, desto länger dauert das Auffüllen. Die Batteriegröße wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben.
2. Ladekapazität des Fahrzeugs:
Obwohl größere Akkus mehr Strom speichern, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass das Aufladen länger dauert. Das liegt daran, dass einige Fahrzeuge mehr Strom empfangen können als andere. Dies nennt man Ladeleistung und wird in kW gemessen.
3. Leistung und Stromart des Ladegeräts:
Die Leistung des Ladegeräts wird in kW gemessen, und wie bisher gilt: Je mehr kW, desto schneller erfolgt der Ladevorgang. Es ist üblich, die Wirkung in verschiedene Ebenen zu unterteilen. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird jedoch eher von Geschwindigkeit gesprochen, also von normalem Laden und schnellem Laden.
4. Ladezustand des Akkus:
Wie viel Energie noch in der Batterie ist, wirkt sich natürlich auf die Ladedauer aus. Es ist leicht zu verstehen, dass das Laden von 90 auf 100 Prozent schneller ist als das Laden von 10 auf 100 Prozent. Doch beim DC-Laden, also dem Schnellladen, hat der Ladezustand der Batterie mehr als nur einen Einfluss. Beispielsweise ist das Laden von 30 auf 40 Prozent deutlich schneller als das Laden von 90 auf 100. Beim AC-Laden ist der Energiefluss gleichmäßig. Die Batterie des Autos wird also von 0 auf 100 Prozent mit der gleichen Rate geladen. Beim DC-Laden folgt die Geschwindigkeit stattdessen der sogenannten Ladekurve. Bei niedrigem Akkuladestand ist die Ladegeschwindigkeit hoch und sinkt dann mit steigendem Ladestand. Daher ist es selten zeiteffizient, an einer Schnellladestation mehr als 80 Prozent zu laden.
5. Batterietemperatur:
Akkus arbeiten am effizientesten, wenn ihre Temperatur zwischen 20 und 25 Grad Celsius liegt. Das gilt nicht nur beim Fahren, sondern auch beim Laden. Ein Akku mit optimaler Temperatur lädt sich einfach schneller auf. Wer in einer kalten Region wohnt, der sollte deshalb beim Kauf eines E-Autos darauf achten, dass eine Batterieheizung vorhanden ist. Denn die zahlt sich fast immer aus.
