Häuser und Wohnungen lassen sich wirksam vor Einbrechern schützen. Die Kombination aus einem traditionellen Sicherungssystem und modernster Technik verspricht den größten Erfolg.
Wohnungseinbrüche in Zahlen
Mit 167.000 Wohnungseinbrüchen wurde 2015 eine Höchstmarke in der Kriminalstatistik erreicht. Es folgte eine Offensive zum Einbruchschutz, die von den deutschen Polizeibehörden und der Bundesregierung initiiert wurde. Das Ziel war es, die Bevölkerung über die Risiken von Wohnungseinbrüchen aufzuklären und geeignete Sicherheitsmaßnahmen aufzuzeigen. Dies zeigte eindeutig Erfolg, denn die Einbruchstatistik für 2022 wies nur rund 66.000 angezeigte Delikte auf – deutlich weniger als 2006, als noch 106.000 Einbrüche registriert wurden. Der Wermutstropfen ist allerdings, dass zwar die Zahl der Wohnungseinbrüche gesunken ist, die Schadenshöhe aber nahezu gleich blieb, wie der Bundesverband der Versicherungen informiert. Der Grund dafür ist, dass die Einbrecher immer professioneller werden und sich ihre Opfer sehr gezielt aussuchen, um bei minimalem Risiko einen maximalen Erfolg zu erreichen. Trotzdem beweisen die Zahlen die Wirksamkeit von Maßnahmen zum Einbruchschutz. Sobald dieser professionell ausgeführt wird, sinkt das Risiko für das Haus oder die Wohnung, von Langfingern behelligt zu werden. Klar ist aber, dass es keinen hundertprozentigen Schutz gegen Einbrecher gibt. Wenn Langfinger unbedingt in eine bestimmte Wohnung eindringen wollen, finden sie in der Regel auch einen Weg. Aber je höher der Sicherheitsstandard einer Wohnung ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich der Verbrecher ein anderes, leichteres Ziel aussucht.

Passiver Schutz vor Einbrechern
Zum passiven Einbruchschutz gehören alle Maßnahmen, die geeignet sind, Einbrecher zu verscheuchen, ohne die technische Haussicherheit positiv zu beeinflussen.
Mit Licht Langfinger verscheuchen

Hier finden sich nur in seltenen Fällen Flutlichter und starke Scheinwerfer. Wer auch die rückwärtige Seite seines Hauses und den Garten mit leistungsstarken Strahlern und Bewegungsmeldern ausstattet, der kann auf diesem Wege seinen Einbruchschutz signifikant erhöhen. Zusätzlich sollte man sicherstellen, dass alle Fenster und Türen mit robusten Schlössern versehen sind und regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden.
Falsche CCTV-Anlagen
Es werden immer wieder Kameras zum Einbruchschutz angeboten, die keine sind. Meist handelt es sich nur um ein Gehäuse, das eventuell mit einer kleinen LED ausgestattet ist, die über eine Batterie betrieben wird. Professionelle Einbrecher kennen diese Kamera-Attrappen und lassen sich davon nicht abschrecken. Zudem ergibt eine Kamera nur dann Sinn, wenn jemand vor einem Bildschirm sitzt und kontrolliert, was außerhalb des Hauses vor sich geht. Einbrecher sind fast immer maskiert und lassen sich deshalb auch nicht von einer funktionierenden Kamera von einem Einbruch abhalten, wenn sie wissen, dass niemand im Haus ist.
Robustes Aussehen von Türen und Fenstern
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Solide verarbeitete, gegen Einbrüche gesicherte Türen und Fenster sind eine gute Maßnahme, um Einbrecher von ihrem Vorhaben abzuhalten. Der Grund dafür ist, dass es Einbrecher sehr viel Zeit und einen erhöhten Aufwand kostet, um solche Türen und Fenster gewaltsam zu öffnen. Ist eine Wohnung oder ein Haus derart gesichert, dann suchen sich die Einbrecher in der Regel ein Objekt, in das sie leichter eindringen können. Vorzugsweise bei älteren Bauten finden sich aber noch immer Haustüren mit großen, ungesicherten Glasflächen, außen aufgesetzten Scharnieren, minderwertigen Schlössern und zu schwachem Türblatt. Diese sollten unbedingt ausgetauscht werden, denn sie sind eine Einladung für jeden Einbrecher. Wer eine neue Haustür einbauen oder die Fenster gegen moderne Modelle austauschen will, der sollte beim Kauf unbedingt auf den Einbruchschutz achten. Zudem helfen diese Türen und Fenster beim Energiesparen, was ein doppelter Grund für eine Modernisierungsmaßnahme ist.
Einbruchschutz via Smartphone

Wer sich für ein Smart-Home-System entscheidet, der kann unterwegs sogar die Heizung steuern und die Kaffeemaschine aktivieren, sodass bei der Ankunft zu Hause der Geruch von frisch gebrühtem Kaffee in die Nase steigt. Darüber hinaus bieten viele Systeme die Möglichkeit, Alarme und Benachrichtigungen direkt auf das Handy zu senden, wenn ungewöhnliche Aktivitäten erkannt werden. So bleibt man stets informiert und kann im Ernstfall schnell reagieren.
Aktiver Einbruchschutz für Häuser und Wohnungen
Zum aktiven Einbruchschutz gehören alle Maßnahmen, die es dem Einbrecher tatsächlich erschweren, in ein Haus einzudringen.
Alarmanlage

In der Regel reicht es aus, wenn eine Alarmanlage den Verschlusszustand von Fenstern und Türen überwacht. Mitunter kann es sinnvoll sein, im Haus Bewegungsmelder anzubringen oder Laserfallen zu installieren.
Darüber hinaus bieten moderne Alarmanlagen oft zusätzliche Funktionen wie die Integration von Rauch- und Wassermeldern, die auf potenzielle Gefahren hinweisen können. Einige Systeme erlauben es sogar, über eine App in Echtzeit auf das Sicherheitssystem zuzugreifen und Benachrichtigungen zu erhalten. Dies erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern bietet auch ein höheres Maß an Kontrolle und Beruhigung für die Bewohner. Insgesamt trägt eine gut ausgestattete Alarmanlage wesentlich dazu bei, das Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden zu steigern.
Sicherheitsschlösser an Türen und Fenstern
Ragt ein Schloss aus dem Schlossblech hervor (selbst wenn es nur wenige Millimeter sind), dann kann ein Einbrecher binnen Sekunden die Tür öffnen. Deshalb sollten Schlösser immer mit dem Türblech abschließen oder darin versenkt sein. Wichtig ist außerdem, dass die Scharniere der Tür nicht von außen sichtbar sind, denn dann lässt sich der Zugang einfach aufhebeln. Es ist ratsam, abschließbare Fenster zu verbauen. Sie können gekippt werden, sodass eine Belüftung möglich ist, wobei zugleich die Sicherheit gegeben ist. Bei Fenster und Türen ist auf die Qualität der Schlösser zu achten. Sie sollten unbedingt aus hochwertigem Stahl bestehen und über Schließsysteme modernster Art verfügen.

Einbruchhemmende Rollläden und Gitter an besonders gefährdeten Fenstern, wie Kellerfenstern, bieten zusätzlichen Schutz. Eine umfassende Beratung durch einen Sicherheitsexperten kann dabei helfen, die besten Maßnahmen für das individuelle Zuhause zu identifizieren und umzusetzen.
Überwachungsanlagen
Bei besonders gefährdeten Objekten ergibt eine Überwachungsanlage Sinn, wenn die Kameras mit der Sicherheitszentrale eines privaten Sicherheitsunternehmens verbunden sind. Nur durch die permanente Kontrolle kann gewährleistet werden, dass Einbrecher nicht eindringen können.
Rollladen
Rollläden sind nicht nur eine zusätzliche Isolation und helfen beim Energiesparen. Sie sind auch ein effektiver Einbruchschutz. Es ist sehr aufwendig und generell mit Lärm verbunden, wenn ein Einbrecher Rollläden entfernen muss. Zudem bieten moderne Rollladensysteme zusätzliche Sicherheitsfunktionen wie verstärkte Führungsschienen und Hochschiebesicherungen, die das gewaltsame Öffnen von außen nahezu unmöglich machen. Elektronisch gesteuerte Rollläden können in ein Smart-Home-System integriert werden, um zeitgesteuert oder per Fernbedienung bedient zu werden, was zusätzlich abschreckend auf potenzielle Einbrecher wirkt. Diese Maßnahmen erhöhen die Sicherheit und sorgen dafür, dass Einbrecher abgeschreckt werden, bevor sie überhaupt versuchen, ins Haus einzudringen. Ferner können spezielle Sicherheitsrollläden, die aus besonders robusten Materialien bestehen, noch mehr Schutz bieten und sind eine lohnende Investition für sicherheitsbewusste Hausbesitzer.
Sicherheitsunternehmen beauftragen
Steht ein Haus häufig leer, weil die Bewohner arbeiten und ein aktives Leben führen, dann rückt es automatisch in den Fokus von Einbrechern. Für solche Objekte ist es sinnvoll, ein Sicherheitsunternehmen mit Kontrollfahrten zu beauftragen, die zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt werden sollten. Wichtig ist dabei, dass auch tagsüber kontrolliert wird, wenn knapp 60 Prozent der Wohnungseinbrüche stattfinden. Um die Kosten gering zu halten, ist es empfehlenswert, sich mit Nachbarn zusammenzuschließen und gemeinsam einen Überwachungsauftrag an ein Sicherheitsunternehmen zu vergeben.
Einbruchschutz zusammengefasst
Der Maßnahmenkatalog zum Einbruchschutz ist überschaubar, und der finanzielle Aufwand hält sich, gemessen am möglichen Schaden, in Grenzen. Neben der baulichen und technischen Sicherheit durch verstärkte Türen, Fenster und Schließsysteme neuester Bauart hat sich vor allem das Smart-Home-System bewährt.