Den Energieverbrauch zu senken, ist die Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende und für den Schutz unseres Klimas. Viele Hemmnisse verhindern jedoch wirtschaftliche Klima- und Umweltschutzmaßnahmen. Hier kann einerseits die Politik mit steuernden Maßnahmen eingreifen. Andererseits ist es gleichermaßen Aufgabe der Verbraucherinnen und Verbrauchern, aktiv an der Energiewende mitzuwirken. Dafür brauchen sie umfassende Informationen sowie effiziente und zertifizierte Produkte.
Politische Instrumente sollen bewirken, dass Energie ganzheitlich betrachtet sparsamer und effizienter eingesetzt wird. Das verringert die Energiekosten und schützt Umwelt und Klima. Zunächst ist es essenziell für Verbraucher zu wissen, wie viel Energie überhaupt für welche Zwecke eingesetzt wird. Während manche Energieeinsätze über die Zeit sinken, steigen andere. Und realisierbare Energieeinsparpotenziale unterscheiden sich. Bei Modernisierungs- und Sanierungsprojekten müssen sich alle Beteiligten umfassend schlaumachen. Nur so können alle informierte Entscheidungen treffen, welche Materialien auszuwählen sind und nach welchen Arbeitsschritten gearbeitet wird.

Das 2023 verabschiedete Energieeffizienzgesetz (EnEfG) verbessert den Rahmen für Effizienzsteigerungen und Energiesparen in Deutschland und legt erstmals verbindliche Energieeinsparziele gesetzlich fest. Der Handlungsbedarf zur Energieeinsparung ist groß: In Deutschland sank der sogenannte Endenergieverbrauch (EEV) zwar von 2021 bis 2023, doch er stieg 2024 wieder an. Damit wuchs die Lücke des EEV zu den gesetzlichen Zielen wieder an.
Was heißt Energiesparen überhaupt?
Energiesparen bedeutet, die gewünschte Leistung mit weniger Endenergie in Form von elektrischem Strom, Brenn- und Kraftstoffen zu erreichen, also mit der Energiemenge, die den Letztverbrauchern wie der Industrie oder den privaten Haushalten vom Energiesystem zur Verfügung gestellt wird. Das ist die „Effizienz“-Strategie. Ergänzend ist nach der „Suffizienz“-Strategie beim Verbraucherverhalten zu überlegen, ob es sich um einen essenziellen Bedarf handelt oder um die Erfüllung nur scheinbarer Notwendigkeiten. Überall können wir Energie sparen: im Haushalt, in Industrie und Gewerbe und im Verkehr. Die eingesparten Energiekosten zahlen sich über kurz oder lang aus – mit doppeltem Nutzen für die Umwelt und den Geldbeutel.
Dämmung als Allzweckwaffe gegen Energieverschwendung

Dämmung ist die Allzweckwaffe im Kampf gegen Energieverschwendung und CO2-Erzeugung. Die wenigsten Menschen wissen, wie viel Energie mit der Herstellung von Dämmstoffen verbunden ist. Hier sind die Hersteller gefragt, durch klugen Materialeinsatz und straffe Produktionsprozesse eine energieeffiziente Herstellung von Dämmstoffen sicherzustellen.
Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Wahl zwischen Dämmstoffen auf Basis mineralischer Rohstoffe wie zum Beispiel Steinwolle, nachwachsender Rohstoffe wie Holzweichfaser oder synthetischer Rohstoffe wie expandiertes Polystyrol (EPS). Alle Dämmstoffe sind in Deutschland zugelassen und erfüllen alle Sicherheitsanforderungen.
Zuerst Hülle, dann Heizung
Der erste Schritt muss immer die Energetische Sanierung der Gebäudehülle sein. Danach folgt eine dem Wärmebedarf angepasste Heizung. Schließlich muss der verbliebene Energiebedarf über erneuerbare Energien erzeugt werden. Ein umgekehrtes Vorgehen – Heizung vor Dämmung – führt zu hohen Betriebskosten für Hausbesitzer. Der Einbau in ein bestehendes Gebäude lohnt nur, wenn das Haus ausreichend gedämmt ist. Die Wärmedämmung und der damit verbundene geringere Heizwärmebedarf sind somit der beste Schutz vor explodierenden Energiepreisen.


Hauptsache dämmen

Dämmen heißt nicht nur das Aufbringen von Isolation an der äußeren Gebäudehülle und unterm Dach. Innendämmung kann eine Alternative sein – mehr als ein Plan B. Hinzu kommen leistungsstarke Ergänzungen und das Schließen von Lücken durch innovative Fenster, Türen und Tore. Profis aus dem Handwerk und Energieberater kennen alle Stellschrauben zum Energiesparen in Neubau und Bestand und zum Anzapfen von Fördertöpfen.
Amortisation von EPS-Emissionen
Bei allen Dämmstoffen sind die CO2-Emissionen, die während der Nutzphase eingespart werden, ein Vielfaches derer, die zur Herstellung der Dämmstoffe freigesetzt werden. Für EPS hat das Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. München (FIW) die Amortisationszeiten für die grauen Emissionen ermittelt: Eine EPS-Dämmung rechnet sich innerhalb von 0,5 bis 1,5 Jahren. Bei einer Gebäudenutzungsdauer von 40 Jahren und länger ist das eine beachtliche Einsparung an CO2-Emissionen.