Man findet sie in Wänden, an Decken, in Dächern und in Böden: Heraklith® Holzwolle-Produkte sind seit mehr als 100 Jahren nicht mehr aus dem Bauwesen wegzudenken. Was in ihnen steckt und wie sie entstehen, wissen viele Anwender jedoch nach wie vor nicht genau. Es wird also Zeit, Licht ins Dunkel zu bringen und zu zeigen, wie aus Holz eines der nachhaltigsten Bauprodukte der Welt entsteht.
Einfach natürlich

Das Holz, das in Simbach am Inn, dem wichtigsten Heraklith® Holzwolle-Produktionsstandort, weiterverarbeitet wird, kommt aus süddeutschen und österreichischen Wäldern und hat eine möglichst kurze Reise hinter sich, was den CO2-Fußabdruck der Dämmlösungen gering hält.
Vom Stamm zur Holzwolle

Bereits an diesem Punkt des Produktionsprozesses wird festgelegt, welche Oberflächenstruktur die späteren Heraklith® Platten haben werden. Viele Produkte des umfangreichen Sortiments von Knauf Insulation sind mit 1 mm und 2 mm breiter Holzwolle-Faser verfügbar. Je nach Dicke der Holzwolle ändert sich die optische Wirkung der Platten-Oberfläche, was in Sichtanwendungen wie der Tiefgaragendämmung entscheidend ist.
Die richtige Bindung
Damit aus der lockeren Holzwolle robuste Platten entstehen können, ist ein mineralisches Bindemittel nötig, das im Verlauf des Prozesses aushärtet. Die früheren Holzwolle-Platten der Marke Heraklith® wurden mit gebranntem Magnesit, einem in der Erdkruste häufig vorkommenden Mineral, gebunden. Vor einigen Jahren wurde das Magnesit sukzessive durch einen neuen Heraklith® Binder – ein Gips-basiertes Bindemittel mit Zementzusatz – ersetzt. Dies und die Zugabe nichtbrennbarer Sande haben die Brandschutzeigenschaften der Holzwolle-Produkte seither deutlich verbessert. Selbst reine Holzwolle-Platten ohne zusätzlichen Steinwolle-Dämmstoffkern erreichen seither die Euroklasse A2- s1, d0 (nicht brennbar). Beachtlich für ein Produkt, dass überwiegend aus reinem Holz besteht.
Das aktuelle Bindemittel ist derzeit im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Produkte stark im Fokus. Grund ist der CO2-Gehalt der Komponenten, die Spielraum bieten, die Nachhaltigkeit der Heraklith® Lösungen noch weiter zu steigern. Versuche mit neuartigen Materialien und Mischungen liefern erste vielversprechende Ergebnisse, so dass eine nachhaltige Bindemittel-Innovation nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.
Alles in Form

Diese Platten sind dann jedoch noch nicht einsatzbereit. Zunächst muss das Bindemittel in einem sogenannten Trocken- und einem Reifelager vollständig aushärten und überschüssige Feuchtigkeit aus den Platten beseitigt werden. Viel Erfahrung mit dem natürlichen, stetig arbeitenden Material Holz ist nötig, um bei der aktiven Trocknung und der Reifung im Lager das perfekte Ergebnis zu erzielen: Heraklith® Holzwolle-Platten, die maßgenau und absolut gerade sind.
Vielfältige Optionen
Grundsätzlich wären die Produkte nach diesem Schritt einsatzbereit – etwa als Leichtbauplatten für die Beplankung von Decken und Wänden. Die allermeisten Platten werden jedoch weiter veredelt und mit zusätzlichen Dämmschichten kombiniert. Tektalan® heißt zum Beispiel die Produktlinie, die neben einer Holzwolle-Deckschicht über einen leistungsstarken Dämmstoffkern aus Steinwolle verfügt, der mit der Holzwolle verbunden ist. Als Heratekta ist die Variante bekannt, die mit einem EPS-Kern ausgestattet ist. Einschichtige Holzwolle-Produkte tragen einfach den Markennamen Heraklith® – wie Heraklith A2-BM, die klassische Holzwolle Leichtbauplatte für vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.


Neben den möglichen Aufbauvarianten können im Endfertigungsprozess verschiedene weitere Veredelungen folgen, wie beispielsweise das Fasen der Kanten für später sichtbare Schattenfugen an den gedämmten Flächen. Außerdem bietet Knauf Insulation bei vielen Heraklith® Produkten die Einfärbung der Holzwolle-Oberfläche ab Werk an. So können die Platten in verschiedenen RAL-Tönen vielfältige Designmöglichkeiten bieten.
Keine Angst vor Asbest

Heraklith® Dämmlösungen waren schon immer besonders nachhaltige und gesundheitlich unbedenkliche Bauprodukte. Und sie werden es auch in Zukunft sein – vielleicht schon bald sogar mit einem weiter optimierten Bindemittel und noch besserer CO2-Bilanz.