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8. September 2025  (aktualisiert am 8. September 2025)

Heraklith® Holzwolle-Dämmstoffe: Was steckt drinnen?

von  Knauf Insulation | 6 Min. Lesezeit | #Knauf Insulation  #Heraklith®  #Holzwolle  #Dämmstoff  #PEFC-zertifiziert 

Man findet sie in Wänden, an Decken, in Dächern und in Böden: Heraklith® Holzwolle-Produkte sind seit mehr als 100 Jahren nicht mehr aus dem Bauwesen wegzudenken. Was in ihnen steckt und wie sie entstehen, wissen viele Anwender jedoch nach wie vor nicht genau. Es wird also Zeit, Licht ins Dunkel zu bringen und zu zeigen, wie aus Holz eines der nachhaltigsten Bauprodukte der Welt entsteht.

Einfach natürlich

Baufahrzeuge transportieren Holz
Die Herstellung von Holzwolle-Dämmstoffen beginnt immer beim wichtigsten Rohstoff – dem Holz. Dabei kommt jedoch nicht irgendein Holz zum Einsatz: Für Heraklith® Dämmlösungen werden PEFC-zertifizierte, schnell nachwachsende Fichtenstämme aus kontrolliert nachhaltiger Forstwirtschaft verarbeitet.

Das Holz, das in Simbach am Inn, dem wichtigsten Heraklith® Holzwolle-Produktionsstandort, weiterverarbeitet wird, kommt aus süddeutschen und österreichischen Wäldern und hat eine möglichst kurze Reise hinter sich, was den CO2-Fußabdruck der Dämmlösungen gering hält.

Vom Stamm zur Holzwolle

Mann hält einen Haufen Holzfaser in der Hand
Die im Werk angelieferten Rundhölzer werden – sollten sie noch nicht frei von Rinde sein – zunächst entrindet und dann für die schonende Lufttrocknung gelagert. Erst wenn sie den perfekten Feuchtegehalt erreicht haben, können sie in handliche Abschnitte zerteilt und mit Hilfe spezieller Hobel zu Holzwolle zerfasert werden. Im Prinzip funktionieren diese Schritte heute immer noch so wie zu Beginn der Holzwolle-Produktion in Niederbayern Anfang des 20. Jahrhunderts – jedoch mit deutlich moderneren und präziseren Maschinen sowie weniger Muskelkraft.

Bereits an diesem Punkt des Produktionsprozesses wird festgelegt, welche Oberflächenstruktur die späteren Heraklith® Platten haben werden. Viele Produkte des umfangreichen Sortiments von Knauf Insulation sind mit 1 mm und 2 mm breiter Holzwolle-Faser verfügbar. Je nach Dicke der Holzwolle ändert sich die optische Wirkung der Platten-Oberfläche, was in Sichtanwendungen wie der Tiefgaragendämmung entscheidend ist.

Die richtige Bindung

Damit aus der lockeren Holzwolle robuste Platten entstehen können, ist ein mineralisches Bindemittel nötig, das im Verlauf des Prozesses aushärtet. Die früheren Holzwolle-Platten der Marke Heraklith® wurden mit gebranntem Magnesit, einem in der Erdkruste häufig vorkommenden Mineral, gebunden. Vor einigen Jahren wurde das Magnesit sukzessive durch einen neuen Heraklith® Binder – ein Gips-basiertes Bindemittel mit Zementzusatz – ersetzt. Dies und die Zugabe nichtbrennbarer Sande haben die Brandschutzeigenschaften der Holzwolle-Produkte seither deutlich verbessert. Selbst reine Holzwolle-Platten ohne zusätzlichen Steinwolle-Dämmstoffkern erreichen seither die Euroklasse A2- s1, d0 (nicht brennbar). Beachtlich für ein Produkt, dass überwiegend aus reinem Holz besteht.

Das aktuelle Bindemittel ist derzeit im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Produkte stark im Fokus. Grund ist der CO2-Gehalt der Komponenten, die Spielraum bieten, die Nachhaltigkeit der Heraklith® Lösungen noch weiter zu steigern. Versuche mit neuartigen Materialien und Mischungen liefern erste vielversprechende Ergebnisse, so dass eine nachhaltige Bindemittel-Innovation nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.

Alles in Form

Holzwolle-Dämmplatten in der Fertigung auf einem Beförderungsband
Nachdem die Holzwolle mit dem mineralischen Bindemittel und Wasser in einem perfekten, streng geheimen Verhältnis vermengt wurden, können Platten in verschiedenen Dicken geformt werden – je nachdem, ob einfache Holzwolle-Dämmplatten oder Deckschichten für Mehrschichtplatten entstehen sollen. Hierzu wird die Mischung maschinell gewogen und in Formen gegeben. Hoher Druck auf der Presslinie des Werks Simbach erzeugt schließlich robuste Platten aus den einst losen Fasern.

Diese Platten sind dann jedoch noch nicht einsatzbereit. Zunächst muss das Bindemittel in einem sogenannten Trocken- und einem Reifelager vollständig aushärten und überschüssige Feuchtigkeit aus den Platten beseitigt werden. Viel Erfahrung mit dem natürlichen, stetig arbeitenden Material Holz ist nötig, um bei der aktiven Trocknung und der Reifung im Lager das perfekte Ergebnis zu erzielen: Heraklith® Holzwolle-Platten, die maßgenau und absolut gerade sind.

Vielfältige Optionen

Grundsätzlich wären die Produkte nach diesem Schritt einsatzbereit – etwa als Leichtbauplatten für die Beplankung von Decken und Wänden. Die allermeisten Platten werden jedoch weiter veredelt und mit zusätzlichen Dämmschichten kombiniert. Tektalan® heißt zum Beispiel die Produktlinie, die neben einer Holzwolle-Deckschicht über einen leistungsstarken Dämmstoffkern aus Steinwolle verfügt, der mit der Holzwolle verbunden ist. Als Heratekta ist die Variante bekannt, die mit einem EPS-Kern ausgestattet ist. Einschichtige Holzwolle-Produkte tragen einfach den Markennamen Heraklith® – wie Heraklith A2-BM, die klassische Holzwolle Leichtbauplatte für vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.

Nahaufnahme von einer Platte aus Holzwolle-Dämmstoff
Parkhaus mit Decke aus Platten aus Holzwolle-Dämmstoff

Neben den möglichen Aufbauvarianten können im Endfertigungsprozess verschiedene weitere Veredelungen folgen, wie beispielsweise das Fasen der Kanten für später sichtbare Schattenfugen an den gedämmten Flächen. Außerdem bietet Knauf Insulation bei vielen Heraklith® Produkten die Einfärbung der Holzwolle-Oberfläche ab Werk an. So können die Platten in verschiedenen RAL-Tönen vielfältige Designmöglichkeiten bieten.

Keine Angst vor Asbest

Verkäufer zeigt Frau Platten aus Holzwolle-Dämmstoff
Zu guter Letzt muss noch ein Ammenmärchen aus der Welt geschafft werden, das bis heute vor allem bei Sanierungsprojekten weitergetragen wird: Asbest war in der über 100-jährigen Geschichte der Heraklith® Produkte nie Bestandteil der Produktrezeptur. Deshalb müssen Handwerker, die beim Rückbau von Wänden oder Dächern auf alte Holzwolle-Dämmung treffen, auch keine Angst vor gefährlichen Asbestfasern haben.

Heraklith® Dämmlösungen waren schon immer besonders nachhaltige und gesundheitlich unbedenkliche Bauprodukte. Und sie werden es auch in Zukunft sein – vielleicht schon bald sogar mit einem weiter optimierten Bindemittel und noch besserer CO2-Bilanz.
Logo von knauf Insulation

Knauf Insulation

Knauf Insulation ist der Dämmstoffspezialist der Knauf Unternehmensgruppe. Wir bieten Lösungen, die in Gebäuden Energie sparen, die Sicherheit verbessern und den Wohnkomfort erhöhen. Bei deren Herstellung setzen wir auf Rohstoffe, die in der Natur schnell nachwachsen oder recycelt wurden – zum Beispiel Gestein, Recyclingglas und zertifiziertes Holz. Daraus entstehen in hochmodernen Produktionsanlagen unsere Mineralwolle-Dämmstoffe und Heraklith® Holzwolle-Produkte.

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