Fassadengrün in Deutschland ist eine Investition in die Zukunft mit neuen Chancen für den GaLaBau. Die niederländische Firma Sempergreen begrünt seit 1998 Fassaden, wir zeigen einige ihrer Projekte.

Der Markt für Fassadenbegrünung in Deutschland hat sich in den letzten zehn Jahren stark professionalisiert — angetrieben durch ein wachsendes Umweltbewusstsein, Förderprogramme und technische Innovationen. 2023 wurden laut „BuGG-Marktreport Gebäudegrün 2024“ 130.400 m² Fassadenbegrünungen errichtet.
Fassadenbegrünungen bieten weitreichende Vorteile für nachhaltigen Klima- und Energieschutz über Biodiversität bis hin zur gestalterischen Aufwertung urbaner Räume. Die Ansätze reichen von einfachen Kletterpflanzen bis hin zu modularen, automatisiert bewässerten Systemen, die in Kombination mit Dachbegrünung und Regenwassermanagement einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung leisten. Begrünte Gebäudehüllen senken die Umgebungstemperatur, verbessern die Luftqualität, speichern Regenwasser und bieten neue Lebensräume für Insekten und Vögel. Gleichzeitig tragen sie zur Wertsteigerung von Immobilien bei, schützen die Bausubstanz und bereichern das Stadtbild. Für Garten- und Landschaftsbaubetriebe ergeben sich daraus vielfältige neue Aufgabenfelder, die von der Planung über die Ausführung bis hin zur dauerhaften Pflege reichen.
Bodengebunden oder wandgebunden – zwei Systeme zur Wahl
Grundsätzlich lassen sich zwei Formen der Fassadenbegrünung unterscheiden: bodengebundene und wandgebundene Systeme. Ersteres basiert auf klassischen Kletterpflanzen, die direkt aus dem Erdreich wachsen. Diese Form eignet sich besonders für massive, nicht gedämmte Außenwände und wird häufig mit Kletterhilfen wie Rankgittern oder Drahtseilsystemen kombiniert. Selbstklimmer wie Efeu oder Wilder Wein kommen ganz ohne Kletterhilfe aus, benötigen dafür aber einen intakten Untergrund ohne offene Fugen oder Risse. Bodengebundene Begrünungen sind vergleichsweise kostengünstig in der Herstellung. Dafür entfaltet sich ihre Flächenwirkung erst über mehrere Jahre, je nach Pflanzenart und Standortbedingungen.
Wandgebundene Systeme zeichnen sich durch ihre unmittelbare Wirkung und den hohen gestalterischen Anspruch aus. Hierbei werden Pflanzgefäße, Substratträger oder textile Vegetationsmodule direkt an der Fassade befestigt, entweder flächig in einer Substratschicht oder modular in vorgefertigten Einheiten. Die Pflanzen wachsen in speziellen Taschen, Rinnen oder Kassetten und werden über automatische Bewässerungs- und Düngesysteme versorgt. Diese Systeme sind besonders für innerstädtische Bereiche mit wenig Bodenfläche geeignet und ermöglichen eine gezielte Bepflanzung auch in luftiger Höhe. Der technische und finanzielle Aufwand ist allerdings deutlich höher – sowohl in der Anschaffung als auch in der laufenden Wartung, Pflege und Instandhaltung. Gleichzeitig sind Gestaltungsspielraum, Pflanzenvielfalt und die unmittelbare mikroklimatische Wirkung hier besonders groß.
Planung erfordert Fachwissen

Auch rechtlich und normativ ist einiges zu beachten. Die maßgebliche Grundlage bildet die FLL-Richtlinie zur Fassadenbegrünung. Sie enthält Empfehlungen zur baulichen Ausführung, Pflege, Statik, Absturzsicherung und Entwässerung. Die Einhaltung dieser Vorgaben ist vor allem bei öffentlichen Ausschreibungen relevant.

Pflege und Folgekosten einplanen
Laut dem Report „Grüne Innovation Fassadenbegrünung“ des Bundesverbands GebäudeGrün e.V. von 2024 variieren die Investitionen und Folgekosten je nach System erheblich. Die Anschaffungskosten für bodengebundene Begrünungen mit Kletterhilfen liegen – jeweils ohne Montagekosten – bei rund 20–190 €/m², für wandgebundene Systeme bei etwa 400–1.200 €/m² (flächiges System) oder 370–1.100 €/m² (modulares System). Nach Stand 2020 beziffert der Re-port die jährlichen Pflegekosten mit 5–20 €/m² für bodengebundene Ranksysteme, 30–110 €/m² für wandgebundene, flächige Systeme bzw. 5–70 €/m² für modulare Systeme.
Die Pflege ist – ähnlich wie bei Dachbegrünungen – ein nicht zu unterschätzender Bestandteil des Betriebs. Bei bodengebundenen Begrünungen genügt meist ein ein- bis zweimaliger Rückschnitt pro Jahr, ergänzt durch das Freihalten von Fenstern, Dächern und technischen Bauteilen. Bei wandgebundenen Systemen müssen die Pflanzen neben der Pflege automatisiert bewässert und mit Nährstoffen versorgt werden.
Zusätzlich zur Pflanzenpflege und Schädlingskontrolle muss die Technik der Pumpen, Sensorik und Steuerung regelmäßig gewartet sowie die Drainagen gereinigt werden, damit die Versorgungssysteme frostsicher, sauber und funktionsfähig bleiben. Digitale Sensoren, automatisierte Bewässerung und KI-gestützte Pflegepläne erleichtern den Betrieb. Ein Wartungsvertrag mit dem GaLaBau-Betrieb stellt in den meisten Fällen die nachhaltige Funktion der Begrünung sicher.
Fördermöglichkeiten
Bei der Planung der Baukosten sollten unbedingt die lokalen Fördermöglichkeiten geprüft und einbezogen werden. Im „BuGG Markreport Gebäudegrün 2024“ finden sich auf mehreren Seiten aktuelle Förderungen von Dach- und Fassadenbegrünungen in vielen Städten und Regionen.
Einige Kommunen koppeln Fördergelder, Bebauungspläne oder Gebührennachlässe an die Integration von Dach- oder Fassadengrün. Für GaLaBau-Betriebe eröffnet sich hier ein zukunftsfähiger Markt – nicht nur als gestalterische Dienstleistung, sondern als Teil der kommunalen Klimaanpassungsstrategie. Wer sich frühzeitig mit Systemanbietern, Architekten und Bauherren vernetzt, kann sich als kompetenter Partner für Planung, Ausführung und Pflege etablieren.
Info zu Sempergreen
Sempergreen plant und baut weltweit grüne Fassaden, die Pflanzen werden dafür in eigenen Gewächshäusern vorkultiviert. Die „SemperGreenwall Outdoor“ ist ein grünes Fassadensystem für Außenanwendungen. Laut Sempergreen holt eine grüne Fassade jährlich durchschnittlich 2,3 kg CO2 pro Quadratmeter aus der Luft. Mit einer SemperGreenwall Outdoor kann eine graue Oberfläche auf platzsparende Art und Weise in eine grüne Oase verwandelt werden. SemperGreenwall Outdoor ist Cradle-to-Cradle-zertifiziert und hat Brandschutzzertifikate in den europäischen Klassen A2-s2,d0 und B-s2,d0. Zudem kann ein Projekt für nachhaltiges Bauen durch die Anwendung des Fassadenbegrünungssystems BREEAM- und LEED-Punkte erhalten.
Projekt 1

Die begrünte Wand verbessert das Mikroklima, fördert die Biodiversität und bietet wertvollen Lebensraum für Tierarten – ein zentrales Anliegen des Unternehmens beim Bau der Halle.
Projekt 2

Die Auftraggeber blowUP media und Vodafone bringen so Natur in den urbanen Raum. Etwa 6.700 Pflanzen verbessern Luftqualität, Mikroklima und Biodiversität, während der Screen Werbeinhalte zeigt.
Projekt 3

Ein webbasiertes Bewässerungssystem versorgt die Pflanzen automatisch und hält die Fassade ganzjährig grün.