Nachhaltigkeit braucht neben Zielen auch Zertifikate. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ist ein Non-Profit-Verein, der ein eigenes Zertifizierungssystem entwickelt hat. Mit diesem System wird nachhaltiges Bauen praktisch anwendbar, messbar und damit vergleichbar gemacht.
Erstmals am Markt angewandt wurde das System im Jahr 2009. Seitdem wird das System kontinuierlich weiterentwickelt und gilt heute weltweit nicht nur als das fortschrittlichste, sondern ist international anerkannt als Global Benchmark for Sustainability. Das DGNB- Zertifizierungssystem ist in unterschiedlichen Varianten für Gebäude, Quartiere und Innenräume verfügbar. Als Planungs- und Optimierungs-Tool hilft es allen am Bau Beteiligten bei der Umsetzung einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsqualität.
Inhaltlich unterscheidet sich das DGNB-System durch drei wesentliche Paradigmen von anderen am Markt verfügbaren Zertifizierungssystemen:

Diese sechs Themenfelder umfassen wiederum eine Vielzahl von Kriterien. Der unabhängige Zertifizierungsprozess dient der transparenten Qualitätskontrolle. Als Nachweis für diese Qualität im Bauen kann ein DGNB-Zertifikat in Platin, Gold oder Silber verliehen werden. Für einen nachhaltigen Gebäudebetrieb oder ein Bestandsgebäude gibt es zudem ein Zertifikat in Bronze.

Die Einhaltung von gesetzlichen Mindestanforderungen führt bei der DGNB-Zertifizierung gerade einmal zu einer Bewertung von 12 %. Die DGNB glaubt, dass das Warten auf entsprechende Gesetze, die zu wirklich nachhaltigen Gebäuden führen, viele Jahrzehnte dauern wird.
Nachhaltigkeit als das neue Normalverstehen und umsetzen
- Keine negative gesundheitliche Beeinträchtigung durch Gebäude, weder im Innen- noch im Außenraum.
- Materialien werden aus dem Gebäudebestand zurückgewonnen und damit die natürlichen Ressourcen geschont.
- In die Ertüchtigung des Gebäudebestands wird sofort investiert.
- Umweltfolgekosten werden eingespart.
- Gebäudeentwertungen werden minimiert.
- Konjunkturprogramme ersetzen den Sanierungsstau.
- Es wird in zukunftsfähige Produkte und Lösungen investiert.
- Abhängigkeiten von und Konflikte mit Öl- und Gasimporteuren nehmen ab.
- Die eigene Wirtschaft wird gestärkt und langfristige Renditen werden erwirtschaftet.
Nachhaltigkeit als das neue Normalverstehen und umsetzen
- Keine negative gesundheitliche Beeinträchtigung durch Gebäude, weder im Innen- noch im Außenraum.
- Materialien werden aus dem Gebäudebestand zurückgewonnen und damit die natürlichen Ressourcen geschont.
- In die Ertüchtigung des Gebäudebestands wird sofort investiert.
- Umweltfolgekosten werden eingespart.
- Gebäudeentwertungen werden minimiert.
- Konjunkturprogramme ersetzen den Sanierungsstau.
- Es wird in zukunftsfähige Produkte und Lösungen investiert.
- Abhängigkeiten von und Konflikte mit Öl- und Gasimporteuren nehmen ab.
- Die eigene Wirtschaft wird gestärkt und langfristige Renditen werden erwirtschaftet.
Fazit: Hohe Lebensqualität, mehr Wachstum, mehr Bruttosozialprodukt, mehr Wohlstand
QNG, DGNB und Förderung
In den vergangenen Jahren haben sich in Deutschland weitere Bewertungssysteme insbesondere zur Förderung des nachhaltigen Bauens etabliert. Darin werden die Anforderungen der Nachhaltigkeit in handhabbare Kriterien sowie in praxisgerechte Planungsgrundlagen und Bewertungsmaßstäbe überführt. Neben ökonomischen und nutzungsbezogenen Aspekten werden so auch die Beachtung der planetaren Grenzen sowie Verteilungs- und Generationengerechtigkeit zur Grundlage von Entscheidungen.
Mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) wird ein einheitliches Verständnis von Nachhaltigkeit gefördert und gleichzeitig eine rechtssichere Grundlage für die Vergabe von Fördermitteln geschaffen. Das Ziel ist die Etablierung der Ziele und Prinzipien des nachhaltigen Planens, Bauens und Betreibens in der Bau- und Immobilienwirtschaft Deutschlands. Das nachhaltige Bauen und die Nachhaltigkeitszertifizierung als Instrument der Qualitätssicherung werden im Rahmen der Förderprogramme Klimafreundlicher Neubau (KFN) und Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert.
Grundvoraussetzung für die Verleihung des QNG ist eine Zertifizierung mit einem registrierten Bewertungssystem für nachhaltiges Bauen. Die DGNB ist eine der akkreditierten Zertifizierungsstellen, die das QNG im Auftrag des Bundes vergeben dürfen. Einige Banken setzen ein DGNB-Zertifikat für den Erhalt von Fördergeldern oder günstigeren Krediten voraus. Die DGNB berücksichtigt außerdem die Kriterien der EU-Taxonomie. Ziel ist die Harmonisierung nationaler Zertifizierung mit dem EU-Berichtsrahmen und den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen.
Die Anzahl an vergebenen Auszeichnungen für Projekte, die die DGNB-Zertifizierung erfolgreich abschließen konnten, hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Für 2024 wurden 7.753 Projekte gemeldet und bereits über 12.900 Projekte wurden mit dem Zertifikat abgeschlossen.
