Immer wieder stellen Dachhandwerker Feuchteschäden bei älteren Steildächern fest. Auch bei Neubauten gibt es Planungs- und Konstruktionsfehler, die zu gravierenden Bauschäden durch Feuchtigkeit führen und die die Nutzungsdauer eines Gebäudes deutlich verkürzen.

Im März 2024 hat der ZVDH ein Update des Merkblattes „Wärmeschutz bei Dach und Wand“ auf der Grundlage der überarbeiteten DIN 4108-3 herausgegeben. Alle wichtigen Informationen dazu – und was das Update für Dachhandwerker bedeutet – sind der Schwerpunkt dieses Fachheftes.
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Wie klimabedingte Feuchteschäden entstehen
In den letzten Jahren sind die Anforderungen an den Wärmeschutz von Gebäuden weiter gestiegen: Eine effiziente Wärmedämmung ist Standard, die Räume sollen sich im Sommer trotzdem nicht zu sehr aufheizen, Wärmebrücken sind zu vermeiden und das Gebäude soll luft- und winddicht sein. Diese vielschichtigen klimabedingten Anforderungen haben große Auswirkungen auf die Feuchte von Räumen und Bauteilen. Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, bildet sich Tauwasser. Wände können durchfeuchten und Schimmel entsteht. Dies gefährdet die Gesundheit der Bewohner und natürlich auch die Bausubstanz. Damit sich kein Tauwasser bildet, darf die Oberfläche von Bauteilen deshalb 80 % relative Luftfeuchte nicht überschreiten.

Auch im Inneren eines Bauteils kann sich schädliches Tauwasser bilden. Dies ist der Fall, wenn die Eigenschaften und Schichten eines Bauteils nicht richtig aufeinander abgestimmt sind und der Dampfdruckverlauf im Schichtenaufbau den möglichen Sättigungsdampfdruck überschreiten möchte. Es werden 100 % Luftfeuchtigkeit erreicht, die als Wasser kondensieren.
Um die diversen Herausforderungen zu meistern, gelten sehr komplexe Vorgaben für den sogenannten klimabedingten Feuchteschutz. Sie lassen sich nur durch optimale Planung und in der Regel mehrschichtige Bauteile mit einer speziellen Schichtenfolge erfüllen.
Rechtssicher durch nachweisfreie Konstruktionen

Im Update des Merkblattes finden sich viele zusätzliche Lösungen für nachweisfreie Dachkonstruktionen. Damit schafft der Dachdeckerverband ZVDH mehr Auswahl und Rechtssicherheit für Planer und Handwerker. Zu den Beispielen der nachweisfreien Konstruktionen gibt es zudem eine digitale Arbeitshilfe, die die Auswahl der passenden Konstruktion für das einzelne Bauvorhaben erleichtert.

Doch wie entsteht die Feuchtigkeit? Welche Lösungen gibt es? Und wie können Sie als Dachhandwerker vom Solarboom profitieren, ohne ein Risiko einzugehen? Wir nehmen Sie mit in die Zukunft der PV-Anlagen im zweiten Teil des Beitrages.
PV UND WÄRMESCHUTZ GUT KOMBINIEREN
Der Solar-Boom ist weiter ungebremst, denn immer mehr Hausbesitzer wünschen sich eine PV-Anlage auf dem Dach, um eigenen Strom für E-Autos oder Wärmepumpen zu erzeugen. Zudem hat der Gesetzgeber die Einspeisevergütung deutlich vereinfacht und unterstützt damit die Nachfrage. Für Dachhandwerker ergeben sich hier sehr gute Möglichkeiten für Aufträge, die auch umfangreiche Dachsanierungen umfassen können. Wichtig ist, die Fallstricke zu kennen!

Auch auf die Substanz eines Daches kommt es an. Vor der Installation einer PV-Anlage sollten erfahrende Dachhandwerker deshalb kritisch auf Schwachstellen prüfen, insbesondere wenn das Dach in die Jahre gekommen und 20 oder sogar 30 Jahre alt ist. Denn es ist sinnvoll, dass die Lebenserwartung der neuen Solaranlage in einer guten Relation zur Lebenserwartung des Daches steht. Für die Hausbesitzer lohnt die hohe Investition ansonsten nicht.
Wenn sich bei der Begutachtung herausstellt, dass eine Neuerung des Daches sinnvoll ist, empfiehlt sich auch hier die Wahl einer Indach-PV-Anlage, da sie viele Vorteile mit sich bringt.
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Fünf Vorteile durch Indach-PV-Anlagen
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harmonische Optik: Eine Indach-Anlage fügt sich kaum sichtbar in das Steildach ein.
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sicheres, dichtes System: Das Indach-System übernimmt alle Schutzfunktionen einer Dacheindeckung und erfüllt die relevanten Anforderungen an Brandschutz, Regensicherheit und Hinterlüftung.
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beugt Schäden vor: Indach-Anlagen verhindern Vermoosung und Flechtenbildung. Auch Tiere können sich nicht unterhalb der Konstruktion einnisten, wie es bei Aufdach-Anlagen immer wieder der Fall ist.
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überlegen bei Auf- und Windlast: Das Gewicht der Module verteilt sich gleichmäßiger auf das Dach und die Anlage bietet keine Angriffsfläche bei starkem Wind.
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langlebig und flexibel: Die Haltbarkeit von Indach-Anlagen liegt bei 30 bis 40 Jahren; ein Austausch einzelner Solarmodule ist ohne großen Aufwand möglich.
Dach- und Elektrohandwerk sind zusammen stark
In den letzten Jahren hat sich die Zusammenarbeit von Dachhandwerkern mit örtlichen Elektrofachbetrieben sehr bewährt. Die gemeinsame Expertise der beiden Gewerke ist wichtig, um die komplexen und sozusagen doppelten Herausforderungen zu meistern: zum einen das Dach als anspruchsvolles Fachgewerk und zum anderen die Gebäude-Elektrik. Gemeinsam gelingt es, gute und sichere PV-Anlagen zu realisieren, mit denen die Hausbesitzer langfristig zufrieden sind. Im Gegensatz dazu stehen reine „Solar-Firmen“, die sich auf die Installation von PV-Anlagen spezialisiert haben, aber weder fundierte Fachkenntnis rund ums Dach noch tiefes Wissen zur Gebäude-Elektrik mitbringen. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt auch, dass die Gewährleistung und Betreuung der PV-Anlagen nach der Installation durch ortsansässige Handwerker sicherer und zuverlässiger ist, als durch die Solar-Betriebe, die vielfach kein Interesse an der Wartung haben. Einige der Firmen verschwinden schnell vom Markt und hinterlassen unschöne Erinnerungen bei Hausbesitzern. Der Preis der PV-Anlage allein ist deshalb nicht entscheidend!
Moderne Indach-Anlagen werden statt Dachziegeln eingesetzt und fügen sich optisch perfekt ein:


Es lohnt sich für Dachhandwerker, mit Hausbesitzern ins Gespräch zu gehen und über die Vorteile einer hochwertigen Arbeit und einer langfristigen Zusammenarbeit zu sprechen, ganz nach dem Motto: Besser etwas mehr investieren, dafür richtig und ohne Risiko!
- fachlich fundierte Bewertung der Ausgangsituation
- fachlich fundierte Beratung rund um das Energie-Gebäudemanagement
- Empfehlung der Lösung, die für das Objekt die Beste ist: die attraktivste Optik, das modernste System, maßgeschneidert für das Haus und die Anforderungen der Besitzer. Keine Empfehlung eines pauschalen System-Paketes
- professionelle Umsetzung durch erfahrene Fachhandwerker inklusive Garantie für höchste Sicherheit und Funktionalität sowie eine nachhaltig wirtschaftliche Lösung
- zuverlässige, qualifizierte Wartungs-, Reparatur- und Serviceleistungen vor Ort
- eine Erweiterung oder Neukonfiguration der PV-Anlage im Falle einer Nutzungsänderung des Lastprofils ist möglich
Dampfbremse – so funktioniert sie
Eine Dampfbremse ist meist eine dünne Folie, die Feuchtigkeit aus der Dämmung heraushalten soll. Dies geschieht, indem sie die Luftfeuchtigkeit im Innen- und Außenbereich angleicht. Im kalten Winter kann Feuchtigkeit durch die Folie eindiffundieren, die im warmen Sommer unter Sonneneinstrahlung wieder ausdiffundiert. Im Gegensatz zu Dampfsperre erlaubt die Dampfbremse damit die Diffusion von etwas Feuchtigkeit. Mit ihrer Wirkweise verhindert sie Schimmelbildung sehr effektiv. Wichtig für die Wirkung ist, dass die Dachfläche nicht verschattet ist – zum Beispiel durch eine Aufdach-PV-Anlage. In diesem Fall würde die wärmende Sonneneinstrahlung fehlen und die Feuchtigkeit im Dach verbleiben statt auszudiffundieren.