Um die Fläche eines Geschosses innerhalb eines Gebäudes zu gliedern und in Räume zu verwandeln, braucht es nichttragende Innenwände. Diese Wände übernehmen keinerlei statische Aufgaben für die Standsicherheit des Gesamtgebäudes, sondern haben lediglich eine raumtrennende oder in manchen Fällen auch wohnungstrennende Aufgabe. Zur Erstellung solcher Wände kommen viele Konstruktionsarten und Baustoffe in Betracht.
Definition einer nichtragenden Innenwand

Auch als Aussteifung für das Gesamtgebäude dürfen solche Innenwände nicht herangezogen werden. Anforderungen an den Schall- und Brandschutz allerdings müssen auch nichttragende Innenwände erfüllen.
Als „leicht“ gelten Trennwände bis zu einer Linien-Eigenlast von maximal 5 kN/m. Eine Ausnahme bilden Wände, die parallel zu den Balken von Decken mit nicht ausreichender Querverteilung stehen. Sie dürfen nur eine Höchstlast von 3 kN/m aufweisen. Erfüllen sie diese Anforderung, können ihre Eigen- und die angehängten Lasten über einen flächig anzusetzenden Zuschlag auf die charakteristische Nutzlast der Decke berücksichtigt werden, es braucht keinen eigenen statischen Nachweis. Das macht den Einsatz solcher leichten Trennwände sehr flexibel, denn sie können im Grunde überall eingezogen und auch wieder demontiert werden ohne Auswirkungen auf die Gesamtstatik.
Hingegen müssen die „schweren Trennwände“ (> 5 kN/m) gemäß der DIN EN 1991-1-1/NA als Linienlasten in der statischen Berechnung der Decken berücksichtigt werden. Der nachträgliche Einbau einer schweren Trennwand ist somit wesentlich aufwändiger.
Worauf ist beim Einbau einer nichtragenden Innenwand zu achten?
Unabhängig vom Baustoff und von der Konstruktionsart gibt es für nichtragende Innenwände bestimmte Anforderungen. Generell müssen alle Innenwände so an die angrenzenden Bauteile angeschlossen werden, dass die Eigen- und Anhängelasten an diese weitergeleitet werden können. Diese Anschlüsse müssen andererseits auch Bewegungen und Formveränderungen der angrenzenden Bauteile aufnehmen können, ohne dass es zu Rissen kommt. Das gelingt am besten durch gleitende Anschlüsse. In direkter Abhängigkeit von Baustoff, Konstruktion und Wandstärke stehen dagegen die sogenannten Grenzabmessungen. Nichtragende Innenwände sollten nur bis zu einer bestimmten Höhe und Breite ausgeführt werden, um noch in sich standsicher zu sein.
Welche Konstruktionsarten gibt es?
Grundsätzlich können nichttragende Innenwände entweder in Massiv- oder in Trockenbauweise ausgeführt werden.
Massive Innenwände

Der Schallschutz einer Massivwand ist entgegen der landläufigen Meinung nicht besonders hoch. Zum einen sind solche Wände akustisch nur schlecht von den angrenzenden Bauteilen (sogenannte Flanken) zu entkoppeln. Zum anderen sind zweischalige „Masse-Feder-Masse“- Systeme besser darin, Körperschall abzudämpfen als einschalige Wände.

Auch von der Logistik her sind Massivwände nur zweiter Sieger: Dichte Steine und Platten wiegen beim händischen Transport mehr, Mörtelsäcke auch, zudem muss Letzterer auch noch vor Ort angemacht werden. Das Verlegen von Leitungen ist aufwändig: Die Schlitze dafür werden händisch gestemmt oder maschinell genutet, nach dem Einlegen der Leitungen müssen diese Schlitze wieder verputzt werden.
Als maximal mögliche Abmessungen z.B. für eine nichtragende Kalksandsteinwand mit 240 mm Wandstärke gelten 6,0 m Höhe und 12,0 m Länge. Bei den massiven Gips-Wandbauplatten sind es 7 m in der Höhe und 15 m in der Länge.
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Trockenbauwände

Grundsätzlich funktioniert Trockenbau, indem auf ein an Wänden und Boden montiertes Ständerwerk aus Metallprofilen oder Rahmenhölzern Werkstoffplatten aus Gips und/oder Holz geschraubt und anschließend vollflächig gespachtelt werden.
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Der Hohlraum zwischen den Ständerprofilen wird mit einer Trennwanddämmung gefüllt. Konstruktionsbedingt entsteht so aus Gipsbeplankung, Trennwanddämmung, Gipsbeplankung das schallschutztechnisch sehr günstige Masse-Feder-Masse-System, wobei die Trennwanddämmung (ganz wichtig: nur Mineralwolle!) die Funktion der schalldämpfenden Feder übernimmt. Die Profile sind standardmäßig in Breiten von 50, 75 und 100 mm verfügbar, was zu möglichen Wandstärken zwischen 75 mm (bei einlagiger Beplankung) und 175 mm (bei dreilagiger Beplankung) führt.
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Trockenbauwände bieten ebenfalls einen exzellenten Brandschutz, da dass in den Gipsplatten enthaltene Kristallwasser im Brandfall feuerhemmend wirkt. Durch die gute Entkopplung der Innenwand von den angrenzenden Bauteilen durch weiche Dichtbänder und der Zweischaligkeit ist der Schallschutz wesentlich besser als einer Massivwand. Dieser Effekt kann durch den Einsatz spezieller Schallschutzplatten und einer Ausführung als Doppelständerwerk noch gesteigert werden. Trockenbau heißt Trockenbau, weil durch den Einbau nahezu keine Feuchtigkeit eingetragen wird, ergo auch nichts abtrocknen muss. Die Anhängelasten hängen davon ab, wie viele Lagen Gipskarton verbaut sind. In einer zweilagig beplankten Wand können bei richtiger Dübelauswahl bis zu 60 kg Einzellast angehängt werden, bei höheren Lasten montiert man schon beim Einbau an entsprechender Stelle eine Traverse oder hinterlegt eine OSB-Platte. Das Legen von Installations- oder Elektroleitungen ist in einer Trockenbauwand denkbar einfach: Die vertikalen Metallprofile sind auf drei Höhen so vorgestanzt, dass sich Leitungen und Leerrohre ganz einfach durchziehen lassen. Bei größeren Rohrdurchmessern (Fallrohr, WC-Abfluss) ist es ratsam, mit einem Doppelständerwerk zu arbeiten.
Die Grenzabmessungen von Trockenbauwänden sind je nach Ausführung deutlich höher als die der Massivbaustoffe. Je nach Ausführung schaffen sie es bis auf eine Höhe von 12 m. Zur maximal zulässigen Wandlänge finden sich interessanterweise keine Herstellerangaben.