Schüttgüter sind im Baubereich nicht wegzudenken. Für jede Aufgabe gibt es eine spezifische Variante. Die verschiedenen Rohstoffe kommen zum Beispiel als Unterbau für Bauwerke und Wege, im Garten- und Landschaftsbau, dem Winterdienst oder als Zuschlagstoff zum Einsatz.
Die verschiedenen Arten von Schüttgütern
Es gibt verschiedene Merkmale und Eigenschaften, nach denen Schüttgüter klassifiziert werden. Zunächst handelt es sich immer um mineralische Rohstoffe. Faktoren für die Unterteilung sind die Korngröße und die Oberflächenstruktur. Es gibt die folgenden Klassen von Korngrößen bei Schüttgütern, die in der ISO 14688 definiert sind:
- Steinmehl
- Sand
- Splitt
- Kies
- Schotter
- Schroppen
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Steinmehl ist das feinste Schüttgut auf dem Markt mit einer Korngröße von weniger als 0,063 Millimetern. Es gibt Steinmehl vulkanischen Ursprungs, aus Tonmaterial und verschiedenen anderen Gesteinsarten. Durch die feine Struktur hat es eine staubige Konsistenz.
Bei Sand handelt es sich um Gesteinsgut mit einem Durchmesser von weniger als zwei Millimetern. Zudem gibt es die Unterscheidung zwischen Rundsand und Brechsand. Rundsand besteht aus abgerundeten Körnern und wird durch Waschen speziell aufbereitet. Brechsand stammt dagegen aus dem Steinbruch und weist kantige Körner auf. Gerade bei Sand sind noch weitere Unterklassen und Gemische bekannt. Ihnen sind teilweise gröbere oder feinere Bestandteile beigemischt, um den Sand für spezifische Aufgaben besser anzupassen.

Die nächste Kategorie bildet Schotter. Mit einer Korngröße von 32 bis 62 Millimetern im Durchmesser handelt es sich bereits um mittelgroße Steine. In den meisten Fällen ist Schotter grobes und kantiges Bruchgestein.
Bruchsteine ab 63 mm Korngröße gehören zur Klasse der Schroppen, der größten Klasse von Schüttgut. Nach oben gibt es kaum eine Begrenzung, was die Korngröße betrifft. So können selbst Felsbrocken oder Findlinge als Schroppen angeboten werden.
Eine weitere Klassifizierung bezieht sich auf den Ursprung. Schüttgüter sind entweder reine Naturbaustoffe oder stammen aus dem Recycling. Naturbaustoffe entstehen durch die Gewinnung in der Natur, beispielsweise in einem Steinbruch. Recycling-Schüttgüter stammen hingegen aus Abbrüchen oder dem Straßenbau. Dort lässt sich mineralisches Material gewinnen, etwa aus Beton- oder Asphaltbruch. Durch Aufbereitung und Zerkleinerung entsteht erneut ein Schüttgut wie Splitt, das wieder im Hoch- und Tiefbau zum Einsatz kommt.
Einsatzmöglichkeiten für Schüttgüter: Vom Unterbau bis zum Gartenweg
Jede Form von Schüttgut hat spezifische Stärken und Einsatzbereiche. Dies zeigt, wie vielseitig die verschiedenen Varianten sind – angefangen beim Steinmehl, das als Bodenhilfsstoff eingesetzt wird. Durch die feine Struktur sind die Mineralien und Spurenelemente gut verfügbar. Steinmehl wird zum Beispiel auf Rasenfläche oder im Obst- und Gemüsegarten ausgebracht, um die Versorgung von Pflanzen mit Mineralstoffen zu verbessern und sie vor Schädlingen zu schützen.

Splitt kommt zum Einsatz, um optische Deckschichten bei einfachen Gartenwegen oder Plätzen anzulegen. Ebenfalls wird Splitt als Ausgleichsschicht im Wegebau als letzte Schicht vor dem Pflaster genutzt. Splitt ist darüber hinaus ein Streumittel für den Winterdienst, wofür feiner und scharfkantiger Splitt bis zu einem Durchmesser von etwa fünf Millimetern genutzt wird.
Kies ist ebenfalls ein vielseitiges Schüttgut. Es kommt unter anderem als Straßenbaumaterial, für den Gleisunterbau oder als Drainagekies zum Einsatz. Im Bausektor ist Kies erforderlich, um Sauberkeitsschichten für Fundamente anzulegen. Eine Mischung aus scharfkantigem Kies und Splitt bringt optimale Eigenschaften als Betonschotter mit. Ebenfalls lassen sich Gartenwege mit Kies anlegen oder Beete gestalten.
Schotter wird ebenfalls vielseitig in der Bauindustrie genutzt. Unter Fundamenten verhindert es das Aufsteigen von Grundwasser oder wird verwendet, um Leitungszonen für Drainageleitungen anzulegen. Gerade Rundsteine sind als Ziersteine beliebt, weil sich damit Beete umranden oder Gabionen füllen lassen.
Auch für Schroppen gibt es ganz spezifische Einsatzzwecke. So kommen sie in erster Linie im Landschaftsbau zur Anwendung. Mit Schroppen lassen sich Hänge befestigen oder ebenfalls Gabionen befüllen. Sie dienen auch zur Dekoration, zum Beispiel als Wasserbausteine oder für Trockenmauern.
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Drainage oder Frostschutz: Spezielle Eigenschaften von Schüttgütern

Drainagekies ist ein weiteres Beispiel für ein Schüttgut mit speziellen Eigenschaften. Es handelt sich um Kies, der gewaschen ist und somit keine Sandbestandteile mehr besitzt. Dadurch ist Drainagekies gut wasserdurchlässig und hält die Fundamente von Bauwerken trocken. Wasser versickert schnell von der Oberfläche und wird so abgeführt.
Qualität und Herkunft: Wissenswertes zu Schüttgütern
Obwohl es sich bei Schüttgütern um nichts anderes als mineralische Rohstoffe in unterschiedlichen Größen handelt, gibt es enorme Unterschiede zwischen den Produkten. Es sind vor allem die technischen Ansprüche, die wichtig sind, um die Anforderungen für verschiedene Einsatzzwecke zu erfüllen.

Für die Trocknungsschicht unter dem Fundament kommt grober Bruchschotter zum Einsatz, für Betonschotter eher kleinere Sortierungen. Bei vielen Herstellern oder Lieferanten gibt es die Möglichkeit, Schüttgüter speziell nach den eigenen Bedürfnissen zu erhalten.
Auch die Herkunft ist ein Qualitätsmerkmal. Besonders dann, wenn Schüttgüter für Dekorationszwecke eingesetzt werden soll, achten viele Nutzer auf die Herkunft. Ein Beispiel ist Oberrheinkies, der durch den Fluss besonders rund geschliffen ist. Als Dekoration im Garten ist unter anderem Moselschiefer wegen seiner Farbe beliebt.