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6. August 2024  (aktualisiert am 2. September 2025)

Schwimmteich im Garten - der ökologische und ökonomische Pool

von  textbroker | 7 Min. Lesezeit | #Schwimmteich  #Biopool  #Selbstreinigungssystem  #Wasserpflanzen  #Teich 

Über die Anzahl der Schwimmteiche in Deutschland liegen keine Zahlen vor. Allerdings wären diese schwer zu ermitteln. Grund dafür ist, dass die meisten als Schwimmteich deklarierten Teiche keine sind. Jedoch ist davon auszugehen, dass die Zahl der Pools in Deutschland jährlich steigt.

Schwimmteich vs. Biopool

Ein Schwimmteich ist ein Biotop, welches ohne Chlor und Filtersysteme ganzjährig eine exzellente Wasserqualität vorweisen kann. Schwimmbadbauer bieten sogenannte Biopools an, die in Anlehnung an einen Schwimmteich konstruiert, aber mit der regulären Schwimmbadtechnik ausgestattet werden.

Schwimmteich mit Holzsteg

Selbstreinigungssysteme im Schwimmteich - der echte Schwimmteich

In Eigenleistung lässt sich ein kleiner Schwimmteich bereits für 2.000 bis 3.000 Euro realisieren. Und was dazu benötigt wird, findet sich in jedem gut sortierten Baumarkt. Allerdings ist es notwendig, vorher ein paar Lehrstunden zum Thema Selbstreinigung von Gewässern und Wasserpflanzen zu nehmen.

Je breiter der bepflanzte Ufergürtel ist, desto sauberer ist im Prinzip das Wasser. Dies kann dazu führen, dass der Nährstoffgehalt in der Mitte des Schwimmteiches so gering ist, dass dort weder Pflanzen wachsen noch Fische leben können.

Eine Liege steht auf einer Terrasse an einem Gartenteich
Wer auf dem Land lebt, nicht an die Kanalisation angeschlossen ist und ein großes Grundstück besitzt, kann einen Klärteich anlegen. Wird dieser mit Sachverstand ausgebaut, ist die Wasserqualität so gut, dass dem Badevergnügen nichts im Wege steht – ganz ohne Chlor und Filteranlage. Und dies, obwohl das Abwasser des Haushalts in den Teich einfließt.
Verschiedene Rohrpflanzen, Schilf und einige Wasserpflanzen helfen dabei, dieses Ziel zu erreichen. Diese Gewächse nehmen alle organischen Stoffe auf und nutzen diese für das eigene Wachstum. So entsteht reines, sauberes Wasser, bei dem der Anteil der Schwebeteilchen extrem gering ist. Hierbei handelt es sich quasi um eine natürliche Kläranlage. Allerdings muss beachtet werden, dass dann im Haushalt verschiedene Reinigungsmittel nicht verwendet werden dürfen, damit die Pflanzen nicht geschädigt werden.

Was beim Anlegen des Schwimmteichs zu beachten ist

Ein von der Natur geschaffener Teich oder See besitzt fast immer mindestens einen Zulauf, über welchen das Gewässer gespeist und aufgefüllt wird. Dieser Zulauf fehlt bei einem künstlich angelegten Schwimmteich. Deshalb muss hier mit etwas Technik nachgeholfen werden. In der Regel reicht es aus, wenn eine Solarpumpe aus der Teichmitte Wasser in den Pflanzengürtel am Ufer pumpt. Oder die Pumpe wird als künstliche Strömung eingesetzt, sodass das Wasser automatisch durch den Pflanzengürtel gespült wird, was eine sehr effiziente Methode ist.

Bei großen Teichen können auch zwei oder mehr Pumpen mit Solarbetrieb eingesetzt werden. Diese Pumpen arbeiten automatisch, denn sie springen an, sobald genügend Sonnenlicht auf die Kollektoren trifft. Eine gebräuchliche 12 Volt-Gleichstrompumpe als Tauchpumpe liefert bei einer Förderhöhe von zwei Metern etwa 7.500 Liter Wasser je Stunde. Bei rund 10 Stunden Betriebszeit macht dies 75.000 Liter. Ein Schwimmteich mit 50 Quadratmetern Fläche bei einer durchschnittlichen Tiefe von einem Meter fasst 50.000 Liter. Wird der Schwimmteich moderat genutzt, ist eine solche Pumpe ausreichend, um permanent eine erstklassige Wasserqualität zu etablieren.

Ein der Natur nachempfundener Schwimmteich benötigt Fläche und Tiefe. Beim Anlegen gilt:

  • Der Teich muss stufenweise angelegt werden, wobei das Zentrum der tiefste Punkt sein sollte.
  • Sollen Fische im Schwimmteich ausgesetzt werden, muss tiefer ausgehoben werden, damit die Tiere bei zugefrorenem See überleben können.
  • Der Flachwasserbereich sollte beim Aushub mindestens 50 Zentimeter betragen.
  • Der tiefste Punkt sollte 1,50 Meter nicht unterschreiten.
  • Die Teichfolie sollte großzügig überlappend ausgelegt werden.
  • Außerdem sollte die Teichfolie weit über den Rand des Beckens ragen, damit sich dort ein sumpfiges Gelände bilden kann.
  • Abgedeckt wird die Folie mit Erde, Sand und Kies, sodass eine Schicht von mindestens 30 Zentimetern entsteht.
  • Das Einsetzen der geeigneten Pflanzen erfolgt von der Mitte nach außen. Bei einigen Pflanzen kann es notwendig sein, diese an der Wurzel mit Steinen zu beschweren, damit sie nicht aufschwimmen.
  • Anschließend wird der Teich mit langsam fließendem Wasser befüllt, um den noch lockeren Boden nicht partiell wegzuspülen.
  • Nun ist Geduld gefragt! Es dauert mindestens sechs Wochen, bis sich der Boden gesetzt hat und die Pflanzen angewachsen sind. Erst dann sollte das erste erfrischende Bad genossen werden.
Schwimmteich mit Steinen und Leiter von einem Holzsteg aus

Auf lange Sicht setzen sich Schwimmteiche durch

Die exzellente Auftragslage in der Pool-Branche und der Trend zum privaten Schwimmbad sind der Politik und den Umweltschützern nicht entgangen. So hat Bundeswirtschaftsminister Habeck eine neue Kurzfristenenergiesicherungsverordnung formuliert, die vom Bundestag verabschiedet werden soll. In der Verordnung wird verboten, Pools im Winterhalbjahr mit Strom oder Gas zu beheizen. Dass dieses Verbot kaum zu kontrollieren ist und dem Verbot falsche Zahlen zugrunde liegen, haben inzwischen mehrere Artikel in überregionalen Zeitungen und Magazinen thematisiert.

Damit aber nicht genug, denn auch der Wasserverbrauch ist bei einigen Adressen ein störender Faktor. Aufgrund von Wassermangel mussten in den vergangenen Sommern in Süd- und Ostdeutschland, in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in einigen Kreisen Wassersparmaßnahmen ergriffen werden. Bislang wurde das Befüllen der Pools in Deutschland nicht verboten. Allerdings hat die politische Führung bereits angekündigt, dass ein Verbot der Nutzung von Trinkwasser für Pools durchaus denkbar ist, sollte sich die Lage weiter verschärfen.

Anders in Österreich, wo in einigen Regionen in der Steiermark und in Kärnten unter Androhung eines Bußgeldes von bis zu 3.000 Euro ein Befüllungsverbot für private Pools erlassen wurde. Die mit 10 Prozent rückläufigen Niederschläge in diesen Regionen machten diese Maßnahmen notwendig, so die lokalen Behörden. Allerdings wird dieser Weg nicht überall in der Alpenrepublik eingeschlagen. In Oberösterreich werden die Zeiten, in denen Pools befüllt werden dürfen, von den Wasserversorgern festgelegt. Darüber hinaus ist eine zweckgebundene Sonderabgabe für Poolbesitzer in Planung. Mit den Einnahmen soll die regionale Wasserversorgung ausgebaut und optimiert werden.

Vom Befüllungsverbot, Heizverbot, von Sonderabgaben und festgelegten Befüllungszeiten sind echte Schwimmteiche ausgenommen. Schließlich müssen diese nur einmal befüllt werden, sie klären sich selbsttätig und sie besitzen keine Heizung.

Schlussbemerkungen zum Thema Schwimmteich

Ein echter Schwimmteich ist in jeder Hinsicht dem herkömmlichen Pool vorzuziehen. Das Wasser ist frei von Chemikalien und er reinigt sich selbst. Der Schwimmteich kann zugleich als Regenauffangbecken und somit zur Gartenbewässerung genutzt werden, sofern der Teich ausreichend groß angelegt wurde. Das Poolwasser eignet sich nicht hierfür, denn durch den Chlorgehalt würden die meisten Pflanzen geschädigt. Die Nutzung von Solarpumpen, sofern diese überhaupt notwendig sind, macht den Betrieb eines Schwimmteiches einfach, kostengünstig und nachhaltig. Zudem siedeln sich binnen kurzer Zeit zahlreiche Tiere an, darunter Amphibien sowie Libellen. Zudem ist ein Schwimmteich nachhaltig, trägt zur Gesunderhaltung bei und ist energiepolitisch unbedenklich.

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