Die SVLFG-Unfallstatistik macht deutlich, dass noch zu viele Arbeitsunfälle im Bereich Garten- und Landschaftsbau passieren – Präventionsmaßnahmen und sicherheitsgerechtes Verhalten helfen, Unfälle zu vermeiden!
Die Statistik der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) 2021 zeigt zwar, dass die Zahlen der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle im Gartenbau und bei Landschaftspflegearbeiten rückläufig sind. Trotzdem wurden 2021 12.957 Unfälle verzeichnet, zwei davon endeten tödlich. Im Jahr 2020 waren es 13.404 Unfälle mit acht tödlich Verunglückten. Gerade kleine Betriebe trifft der Ausfall eines Mitarbeiters hart. Meldepflichtig sind Unfälle, die eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen verursachen sowie tödliche Unfälle.
Nach wie vor hohes Unfallrisiko
Der Bereich Gartenbau und Landschaftspflege nimmt nach wie vor Rang zwei der SVLFG-Unfallstatistik ein. Die SVLFG führt diesen hohen Anteil am Gesamtunfallgeschehen unter anderem darauf zurück, dass die betroffenen Personen sehr häufig auf Baustellen mit naturgemäß höherem Unfallrisiko arbeiteten. Schwere und schwerste Arbeitsunfälle passierten bei Tätigkeiten mit Erdbaumaschinen, Fahrzeuggespannen sowie bei Baumfäll- und Entastungsaktionen. Gut ausgebildete Fachkräfte und moderne, gut gewartete Fahrzeuge, Maschinen und Geräte sorgen für mehr Arbeitssicherheit auf der Baustelle.
Vorsicht Schadholz
Bei Baumpflegearbeiten einschließlich der Schnittgutverarbeitung ereigneten sich im Berichtsjahr 1.463 Arbeitsunfälle (2020: 1.566). Bei Baumfällungen und der Holzaufarbeitung einschließlich des Transports verunglückten 563 Personen (2020: 622). Mit 1.850 Unfällen zählt der Strauch- und Heckenschnitt ein-schließlich der Schnittgutverarbeitung ebenfalls zu den risikoreichen Tätigkeiten innerhalb des Bereichs Gartenbau und Landschaftspflegemaßnahmen (2020: 1.864). Bei den Verletzungen durch Handsägen fällt auf, dass Baumpflege- und Entastungssägen (Japansägen) besonders schwere Handverletzungen verursacht haben.

Sonstige Unfallursachen
1.684 Menschen verletzten sich, weil sie gestolpert oder ausgerutscht sind (2020: 1.791). Alleine an Böschungen und an Hängen verunglückten in diesem Zusammenhang 274 Personen (2020: 275). 255 Menschen stürzten von Anlegeleitern (2020: 230). Außerdem verletzten sich 556 Personen an Ästen (2020: 650) und weitere 415 an Dornen und Stacheln (2020: 496) so schwer, dass ihr Unfall der SVLFG gemeldet werden musste.
Berufskrankheiten – Hautkrebs und Lärmschwerhörigkeit besonders häufig Für 2021 weist die SVLFG-Statistik insgesamt 4.615 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit aus (2020: 4.666). Weißer Hautkrebs durch natürliche UV-Strahlung ist die mit Abstand am häufigsten gemeldete Hauterkrankung. Insgesamt wurden der SVLFG 2.494 Anzeigen auf Verdacht einer Hautkrankheit angezeigt (2020: 2.552). Im Berichtsjahr wurden zudem 489 Fälle von Lärmschwerhörigkeit angezeigt (2020: 581). Sowohl Hautkrebs als auch Lärmschwerhörigkeit kann durch geeignete Schutzmaß-nahmen vorgebeugt werden.
Jährliche Unterweisungen schärfen Bewusstsein
Sein eigenes Verhalten reflektieren und korrigieren – das ist der Sinn der jährlich durchzuführenden Unterweisungen. Die gesetzlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften verlangen, dass vor der Aufnahme der Tätigkeit, bei Änderungen des Arbeitsverfahrens und danach mindestens einmal im Jahr zu den Unfall- und Gesundheitsgefahren unterwiesen wird. Die SVLFG bietet auf ihrer Webseite im Downloadbereich unterstützendes Material dafür an. Die Aufteilung nach Branchen ermöglicht, schnell das Passende zu finden. Für ausländische Beschäftigte stehen Unterweisungshilfen in Fremdsprachen zur Verfügung, ein Unterweisungsbuch hilft bei der Dokumentation.
Gefährliche Maschinen
Die fünf unfallträchtigsten Maschinen und Geräte im Gartenbau bzw. in der Landschaftspflege waren 2021 mit jeweils meldepflichtigen Arbeitsunfällen:
- Heckenscheren: 769 (2020: 695)
- Handsägen: 297 (2020: 296)
- Motorsägen: 241 (2020: 289)
- Trennschleifer: 221 (2020: 232)
- Bagger: 220 (2020: 231)