Sie gelten als besonders hart, robust und langlebig: Pflastersteine sind die Klassiker für alle Wege und Flächen rund ums Haus. Je nach Format und Farbe der Steine lassen sich einzigartige Muster verlegen, einige Pflastersteine bieten sogar wichtige Funktionen für den Untergrund. Unter dem Begriff Pflastersteine sammelt sich eine Vielfalt an verschiedenen Varianten, die sich im Wesentlichen durch das Material unterscheiden. Die drei wichtigsten Arten sind die Natursteinpflaster, die Betonpflaster und die Pflasterklinker. Hart sind sie alle, die Unterschiede liegen vor allem in der Maßhaltigkeit, in den möglichen Formaten und in der Farbe.
Natursteinpflaster: die aus der Natur kommen
Für Natursteinpflaster kommen eine ganze Reihe von Gesteinsarten in Frage, hauptsächlich sind das Tuffstein, Granit, Basalt, Marmor, oder auch Grauwacke. Kalkstein, Travertin, Sandstein und Feinsandstein gehören zu den sogenannten Sedimentgesteinen, deshalb sind sie etwas weicher, was dem Einsatz als Pflasterstein aber nicht im Wege steht. Natursteinpflaster aus den genannten Gesteinsarten nehmen nur einen sehr geringen Anteil an Feuchtigkeit auf, sie sind daher beständig gegen Frost und auch gegen Tausalz. Auch Säure (z. B. saurer Regen) kann ihnen nichts anhaben. Aufgrund ihrer Härte gelten Natursteine als abriebfest und die meist raue Oberfläche macht sie zudem rutschfest.
Um Natursteine auf eine handliche und verlegbare Größe zu bringen, werden sie in der Regel gespalten. Dadurch entstehen an allen sechs Seiten sehr unregelmäßige Oberflächen, die mangelnde Maßhaltigkeit muss über entsprechend breite Fugen ausgeglichen werden. Genauer wird es, wenn zumindest die Ober- und Unterseite gesägt wird, das erleichtert die Verlegung erheblich. Schließlich bieten einige Hersteller auch eine Kalibrierung der Unterseite an, um die Steine fast millimetergenau auf eine einheitliche Stärke zu bringen.
Im Handel lassen sich in der Regel drei Formate von Natursteinpflaster finden: Großformate haben Abmessungen von 12-22 cm in der Länge, 12-16 cm in der Breite und 13-16 cm in der Höhe. Übliche Kleinformatsteine sind würfelförmig mit Kantenlängen zwischen 8 und 10 cm. Noch kleiner ist das ebenfalls würfelförmige Mosaikformat mit Kantenlängen zwischen 4 und 6 cm. Bei den Verlegemuster gibt es bei Natursteinpflaster fast keine Grenzen. Stabil wird eine gepflasterte Fläche, wenn sie von Randsteinen eingefasst ist, die in Magerbeton gesetzt werden. Sind die Fugen mit Sand oder Splitt verfüllt, wird das Pflaster mit einer gummibewehrten Rüttelplatte in das Sandbett gedrückt und es entsteht eine hochbelastbare und unverrückbare Pflasterfläche.

Betonpflaster: die aus dem Werk kommen

Ziel ist es, möglichst viel Niederschlagswasser direkt auf der Pflasterfläche versickern zu lassen. Dazu muss – neben der richtigen Steinauswahl – natürlich der Untergrund auch aufnahmefähig sein, was man durch eine entsprechend angelegte Tragschicht erreicht. Auch sollten die Fugen wasserdurchlässig sein. Am besten eignen sich Splittfugen mit einer natürlichen Gesteinskörnungen aus mineralischen Bestandteilen in Korngrößen von 1/3, 2/5 oder 2/8 mm. Als Verbundpflaster bezeichnet man Betonpflastersteine, die beim Verlegen sowohl vertikale als auch horizontale Verbundwirkung erreichen. Diese Pflastersteine werden zum Pflastern von Flächen verwendet, bei denen eine besonders hohe Tragfähigkeit benötigt wird. Verbundpflastersteine sind etwa die Betonwabenverbundsteine, Betonwellensteine oder die sogenannten Knochensteine.
Pflasterklinker: die aus dem Ofen kommen
Aus einem Ton-Lehm-Gemisch werden Pflasterklinker und Pflasterziegel hergestellt. Im Strangpressverfahren werden aus dieser Mischung zunächst Rohlinge geformt, anschließend getrocknet und später gebrannt. Klinker- und Ziegelpflaster unterscheiden sich vor allem durch die Brenntemperatur, was zu unterschiedlichen Eigenschaften führt. Klinker werden Temperaturen von 1.200°C bis 1.300°C ausgesetzt, was zu einem Verschwimmen der Oberfläche, der sogenannten Versinterung führt. Dadurch werden die Klinker dichter und haben eine fast porenfreie Oberfläche, was die Wasseraufnahmefähigkeit auf unter 2 % drückt und die Klinker so frostfest macht.

Welches Pflaster für welchen Einsatz?
Der Einsatzzweck der verschiedenen Pflastersteine richtet sich im Grunde hauptsächlich nach der erwarteten Belastung. Wird mit hohen Lasten gerechnet – etwa bei Garagen- oder Hofeinfahrten – sind Beton- und die harten Natursteine wie Granit oder Basalt empfehlenswert. Die bieten vor allem eine hohe Abriebbeständigkeit, die beim Befahren mit einem PKW wichtig ist.
Für Gartenwege oder Terrassen können es auch die weichen Sedimentgesteine wie Sandstein, Kalkstein oder Travertin sein. Generell ist es ratsam, auf Flächen, die hauptsächlich zu Fuß genutzt werden, mehr Wert auf eine gute Oberfläche der Steine zu legen. Sie sollte vor allem rutschhemmend sein, aber nicht so unruhig, dass kein Tisch oder Stuhl darauf gut steht. Wem eine möglichst lebendige Farbgebung priorisiert, kommt um Betonsteine aus den oben genannten Gründen nicht herum.
Tipps für das Verfugen von gepflasterten Flächen

Wie werden Pflastersteine gereinigt?

Wer keinen Hochdruckreiniger zur Verfügung hat, nutzt Flächenreiniger für Pflastersteine aus dem Baumarkt. Mit lauwarmem Wasser, einer weichen Bürste und einem pH-neutraler Reiniger lassen sich auch weiche, poröse Natursteine gut reinigen. Um Pflastersteine mit dem Geheimtipp Soda zu reinigen, werden 10 Liter heißes Wasser und 100 Gramm Soda miteinander gemischt. Diese Mischung ist mit einer Bürste auf die zu reinigende Fläche aufzutragen und etwa 6 Stunden einwirken zu lassen. Anschließend wird mit klarem Wasser abgespült. Wichtig ist, dass ausschließlich Pflastersteine aus Beton mit Soda zu reinigen sind. Soda ist ein stark alkalisches Mittel und eignet sich nicht für empfindliche Natursteine.