Die Zwischensparrendämmung ist eine besondere Technik, die vor allem bei Steildächern eingesetzt wird. Sie kommt zum einen in Neubauten zum Einsatz, ist zum anderen aber auch eine interessante Option bei der Erneuerung oder energetischen Sanierung des Daches. Welche Vorteile die Zwischensparrendämmung bietet und was bei dieser Technik zu berücksichtigen ist, erläutert dieser Beitrag.
Aufbau der Zwischensparrendämmung: Materialien und Montage
Bei der Zwischensparrendämmung wird Dämmmaterial in den Räumen zwischen den Sparren der Dachkonstruktion eingebracht. Dieser Raum, der durch die Höhe der Sparren definiert wird, ist ohnehin nicht nutzbar. In Wohnhäusern sind Sparren mit einer Höhe von rund 24 Zentimetern üblich. Dieser Raum ist mehr als ausreichend für eine effektive Dachdämmung.
Bei den Materialien gibt es eine breite Auswahl an Optionen.
- Meist kommen Dämmplatten zum Einsatz
- Klassiker: Mineralwolle
- Nachhaltige Alternativen: Holzfaser, Hanf, Schafwolle
- Weitere Option: Einblasdämmung mit Zellulose (zwischen die Sparren eingeblasen)
Passend dazu

Im nächsten Schritt erfolgt die Installation der Wärmedämmung. Dafür werden die Dämmplatten auf die passende Breite geschnitten, sodass sie zwischen den Sparren klemmen. Anschließend wird auf der Wärmedämmung eine Luft- und Dampfbremse verlegt, die verhindert, dass Feuchtigkeit aus der Raumluft des Hauses in die Wärmedämmung diffundiert.
Auf die fertige Zwischensparrendämmung wird dann eine Konterlattung montiert. Sie dient als Untergrund für die Innenverkleidung, die dann die neue Wand im Dachgeschoss darstellt. Für die Verkleidung kommen Holzpaneele und OSB- oder Gipskartonplatten in Betracht.
Zwischensparrendämmung in der Sanierung: Wann ist diese Lösung sinnvoll?

Wer sich für den nachträglichen Ausbau des Dachgeschosses entscheidet, um die Wohnfläche zu vergrößern, der hat mit der Zwischensparrendämmung eine effektive Option zur Verfügung. Diese Form der Dämmung beansprucht nur wenig Platz im Innenraum. Damit bleibt die Nutzfläche für die Wohnräume weitestgehend erhalten.
Die Zwischensparrendämmung ist in der energetischen Sanierung zudem immer dann eine gute Lösung, wenn die bestehende Dachkonstruktion in der Höhe nicht wachsen soll oder darf. Das ist zum Beispiel bei Reihenhäusern der Fall, wenn das Dach auf der Höhe der Nachbarhäuser bleiben soll.
Außerdem ist die Kombination mit einer Aufsparrendämmung eine weitere Option. Diese Lösung kombiniert die Vorteile beider Varianten: einen flachen Aufbau bei hoher Dämmleistung.
Vor- und Nachteile der Zwischensparrendämmung
Diese Form der Dachdämmung hat spezifische Vor- und Nachteile.
Zunächst handelt es sich um eine kostengünstige Option, um die Dämmung des Daches deutlich zu verbessern. Wer handwerklich etwas begabt ist, der kann die Dämmung sogar selbst durchführen. Dann lässt sich ein typisches Dach eines Einfamilienhauses schon für einige hundert Euro dämmen. Übernimmt ein Fachbetrieb die Arbeit, dann liegen die Kosten üblicherweise zwischen 50 und 100 Euro pro Quadratmeter.

Weitere Vorteile:
- Platzsparend: Die Zwischensparrendämmung benötigt keinen zusätzlichen Raum
- Kein Dachaufbau nötig: Das Dach bleibt in seiner Höhe unverändert.
- Kein Raumverlust: Das Dachgeschoss behält sein Volumen und die volle Nutzfläche.
- Guter Dämmwert: Im Vergleich zur Untersparrendämmung wird eine deutlich bessere Dämmleistung erzielt.
- Verbesserter Schallschutz: Geräusche von außen werden gedämpft.
- Bessere Raumakustik: Die akustischen Eigenschaften im Dachgeschoss verbessern sich.
- Hitzeschutz im Sommer: Die Dämmung verhindert ein schnelles Aufheizen des Dachgeschosses.
- Isolierung gegen Wärme von außen: Eindringende Hitze wird wirksam abgehalten.
Der zentrale Nachteil der Zwischensparrendämmung ist, dass ein sehr sorgfältiges Arbeiten erforderlich ist. Das gilt vor allem für die Installation der Luft- und Dampfbremse. Bereits kleine Spalten sorgen schnell dafür, dass sich eine Wärmebrücke bildet, über die Feuchtigkeit in der Dämmschicht kondensiert. Das führt zur Verminderung der Wärmedämmleistung sowie zur Schimmelbildung. Entsprechend kompliziert ist die Montage der Dampfsperre. Zudem ist es vorher erforderlich, die gesamte Verkleidung im Innenbereich zu entfernen, sofern eine solche vorhanden ist.
Fördermittel für die Zwischensparrendämmung

Existiert für das Gebäude ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP), den ein zertifizierter Energieberater erstellt hat, dann erhöht sich die Förderung um fünf Prozent auf insgesamt 20 Prozent. Förderfähig sind alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Dämmung entstehen, also auch eine Neueindeckung des Daches, sofern dies erforderlich ist.
Zu beachten ist, dass die Zwischensparrendämmung die technischen Mindestvoraussetzungen des Förderprogramms erfüllen muss. Vorgeschrieben ist ein Wärmedämmwert von 0,14 W/m²K, um eine Förderung zu erhalten. Bei Dachgauben sind 0,20 W/m²K erlaubt. Diese Vorgabe lässt sich mit dem Einsatz von Mineralwolle mit einer Dämmschicht von rund 30 Zentimetern erreichen. Die hohen Anforderungen lassen sich zum Beispiel durch den Einsatz von Dämmmaterial mit einer besonders guten Wärmedämmleistung – wie etwa PIR-Dämmplatten – erfüllen. Alternativ gibt es die Option, die Höhe der Sparren durch Aufdopplung mit zusätzlichen Holzlatten zu vergrößern. Dadurch steht mehr Platz für die Zwischensparrendämmung zur Verfügung, sodass sich die Wärmedämmleistung verbessert.
Zusätzlich gibt es einen Ergänzungskredit der KfW für Sanierungsmaßnahmen. Für Einzelmaßnahmen nach der Bundesförderung für effiziente Gebäude sind bis zu 120.000 Euro mit einem günstigen Zinssatz verfügbar. Liegt das zu versteuernde Einkommen des Haushalts unter 90.000 Euro im Jahr, dann ist eine weitere Zinsvergünstigung möglich. Wichtig ist, dass Hausbesitzer die Fördermittel und Kredite vor Beginn der Maßnahme beantragen.