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15. Juli 2022  (aktualisiert am 11. Juli 2025)

Deton – Ein nachhaltiger Baustoff ersetzt Beton

von  textbroker | 7 Min. Lesezeit | #Deton  #Beton  #Dämmbeton  #Baustoffe  #klimaneutral 

Beton ist ein häufig genutztes Baumaterial. Jedoch entstehen bei der Produktion enorme Mengen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid. Aus diesem Grund weist Beton eine schlechte Klimabilanz auf und steht in der Kritik. Mit Deton steht nun eine Alternative bereit, die deutlich umweltfreundlicher und nachhaltiger ist. Zudem besitzt dieser Baustoff noch eine Reihe positiver Materialeigenschaften.

Was ist der Unterschied zwischen Deton und klassischem Beton?

Deton ist ein Baustoff, der in derselben Funktion wie Beton zum Einsatz kommt. Die 2017 gegründete Unternehmensgruppe DETON hat dieses Material mit dem Ziel entwickelt, einen nachhaltigen und hochwertigen Baustoff für Wohngebäude bereitzustellen. Der zentrale Unterschied zwischen klassischem Beton und Deton liegt in der Zusammensetzung. Beide Baustoffe sind eine Kombination aus Bindemitteln und Zuschlagstoffen. Beton besteht ungefähr zu einem Viertel aus Zement. Dieser Stoff steht im Mittelpunkt der Klimadiskussion, denn die Zementindustrie erzeugt den größten Anteil an Kohlenstoffdioxid im Produktionsprozess von Beton.

Zement in einem Eimer
Bei Deton hingegen ist der Anteil an Zement um 33 Prozent reduziert. Ausgeglichen wird das fehlende Bindemittel durch mineralische und organische Adhesive. Hierbei handelt es sich unter anderem um Pflanzenfasern, einem natürlichen und nachwachsenden Rohstoff. Ebenfalls kommen recycelte Füllstoffe zum Einsatz. Diese Kombination aus reduziertem Zementanteil und Pflanzenstoffen, die Kohlenstoffdioxid speichern, sorgt für die neutrale CO₂-Bilanz von Deton. Einer der Zuschlagstoffe in Deton ist Schaumglas. Dieses wird aus recyceltem Glas hergestellt und besteht aus großen Luftporen. Diese in sich geschlossenen Luftporen reduzieren das Gewicht des fertigen Baumaterials. Im Vergleich zu klassischem Beton weist Deton somit eine deutlich niedrigere Rohdichte auf. Diese liegt unter 800 Kilogramm pro Kubikmeter. Leichtbeton hat eine Rohdichte von knapp über 800 Kilogramm pro Kubikmeter, während regulärer Beton bis zu 2.000 Kilogramm pro Kubikmeter Dichte aufweist. Gleichzeitig sind diese Lufteinschlüsse dafür zuständig, die Wärmedämmeigenschaften von Deton zu verbessern.

Die Vorteile von Deton

Deton bringt als CO₂-neutraler Baustoff zum einen den Vorteil mit, dass ein klimafreundliches Bauen möglich ist. Solche Lösungen sind für die Zukunft wichtig, denn die Baubranche ist jährlich für etwa sechs bis acht Prozent des weltweiten CO₂-Ausstoßes verantwortlich. Zum anderen hat Deton noch eine Reihe weiterer positiver Eigenschaften. Der Verbau ist ohne Dämm- und Abdichtstoffe auf Basis von Erdölprodukten wie etwa Bitumen möglich. Auch hier unterscheidet sich Deton vom klassischen Beton. Stahlarmierungen werden bei Deton ebenfalls nicht benötigt.

Gebäude, die mit Deton errichtet werden, weisen darüber hinaus bessere Wärmedämmeigenschaften auf als dies mit dem Einsatz von Beton möglich wäre. Dies gelingt durch ein spezielles Anmischverfahren, das vom Hersteller patentiert wurde, sowie durch die Zuschlagstoffe. Dadurch besitzen Wände aus Deton ohne weitere Maßnahmen bereits gute Wärmedämmeigenschaften. Auf diese Weise ist es möglich, mit Deton den Passivhausstandard bei einer Wandstärke von nur 50 mm zu erreichen. Hier erreichen Wände eine Wärmeleitfähigkeit von λ 0,185 W/(m•K).

Beton wird glattgezogen
Im Sommer besitzen Gebäude aus Deton zusätzlich sehr gute Wärmeisoliereigenschaften. Dies verhindert ein schnelles Aufheizen an sonnigen Tagen. Gleichzeitig wird durch die gute Wärmedämmeigenschaft von Deton der Aufbau von Wänden vereinfacht. In der modernen Bautechnik mit klassischen Lösungen wird mittlerweile fast immer mit Wärmedämmverbundsystemen gearbeitet. Diese WDV-Systeme bestehen aus einer Kombination von teilweise umweltschädlichen Stoffen. Dazu gehören Polystyrol für die Dämmschichten oder auch Biozide, die zum Einsatz kommen, um den Bewuchs mit Algen und Pilzen einzudämmen. Immer wieder sind solche WDV-Systeme auch mit chemischen Mitteln behandelt, um die Brandgefahr zu reduzieren.

Alle diese Maßnahmen lassen sich durch den Einsatz von Deton verhindern. Ein Verbundsystem für die Wärmedämmung ist nicht mehr erforderlich. Darüber hinaus ist Deton als mineralischer Baustoff vollkommen feuerfest. Maßnahmen zur Gewährleistung des Brandschutzes sind somit nicht notwendig. Zudem ist Deton durch die Zusammensetzung und das besondere Verfahren beim Gießen vor dem Eindringen von Feuchtigkeit geschützt. Die Oberfläche ist trotz der Luftporen geschlossen und eben. Somit spielen auch Probleme wie die Schimmelbildung oder langfristige Beeinträchtigungen des Materials durch Staunässe keine Rolle.

Eine Behandlung der Fassade mit teilweise toxischen Schimmelhemmern entfällt dementsprechend auch. Der Rückbau von Gebäuden aus Deton ist somit einfacher, kostengünstiger und umweltfreundlicher. Der Baustoff ist vollständig recycelbar, da nur natürliche und mineralische Bestandteile vorhanden sind. Gebäude mit Wärmedämmverbundsystemen müssen oftmals Schicht für Schicht zurückgebaut werden. Nur so ist eine Trennung der zahlreichen Materialien möglich. Deton hingegen besteht aus einem einheitlichen Material, sodass spezielle Sorgfalt beim Abriss nicht erforderlich ist.

In welchen Bereichen ist der Einsatz von Deton möglich?

Deton ist in erster Linie als Baustoff für Wohngebäude konzipiert. Hier ermöglicht Deton die Umsetzung der strengen aktuellen Bauvorschriften wie bei dem Bau von Passivhäusern. Grundsätzlich ersetzt Deton in vielen Anwendungsbereichen Beton und ist somit eine multifunktionale Lösung. Auf Grund der wärmeisolierenden Eigenschaften bietet sich die Verwendung im Bereich der Wohnimmobilien an. Aus diesem Grund wird Deton auch als Dämmbeton bezeichnet.

Hochhausbau mit Kran und Gerüst

Zudem ist Deton speziell für die Verwendung in innovativen Bautechniken konzipiert. Primär ist der Baustoff so für die Verarbeitung mit 3D-Druckern ausgelegt. Der Hersteller hat Deton speziell für die 3D-Betonmodellierung ausgelegt. Mit Deton 3D befindet sich eine Variation im Testverfahren, die besonders gut für die Verarbeitung mit 3D-Druckern geeignet ist. Hier kommt das Extrusionsverfahren zum Einsatz, bei dem Deton 3D unter Druck in Schalungen gepresst wird. Schicht für Schicht entsteht so ein komplettes Gebäude.

Die Technik des 3D-Drucks kommt im Hausbau immer öfter zum Einsatz. Sie könnte sich in naher Zukunft als eine der Optionen für den Bau von Einfamilienhäusern und auch größeren Gebäuden etablieren. In Kombination mit Baustoffen wie Deton ist nicht nur ein klimaneutrales Bauen möglich, sondern es lässt sich auch ein hoher Grad an Automatisierung damit erreichen. Mit digitalen Modelldaten, smarten 3D-Druckern sowie dem passenden Baustoff wie Deton ist es möglich, Gebäude mit minimalem manuellem Einsatz in kurzer Zeit zu errichten.

Wann wird Deton verfügbar sein?

Im Herbst 2021 erhielt die Unternehmensgruppe DETON eine Einzelzulassung für den Einsatz des Baustoffs. Diese gilt für eine erste Projektentwicklung. Weitere Bauvorhaben sind bereits geplant. Diese betreffen vor allem den Wohnungsbau. Basierend auf den Erfahrungen und Tests mit diesen Projekten kann dann eine Zulassung beantragt werden. Eine generelle, bauaufsichtliche Zulassung wird für das Jahr 2023 erwartet. Ab diesem Zeitpunkt wäre dann auch der breite Einsatz von Deton bei Bauprojekten aller Art möglich. Langfristig strebt die Unternehmensgruppe die Etablierung eines DIN-Standards an. Auf diesem Weg sind dann die Zusammensetzung und bauphysikalische Eigenschaften für Deton klar reguliert.

In 2023 agierte die DETON Construction GmbH bei mehreren Projekten als Generalunternehmer. Es wurden bereits Wohnungsbauprojekte realisiert. Das Unternehmen hat die weltweiten, europäischen und mehrere nationale Patente angemeldet, auch für spezielle 3D-Drucker, mit denen der Hausbau mit DETON erheblich preisgünstiger als mit Beton sein soll. Die allgemeine Zulassung von DETON als Baustoff durch das Deutsche Institut für Bautechnik wird noch für 2023 erwartet.

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