Es gibt zahlreiche verschiedene Materialien, bei denen während der Lagerung sowie der Schadstoffentsorgung spezielle Regelungen beachtet werden müssen. Ansonsten gehen von diesen Stoffen teilweise beachtliche Gefahren aus. Diese Substanzen finden sich in unterschiedlichen Objekten wie etwa elektrischen Geräten und sind dort mitunter recht unauffällig. Schadstoffe entsorgen heißt verantwortungsbewusst handeln, denn die meisten gefährlichen Substanzen schädigen die Gesundheit, die Luft und das Trinkwasser. Genau deshalb ist es wichtig, dass Sie Schadstoffe aller Art bei einer Schadstoffsammelstelle abgeben.
Welche Schadstoffe gehören auf Recyclinghöfe?
Die Liste an Dingen, die einer besonderen Schadstoffentsorgung zugeführt werden müssen, ist lang. Bei einigen Gegenständen gibt es Feinheiten zu berücksichtigen, die von der genauen Art der Zusammensetzung abhängen. Nur so lassen sich Schadstoffe entsorgen, ohne die Umwelt zu gefährden. Ein sehr gutes Beispiel dafür sind die verschiedenen Leuchtmittel. Die alten Glühbirnen können ebenso wie Halogenleuchtmittel über den normalen Hausmüll entsorgt werden. LED-Leuchtmittel hingegen sind elektronische Bauteile und gehören zu Sammelstellen, wo auch andere technische Geräte wie Schadstoffe zu entsorge sind. Wieder eine Klasse für sich sind die Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren. Diese müssen an zentralen Sammelstellen, bei der Schadstoffsammlung der Landeshauptstadt, beim Schadstoffmobil oder einem der Recyclinghöfe abgegeben werden. Auch Läden nehmen diese Energiesparlampen an, um sie als Schadstoffe zu entsorgen. Eine Abgabe defekter Leuchtmittel ist somit auch bei uns möglich. Vorsicht gilt, wenn Energiesparlampen zerbrochen sind. Hierbei kann giftiges Quecksilber freigesetzt werden. Deshalb müssen Räume mit beschädigten Energiesparlampen gut belüftet und während dieser Zeit verlassen werden.

Dies ist eine Liste an Stoffen, die Schadstoffannahmestellen akzeptieren und die keinesfalls über den normalen Hausmüll oder anderweitig entsorgt werden dürfen:
- Leere Batterien und Akkus
- Medikamente
- Altöl
- defekte elektronische Geräte
- Mobiltelefone, Computer und ähnliche Geräte
- Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren
- Reinigungsmittel und Chemikalien
- Farben, Lacke und Spraydosen
- Lösungsmittel und Pinselreiniger
- Laugen und Säuren
Die richtige Lagerung und Vorgehensweise um Schadstoffe zu entsorgen
Bei den verschiedenen Schadstoffen ist es wichtig, auf eine korrekte Lagerung zu achten. Ansonsten gehen von diesen verschiedene Gefahren aus. Diese reichen von der Kontaminierung des Grundwassers bis hin zur Brandgefahr durch Selbstentzündung. Ein besonderes Augenmerk liegt hier darauf Altöl zu entsorgen, das gewerblich nicht genutzt wurde. Für gewerbliche Altöle gelten schärfere Bestimmungen. Die Altölentsorgung gewerblich ist zudem mit deutlich höheren Kosten verbunden.
Ein solches Mittel, von dem eine Gefahr der Selbstentzündung ausgeht, ist Leinöl. Gerade in Kombination mit Lösungsmitteln wie Terpentin kann ein Flammpunkt von unter 50 Grad Celsius erreicht werden. Dann reicht bereits die direkte Sonneneinstrahlung aus, um das Gemisch zu entzünden. Dies gilt auch für Lappen, Pinsel und ähnliche Gegenstände, die mit Leinöl in Kontakt geraten sind. Grundsätzlich ist es deshalb angebracht, alle gefährlichen Stoffe in geschlossenen Behältern, trocken, kühl und dunkel zu lagern.
Wichtige Hinweise für die korrekte Lagerung und auch Entsorgung finden sich immer auf den originalen Behältern oder der Verpackung. Deshalb sollten solche Stoffe immer in den Originalgefäßen und entsprechend den Vorgaben gelagert werden.
Außerdem sollte vermieden werden, Schadstoffe zu entsorgen, die zuvor vermischt wurden. Gerade Öle, Schmierstoffe und ähnliche flüssige Stoffe werden immer wieder in großen Behältnissen gesammelt und so gemischt. Dies erschwert zum einen die Schadstoffentsorgung und verhindert die Wiederverwertung. Zum anderen können so auch gefährliche Mischungen entstehen, was es erschwert, die Schadstoffe zu entsorgen. Von diesen gehen dann Bedrohungen aus, wie etwa eine Brandgefahr oder auch Ausdünstungen und chemische Reaktionen, die gefährlich für Mensch sowie Natur sind. Besonders häufig werden diese Produkte bei Schadstoffannahme der Recyclinghöfe zur Schadstoffentsorgung abgegeben:
- Farbreste
- Fotochemikalien
- Abflussreiniger
- Schädlingsbekämpfungsmittel
- Holzschutzmittel
- Pflanzenschutzmittel
- Klebstoffe
- Lösemittel
- schadstoffhaltige Öle
- Abbeizmittel
- Leim
Die vorgenannten Produkte sind fachgerecht als Chemikalien zu entsorgen.
Gesetzliche Regelungen für die Rücknahme von Altbatterien
Alle Formen von verbrauchten Batterien und Akkus müssen gesammelt und speziellen Sammelstellen zugeführt werden, wobei es besonders heikel ist, einen Lithium Ionen Akku zu entsorgen. Im Bundesgebiet sind rund 200.000 Sammelstellen vorhanden, an denen sich auch eine Lithium Batterie entsorgen lässt. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Händler zumindest die Lithium Ionen Akku entsorgen und Akkus zurücknehmen müssen, die diese auch verkaufen. Dementsprechend ist es in unseren Märkten möglich, leere Lithium Batterien zu entsorgen und verbrauchte Akkus zurückzugeben.
Die Wertstoffhöfe der Kommunen bieten ebenfalls für alle Formen von Batterien und Akkus an, diese als Schadstoffe zu entsorgen. Im Umlauf befinden sich unterschiedlichste Formen von Energiespeichern. Dies beginnt bei den haushaltsüblichen Kleinbatterien in den Formaten AA oder AAA. Diese zählen zu den häufigsten Formen und kommen unter anderem in Fernbedienungen oder Taschenlampen zum Einsatz.
Vermehrt finden sich auch größere Batterien und Akkus, die der korrekten Verwertung zugeführt werden müssen. Dies reicht von Akkus der kabellosen Werkzeuge bis hin zu Stromspeichern von Solaranlagen und der Photovoltaik Entsorgung. Auch hier gilt, dass die Anbieter solcher Systeme alte und defekte Stromspeicher zurücknehmen und Photovoltaik der Entsorgung zuführen beziehungsweise diese recyceln müssen.
Die unterschiedlichen Batterietypen enthalten einerseits verschiedene Schadstoffe. Dazu gehören beispielsweise Quecksilber oder Cadmium, die sowohl für den Menschen als auch für die Umwelt gefährlich sind. Andererseits sind vor allem Akkus und insbesondere Lithium Ionen Akku zu entsorgen, weil sie wertvolle Lieferanten von Rohstoffen sind, die sich gut recyceln lassen. Zu diesen Wertstoffen, die sich in Akkus und Batterien finden, gehören unter anderem Kupfer und Silber.
Lithium Ionen Akku lagern
Die Technologie bei den Batterien und Akkus schreitet stetig voran. Aus diesem Grund ist in den vergangenen Jahren das Lithium Ionen Akku lagern ein wichtiger Punkt geworden. Lithium-Ionen-Akkus kommen vor allem bei Elektrowerkzeugen zum Einsatz. Doch auch die Akkus von Laptops, Smartphones und Fotovoltaik-Anlagen sowie von Elektrofahrzeugen basieren auf dieser Technik, weshalb hier die Akkus wie eine Lithium Batterie zu lagern sind.
Bei dieser Form von Batterien sind ein richtiger Umgang wichtig, was garantiert, dass Lithium Ionen Akkus beim Lagern keinen Schaden verursachen. Lithium hat die Eigenschaft, zusammen mit Sauerstoff und Feuchtigkeit heftig zu reagieren. Dies kann in Bränden oder Explosionen resultieren. Um dies zu verhindern, muss ein Lithium Ionen Akku beim Lagern unter kontrollierten Bedingungen stehen. Dazu gehört es, frostfrei die Lithium Ionen Akku zu lagern. Ein Bereich zwischen -10 und +50 Grad Celsius gilt beim Lithium Ionen Akku lagern als optimal. Außerdem sind die Lithium Ionen Akkus beim Lagern geschützt vor Witterungseinflüssen und direkter Sonneneinstrahlung sein. Eine regelmäßige Sichtkontrolle der Lithium Ionen Akku beim Lagern ist ebenfalls angebracht. Liegt eine Beschädigung vor, neigen die Akkus dazu, sich aufzublähen. Gerade bei den kompakten Lithium-Ionen-Akkus von Smartphones fällt dies schnell auf. Solche beschädigten Akkus sind besonders gefährdet und können sich selbst entzünden. Eine Schadstoffentsorgung ist dann unumgänglich und sollte ausschließlich über eine Schadstoffsammelstelle vorgenommen werden.
Entsorgung Photovoltaik
Die ersten Fotovoltaik-Anlagen erreichen mittlerweile ein Alter von über 20 Jahren und werden ersetzt oder außer Betrieb genommen. Die Schadstoffentsorgung dieser Anlagen ist vergleichsweise komplex. Dies liegt vor allem an den unterschiedlichen Materialien, die in einem solchen System vorhanden sind. Die einzelnen Komponenten sind getrennt zu betrachten und entsprechend einzeln als Schadstoffe zu entsorgen.
Grundsätzlich gelten Solaranlagen in Deutschland als Sondermüll, was eine spezielle Schadstoffentsorgung notwendig macht. Falls ein Stromspeicher vorhanden ist, müssen diese Akkus entsprechend der Batterieverordnung entsorgt werden. Die Bewertung der Solarzellen selbst ist komplizierter. Es gibt neben poly- und monokristallinen Solarzellen auch Dünnschichtzellen. Abhängig von der Fertigungstechnik enthalten die Zellen unter anderem Cadmium oder Blei, was eine spezielle Schadstoffentsorgung erfordert.

Der richtige Ansprechpartner bei der Photovoltaik Entsorgung aus privaten Haushalten sind kommunale Recyclinghöfe, wo es relativ einfach ist, alle Schadstoffe zu entsorgen. Es empfiehlt sich, sich vorher darüber zu informieren, welcher Wertstoffhof zuständig ist und die Photovoltaik Entsorgung tatsächlich annimmt. Es gibt keine feste Regelung bei der Entsorgung von Photovoltaik, welche Flächen als haushaltsüblich gelten. Ein grober Anhaltspunkt ist, dass die Entsorgung von Photovoltaik mit einer Größe von bis zu 40 Quadratmeter als privat genutzt gelten und von Wertstoffhöfen problemlos zur Photovoltaik Entsorgung angenommen werden. Für die Schadstoffentsorgung gewerblicher Großanlagen sind spezielle Dienstleister wie PV Cycle zuständig. Auch einige Hersteller nehmen die alten Solarpaneele entgegen und übernehmen die Schadstoffentsorgung. Die Schadstoffentsorgung kann in jedem Fall dem Besitzer in Rechnung gestellt werden. Hier ist mit Kosten von durchschnittlich 180 Euro pro Tonne zu rechnen.