Holz weist immer eine gewisse Restfeuchte auf. Abhängig davon, wofür es Verwendung findet, sollte die Feuchtigkeit in einem bestimmten Bereich liegen. Für die zahlreichen Nutzungsmöglichkeiten von Holz gibt es jeweils spezifische Werte, die einen optimalen Einsatz ermöglichen.
Warum ist die Restfeuchte bei Bauholz so wichtig?
Es gibt gute Gründe, darauf zu achten, dass das eingesetzte Bauholz die richtige Restfeuchte für seinen Verwendungszweck hat. Dabei geht es nicht darum, möglichst trockenes Holz zu verbauen. Die passende Restfeuchte für den Verwendungszweck sorgt in erster Linie für eine hohe Formstabilität. Ist die Restfeuchte beim Einbau zu hoch, dann kann dies zur Verformung und Bildung von Rissen führen, wenn das Holz trocknet. Die richtige Restfeuchte beugt hingegen einer Rissbildung vor und verhindert, dass sich das Holz später verformt oder krümmt.

Ebenfalls beeinflusst die Restfeuchte die Möglichkeiten bei der Verarbeitung. Ist Holz zu trocken oder zu feucht, dann lässt es sich schlechter sägen und verleimen. Das beeinträchtigt Faktoren wie Stabilität, Haltbarkeit und Tragfähigkeit.
Wichtig ist die Restfeuchte weiterhin in Bezug auf das Schwindverhalten. Durch Feuchtigkeitsschwankungen dehnt sich Holz aus oder zieht sich zusammen. Haben Holzbauteile beim Einbau nicht die korrekte Restfeuchte, dann führt dies schnell dazu, dass sich später die Abmessungen verändern. Dadurch klemmen bewegliche Elemente wie Türen und Fenster oder lassen sich nicht mehr richtig öffnen.

Das kann zu unbemerkten Problemen führen, die die gesamte Konstruktion in Gefahr bringen oder die Luftqualität in Innenräumen beeinträchtigen. Dies ist zum Beispiel bei Dachkonstruktionen mit Dampfsperren und Dämmung der Fall.
Restfeuchte bei Holz für den Innenausbau
Im Innenausbau ist Holz ein beliebtes und weit verbreitetes Material. Es erfüllt sowohl konstruktive als auch optische Zwecke. Für seine verschiedenen Funktionen ist die korrekte Restfeuchte wichtig, um die jeweilige Aufgabe optimal zu erfüllen. Die DIN 18334 gibt eine zulässige Einbaufeuchte von maximal 20 Prozent im Innenausbau und bei Baukonstruktionen vor. In der Praxis ist meist eine geringere beziehungsweise spezifischere Restfeuchte erforderlich, um eine ordnungsgemäße Funktion der Holzbauteile zu gewährleisten.

Noch spezifischer ist die Empfehlung für Heizungsverkleidungen aus Holz. Diese Bauteile sind im Alltag oftmals besonders trockener Heizluft ausgesetzt und sollten höchstens eine Restfeuchte von 6 bis 7 Prozent aufweisen. Bei Treppen liegt der optimale Bereich zwischen 6 und 12 Prozent Restfeuchte.
Andere Richtlinien gelten für Holzfenster sowie Türrahmen von Außentüren. Bei ihnen sollte das Holz eine höhere Restfeuchte von 12 bis 15 Prozent aufweisen. Der Grund liegt in der Tatsache, dass in diesen Bereichen das Holz den Bedingungen im Außenbereich ausgesetzt ist. Dadurch wird das Holz durchschnittlich mehr Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen. Durch den Einsatz von nicht vollständig trockenem Holz lassen sich Veränderungen durch das Aufquellen verhindern, denn die Fenster- und Türrahmen nehmen so weniger Feuchtigkeit auf.

Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 50 und 60 Prozent liegen, also in einem normalen Bereich. Das Holzparkett sollte einige Tage, mindestens jedoch 48 Stunden, offen im Raum lagern. Ist das Holzparkett nicht akklimatisiert oder weist es eine zu hohe Restfeuchte auf, dann droht die Bildung von Fugen zwischen den verlegten Dielen. Bei einer zu niedrigen Restfeuchte können sich die Dielen hingegen ausdehnen, Wände beschädigen oder sich wölben.
| Verwendung | Empfolene Restfeuchte |
|---|---|
| Türen, Vertäfelung | 7-10 % |
| Möbelbau | 7-10 % |
| Heizungsverkleidungen | 6-7 % |
| Treppen | 6-12 % |
| Holzfenster / Außentürrahmen | 12-15 % |
| Massivholzparkett (Herstellung) | 7-11 % |
Bauholz im Außenbereich: Welche Restfeuchte ist richtig?
Kommt Holz im Außenbereich zum Einsatz, dann gibt es ebenfalls empfohlene Werte für die Restfeuchte. Sie liegen grundsätzlich höher als im Innenbereich, weil das Holz draußen in einer feuchteren Umgebung verbaut wird. Das grobe Spektrum bewegt sich in einem Bereich zwischen 16 und 25 Prozent.
- Gartenmöbel: Empfohlener Restfeuchtegehalt zwischen 16 und 18 Prozent, da das Holz regelmäßig Witterungseinflüssen ausgesetzt ist, sich aber dennoch formstabil verhalten soll.
- Permanente Holzkonstruktionen im Außenbereich: Zulässige Restfeuchte von bis zu 25 Prozent, da das Holz dauerhaft mit Feuchtigkeit aus der Umgebung im Gleichgewicht steht.
- Überdachter und witterungsgeschützter Außenbereich: Empfohlene Restfeuchte ebenfalls 16 bis 18 Prozent, da das Holz weniger direkter Nässe ausgesetzt ist und stärker auf Maßhaltigkeit angewiesen bleibt.
Holzfeuchte für den Verwendungszweck anpassen: Diese Optionen gibt es
Betriebe, die Holz für die unterschiedlichsten Konstruktionen und Bauteile im Innen- sowie Außenbereich erwerben, sollten also spezifisch darauf achten, dass das Holz für den Verwendungszweck die richtige Restfeuchte mitbringt. Die Werte lassen sich beim Erwerb oder nach der Lieferung mit einem Gerät kontrollieren.
Professionelle Holzfeuchtemessgeräte sind sehr präzise und können auch massive Hölzer in der Tiefe kontrollieren. Kleinere Messgeräte sind weniger genau, geben aber dennoch einen guten Anhaltspunkt. Um die gewünschte Restfeuchte einzustellen, ist oftmals eine gezielte Trocknung erforderlich. Durch die Freiluftlagerung in offenen, überdachten Hallen lässt sich eine Restfeuchte von bis zu 15 Prozent realisieren. Auch dabei helfen Messgeräte, den richtigen Zeitpunkt für die Weiterverarbeitung zu finden.

Ebenfalls erlauben es solche Kammern, den Trocknungsprozess exakt und individuell zu steuern. Damit lässt sich in kurzer Zeit Bauholz für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke mit einer Restfeuchte zwischen 6 und 15 Prozent herstellen.