Die Bodenplatte bildet den Übergang zwischen dem Erdreich und dem Gebäude. Aus fachlicher Sicht steht der Begriff Bodenplatte sowohl für tragende Fundamentplatten bei Häusern ohne Keller als auch für nicht tragende Kellerbodenplatten bei Häusern mit Unterkellerung. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich der Begriff Bodenplatte mittlerweile für die Gründung von Häusern ohne Keller durchgesetzt. Um die soll es in diesem Beitrag gehen.
Was sind die Aufgaben einer Bodenplatte?

Zum anderen schützt die Bodenplatte das Bauwerk vor natürlichen Bewegungen und Veränderungen des Erdreichs und verhindert, dass Feuchtigkeit in das Haus eindringen kann.
Die dritte wichtige Aufgabe einer Bodenplatte ist, die statischen Eigen- und Nutzlasten aus dem Gebäude gleichmäßig an den Erdboden weiterzugeben. All diese Aufgaben bedingen einen hochbelastbaren Baustoff, deshalb müssen Bodenplatten aus Stahlbeton der Festigkeitsklasse C20/25 hergestellt werden.
Wie ist der Unterbau einer Bodenplatte aufgebaut?
Wie dick eine Bodenplatte betoniert werden muss, hängt in erster Linie von den berechneten Lasten ab und wird vom Statiker bestimmt. Erfahrungswerte liegen für Fertighäuser bei mindestens 30 Zentimeter, bei (gemauerten) Massivhäusern eher bei 40 Zentimeter. Bevor die Platte betoniert wird, sind allerdings noch allerlei Vorarbeiten nötig. Ist der Mutterboden in der vorgesehenen Tiefe abgetragen und der Untergrund sorgfältig verdichtet, folgt zunächst die sogenannte Sauberkeitsschicht.

So entsteht eine ebene, trockene und saubere Arbeitsfläche, vor allem aber gewährleistet die Sauberkeitsschicht vor dem Einbau Bodenplatten die nötige Genauigkeit beim Aufstellen der Abstandshalter für die Bewehrung und damit die nötige Betonüberdeckung.
In diese Schicht oder etwas darunter werden die Abwasserrohre sowie Leerrohre für sämtliche Versorgungsleitungen (Elektrizität, Gas, (Ab)Wasser, Telekommunikation) verlegt.

Maßgeblich sind hier die Ausführungen der DIN 18533. Die sieht unter anderem vor, dass im Bereich der Bodenplattendurchführung spezielle Futterrohre verbaut werden müssen, über die ein wasserdichter Abschluss zum Untergrund möglich ist.
Die Leerrohre für Versorgungsleitungen müssen unter der Bodenplatte in einem Stück ohne Verbindungsstücke wie beispielsweise Muffen oder Eckstücke verlegt und mit einem Mindestradius von einem Meter hochgeführt werden.
Für gewöhnlich empfiehlt es sich außerdem, die Bodenplatte mit einer etwa 80 Zentimeter tiefen und circa 40 Zentimeter breiten Frostschürze zu umgeben. In diesem Graben, der dafür ausgehoben werden muss, verläuft dann auch das Erdungsband für die Strom- und Wasserleitungserdung. Auf der Sauberkeitsschicht folgt die Dämmschicht, die sogenannte Perimeterdämmung.

Den Abschluss vor dem Beton bildet eine doppellagige, diffusionsdichte PE-Folie als Feuchtigkeitssperre. Die Stellen, wo die Rohre hindurchgeführt werden müssen, werden mit Gewebe-Klebeband verklebt.
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Beste Basis: Schaumglasschotter
Schaumglasschotter, auch Glasschaumschotter genannt, ist ein hochdruckfester, loser Dämmstoff, der sich besonders als lastabtragende Dämm- und Drainageschicht unter der Bodenplatte eignet. Schaumglasschotter sollte in einer Schichtstärke von 60 Zentimetern eingebaut werden. Damit erreicht er eine extrem gute Wärmedämmung und der Gesamtaufbau der Bodenplatte erreicht die erforderliche frostfreie Tiefe von mindestens 80 Zentimetern.
Welche Fundamente gibt es sonst noch?

Relativ häufig sind Kombinationen aus Bodenplatte und Streifenfundament, nämlich dann, wenn große Lasten über die tragenden Außen- und Innenwände sicher abgeleitet werden müssen. Ein Streifenfundament sollte mindestens 40 cm breit und 80 cm tief sein, bei mehrgeschossigen Bauten ist die genaue Bemessung allerdings Sache des Statikers. Selbstverständlich müssen auch Streifenfundamente bewehrt werden. Eine konstruktive Bewehrung soll dabei die Rissbreiten im Beton und das Eindringen von Feuchtigkeit sicher verhindern.

Hier müssen nur die Pfosten (i.d.R. Holz) im Boden verankert werden, ein flächiges Fundament wäre zu aufwändig und zu teuer. Größter Schwachpunkt bei den Punktfundamenten ist die Tatsache, dass die Lasten sich auf eine sehr kleine Fläche konzentriert, was dazu führt, dass Punktfundamente sich noch nachträglich setzen. Bei einem sandigen und wenig standfesten Boden sind sie daher eher ungeeignet, es sei denn, es wird so tief gegründet, dass man auf festen Boden stößt.
Eine Besonderheit: Die Pfahlgründung
Ist der Untergrund, auf dem gegründet werden soll, besonders feucht oder weich, reichen alle genannten Fundamente nicht mehr aus. Dann muss das Tragwerk des Gebäudes auf Pfähle gesetzt werden. Bei dieser Art der Gründung werden Pfähle tief in den Baugrund gebohrt oder gerammt, bis eine ausreichend tragfähige Boden- oder Gesteinsschicht erreicht ist. Die Lasteinleitung geschieht dabei nicht nur über die (recht kleine) Spitze des Pfahls, sondern auch über dessen Mantelfläche, die auf einer großen Länge am Baugrund reibt.

Die Tragfähigkeit eines Pfahls ist von seinem Querschnitt abhängig. Sind große Lasten abzuleiten, müssen entsprechend viele Pfähle ins Erdreich getrieben werden. Deshalb ist diese Art der Gründung sehr teuer und wird nur für große Bauwerke eingesetzt.
Berühmtestes Beispiel ist der Kaispeicher A in Hamburg, auf den die Elbphilharmonie aufgesetzt wurde: Dieser 60 Jahre alte Speicher sitzt auf über 1100 Pfählen aus Stahlbeton, von dem jeder einzelne etwa 160 t tragen kann.