Biophilie und raue Texturen kreieren zusammen mit naturnahen Farben die Basis für die Einrichtungstrends 2024.
Interior-Trends 2024 – Ökologisch, roh und lebendig
Die Interior-Trends für 2024 zeigen sich uneinheitlich, teils sogar etwas widersprüchlich, was insgesamt ein mehr zwangloses Gestalten der Räume erlaubt. Einige Einrichtungstrends aus dem Jahr 2023 werden sich 2024 fortsetzen. Dazu gehören insbesondere das Dopamin-Dekor, die facettenreich vertretenen Vintage-Möbel und der Stil des Minimalismus, der in der Zukunft einer noch strengeren Diät folgen soll. Generell heißt die Devise: Setze um, was das Wohngefühl befriedigt und das Wohnambiente gemütlicher macht. Der Spielraum dabei ist gewaltig, denn von Retro und Vintage bis Hypermodern ist alles möglich und ausdrücklich erlaubt.
Was ist Out?
Die Monotonie einfarbiger Räume, die unlängst noch als räumliche Eleganz gefeiert wurde, ist definitiv aus der Mode gekommen. Im Jahr 2024 dreht sich bei der Innenarchitektur alles darum, Vielfalt zu berücksichtigen und kontrastierende Elemente zu kombinieren, um optisch anregende Räume zu schaffen. Auch schlichte Möbel und Dekorationen sind veraltet, weil es ihnen an Persönlichkeit und Lebendigkeit mangelt. Es sollen zwar weniger Möbel als Dekoration gestellt werden, die dürfen dafür aber üppig und extravagant sein.
Korbmöbel, Rattan und ähnliche Produkte gelten als nostalgisch, passen aber nur selten perfekt in einen Raum. Außerdem unterliegen diese Möbel einem hohen Verschleiß. Der Trend geht aber zur Langlebigkeit und selbst Retro sollte eine Portion Innovation mitbringen, so wie der historische Schreibtisch mit Geheimfach oder das harmlos aussehende Bücherregal, in dem sich eine dekorative Bar verbirgt. Zudem müssen es nicht zwingend antike Möbel sein, gut gemachte Repliken sind ebenso willkommen.
Rohe Texturen im Wohnzimmer
2023 waren vermehrt Steinstrukturen im Innenbereich zu sehen. Egal, ob es sich um das neueste Porzellan oder die Vase aus einer aktuellen Kollektion handelte, oder ob beim Renovieren der ganze Weg gegangen wurde und nun Steine die zuvor tapezierten Wände schmücken. Dieser Trend wird 2024 noch erweitert. Noch rohere Texturen kommen hinzu, insbesondere Marmor und Beton sind gefragt. Aber auch Schiefer und Rohholz lassen sich trendig im Innenbereich einsetzen.

Grünes und lebendiges Wohnen im Vormarsch
Grünes Wohnen wird zum Lebensstil. Gemeint sind damit nicht die Pflanzen auf der Fensterbank, sondern das umweltbewusste Innendesign, mit dem alle anderen Elemente der Einrichtung beeinflusst werden. Raumteiler müssen keine Möbel sein, auch rankende oder kerzengerade wachsende Pflanzen können einen Teil eines Zimmers separieren und vor unerwünschten Blicken schützen. Vor allem Bambus bewährt sich hier. Zu den Trends gehören diese lebenden Wände, aber auch biophile Elemente. Dass für alle Maßnahmen so weit irgend möglich nachhaltige Materialien genutzt werden, ist nahezu selbstverständlich.
Modernste Technik ist involviert

Ähnlich wie in einigen Luxuslimousinen, so wird die Technik aber immer mehr dazu genutzt, positive Gefühle bei den Hausbewohnern hervorzurufen. In der Entwicklung oder kurz vor der Serienreife befinden sich Programme, die an der Stimmlage eines Bewohners erkennen, ob dieser verärgert, glücklich, müde, gut gelaunt oder vielleicht krank ist. In der Folge wird, angepasst an die jeweilige Stimmung, eine bestimmte Musikrichtung gespielt, das Ambiente der Beleuchtung wird verändert, genau wie die Raumtemperatur und das Programm entscheidet, wie viel Sonnenschein durch die Fenster scheinen darf.
Produktives Homeoffice
Was anfangs eine Notlösung war, ist inzwischen aus dem Berufsleben kaum mehr wegzudenken. Das Homeoffice ist in den privaten vier Wänden angekommen und etabliert sich mit eigenen Vorstellungen in puncto Einrichtung. Dabei gelten zwei Grundregeln. Der Einrichtungsstil im Homeoffice muss sich gravierend vom Stil der gesamten Wohnung unterscheiden, damit optisch und psychologisch eine Trennung von Arbeit und Privat möglich ist. Die Einrichtung und die eingesetzte Technik müssen topaktuell und von hoher Qualität sein. Um ein effizientes Arbeiten zu ermöglichen, sind eine optimale Schalldämmung, ergonomische Möbel sowie ansprechend gestaltete und zugleich zweckmäßige Einrichtungen unerlässlich.
Wall Sticker mit Charakter DIY
Weil die Wände kahl bleiben sollen, sorgen innovative Dekore für einen Ausgleich. Dazu gehören Wall Sticker. Aber Durchhalteparolen wie “Der Weg ist das Ziel” oder abgedroschene Wünsche wie “Süße Träume” über dem Bett sind definitiv out. Damit ist es an der Zeit, selbst ein wenig handwerklich tätig zu werden. Schriftzüge oder Einzelbuchstaben lassen sich aus Sperrholzplatten, OSB, Span- oder Kunststoffplatten aussägen. Welcher Spruch, Leitsatz oder welche Devise schlussendlich an der Wand prangt, ist nicht so wichtig. Es sollte eben nur kein Spruch sein, der inzwischen als Supersonderangebot zum Billigpreis online verscherbelt wird. Eine Fundgrube für kluge und inspirierende Aussagen sind die Zitate-Sammlungen, die online tausende intelligente Sprüche von zumeist weltbekannten Menschen veröffentlichen.
Sommerfarben das ganze Jahr über

An erster Stelle steht ein sattes Braun mit einem leicht rötlichen Einschlag. Sind die Paneele oder Tapeten von den Wänden entfernt, ist dieses Braun der Kontrast zur Steinmauer. Zudem ist der Farbton geradezu perfekt fürs Homeoffice. Genau hier liegt ein Problem. Damit sich der Arbeitsraum vom Rest der Wohnung deutlich unterscheidet, sollten auch eigene Farben ausgewählt werden, die nirgends sonst im Haus vorkommen. Überhaupt geht der Trend 2024 dahin, für einen Raum eine Grundfarbe auszuwählen, die diesem Zimmer vorbehalten bleibt. Ein Farbenplan kann so aussehen, dass für die Küche zwei Grüntöne und Weiß eingeplant sind, für das Badezimmer Weiß, Königsblau und Schiefergrau und für das Wohnzimmer ein dunkles Braun, kombiniert mit einer Sandfarbe oder einem blassen Rosa.
