Soll auf die Einhaltung wichtiger Brandschutzregeln Verlass sein, sind Normen und Gütesiegel eine unverzichtbare Orientierungshilfe. Verantwortlich für die Definition der Regeln, die Überprüfung deren Einhaltung und die Vergabe der Zertifikate sind mehrere Einrichtungen. Eine wichtige Institution für Gütezeichen – nicht nur im Brandschutz – ist das „Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V.“ – vielen besser bekannt unter dem Kürzel RAL.
Die unabhängige Organisation vergibt Gütezeichen für Produkte und Dienstleistungen. Hierfür können sich Hersteller und Dienstleister einer Produktgruppe oder Dienstleistungskategorie zu so genannten Gütegemeinschaften zusammenschließen. Werden Sie vom RAL anerkannt, dürfen sie die Gütesicherung durchführen und das Gütezeichen vergeben. Mehr als 9000 Unternehmen nutzen dieses RAL-Kennzeichnungssystem. Entsprechend groß ist die Zahl der RALGütezeichen: Derzeit gibt es ca. 160, die tausende Produkte und Dienstleistungen kennzeichnen – darunter auch etliche mit Brandschutzbezug (s.u.).

RAL-Gütezeichen mit Brandschutzbezug (v. l.): Brandgeprüfte Rohrbefestigung (RAL-GZ 656), Instandhaltung Feuerschutzanlagen (RAL-GZ 973), Handbetätigte Geräte zur Brandbekämpfung – Instandhaltungsrichtlinien und Fachlehrgänge (RAL-GZ 974), Rauch- und Wärmeabzugsanlagen – Montage und Wartung (RAL-GZ 591), Handwerklich errichtete offene Kamine (RAL-GZ 513), Schornsteinsanierung (RAL-GZ 517)
Die RAL-Gütegemeinschaften
Für das Gütezeichen Brandgeprüfte Rohrbefestigung ist die Gütegemeinschaft Rohrbefestigung verantwortlich. Es wird vergeben für Rohrschellen, Konsolen, Montageschienen und dem entsprechenden Zubehör, das zuvor schon mit dem RAL-Gütezeichen Rohrbefestigung ausgezeichnet wurde. Das Bewertungssystem beinhaltet Regeln, um die Feuerwiderstandskurve sowie die Last-Verformungsfunktion einer Rohrschelle zu ermitteln.
Sie werden von nationalen und internationalen Prüfstellen überwacht. Die Gütegemeinschaft Instandhaltung Feuerschutzanlagen e.v. vergibt das RAL-Gütezeichen „Instandhaltung Feuerschutzanlagen“. Sie prüft und zertifiziert Feuerlöschgeräte, Feststellanlagen, Löschwassereinrichtungen, Löschanlagen, Rauchwarnmeldern, Brandschutzklappen sowie die Erstellung von Sicherheitsplänen. Die Liste der Gütegemeinschaften und Gütezeichen mit Bezug zu Brandschutzthemen ließe sich noch weiter fortsetzen.
Sie reicht vom RAL-Gütezeichen Rauch- und Wärmeabzugsanlagen – Montage und Wartung bis hin zu Kennzeichnungen für Kamine, Kachelöfen und sogar Kerzen. Alle diese Kennzeichnungen geben Verbrauchern die Gewähr, geprüfte Waren und Leistungen zu erhalten, sowie Herstellern und Dienstleistern die Sicherheit, Gütevorschiften zu entsprechen. Diese schaffen Vertrauen bei Auftraggebern und kann bei Ausschreibungen gute Dienste leisten.
Normen für den Brandschutz
Eine andere wichtige und jedermann bekannte Instanz in puncto Qualitätstandards ist das Deutsche Insititut für Normung, das ebenfalls besser bekannt ist unter seinem Kürzel: DIN. Die DIN-Normen dieses eingetragenen Vereins sind für jedermann ein Begriff und legen auch im Brandschutz vielfache Regelungen fest. Werden diese eingehalten, steht das DIN-Zeichen auch als Gütekennzeichen für die Entsprechung bestimmter Qualitätsnormen.
Wohl bekannt sind die Normen DIN 4102-01 bis 4102-18. Diese teilen Baustoffe wie Beton, Stahl, Holz, Gipskarton, Steinwolle etc. anhand ihres Brandverhalten in fünf Baustoffklassen ein. Daneben existiert die EN 13501, die sechs Brandstoffklassen sowie zusätzlich sechs weitere Klassen definiert, die auch die Rauchentwicklung und das brennende Abtropfen klassifizieren. „EN“ steht hierbei für eine „Europäische Norm“, die von drei europäischen Komitees bzw. Instituten festgelegt wird. Die Kombination von DIN und EN besagt wiederum: Hier wurde eine europäische Norm in das deutsche Regelwerk übernommen.

Neben den Normen zum baulichen Brandschutz wie die DIN 4102 gibt es auch Normen zum Technischen Brandschutz – zum Beispiel für Rauch- und Wärmeabzugsanlagen – und sogar Normen für Brandschutzzeichen (DIN 4844). Selbst das Brandschutzvokabular ist in der DIN EN ISO 13943 festgelegt. ISO steht für Internationale Organisation für Normung, einer weltweiten Vereinigung von Normungsorganisationen.
Weltweite Brandschutz-Zertifikate
Daneben kursieren noch weitere Siegel anderer Institutionen, die die Einhaltung von Brandschutzvorgaben prüft und zertifiziert. So prangt z. B. auf Brandmeldern und Alarmanlagen oft das Siegel der VdS Schadenverhütungsgesellschaft. Die VdS prüft nicht nur anhand der DIN-, EN- und ISO-Standards, sondern auch auf Basis eigener Richtlinien.
Da die Gesellschaft einer Tochter des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft ist, gilt das Zertifikat für einige Versicherungen auch als Maßstab für Beitragsrabatte. Globale Gütesiegel sind u.a. die Zertifikate des Loss Prevention Certification Board (LCPB) und der Underwriters Laboratories (LB). Das LCPB koopieriert mit dem VdS und zertifiziert Brandschutz und Sicherheit im Baugewerbe. Dafür stehen auch die LB-Siegel – vor allem in Amerika, und Asien. Es werden folglich also weltweit Regeln für den Brandschutz aufgestellt und überwacht.
Die Feuerwiderstandsklassen geben darüber Auskunft, wie lange Bauteile wie zum Beispiel Türen einem Brand widerstehen können.