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28. Februar 2026  (aktualisiert am 28. Februar 2026)

Investieren ohne Eigenkapital: Wie Betriebe durch Leasing Liquidität schonen

von  textbroker | 7 Min. Lesezeit | #Leasing  #Investition  #Finanzierung  #Liquidität  #Eigenkapital 

Größere Investitionen belasten Unternehmen, denn solche Ausgaben binden viel Kapital und bringen langfristige Risiken mit sich. Das gilt besonders für kleinere Betriebe, denen weniger Ressourcen zur Verfügung stehen. Leasing ist eine interessante Option, um ohne hohe Investitionen an teure Anlagegüter zu gelangen.

Leasing statt Direktkauf verhindert die Bindung von Kapital

Vorteile beim Leasing:

  • Kein Eigenkapital für die Investition erforderlich
  • Kapital bleibt ungebunden
  • Geringere Sicherheiten nötig als bei einer Finanzierung
  • Investitionen möglich ohne klassische Kreditrisiken
  • Kosten werden über einen längeren Zeitraum verteilt

Gerade für kleine Betriebe bedeuten Anschaffungen oft große Investitionen, die aus dem eigenen Kapital nur schwer zu stemmen sind. Dies gilt für viele Wirtschaftsgüter im Unternehmen:

  • Ein neues Handwerksfahrzeug mit Werkstattausstattung kostet schnell mehr als 40.000 Euro,
  • eine neue CNC-Drehmaschine mehr als 10.000 Euro,
  • und für eine Software für die Digitalisierung des Betriebs werden 5.000 Euro fällig.

Die Alternative ist das Leasing. Statt die hohe Investition direkt zu stemmen, fällt eine monatliche Leasing-Gebühr an, die für das Fahrzeug für die Werkstatt beispielsweise 200 Euro im Monat beträgt. Zudem bietet das Leasing Freiheit und Flexibilität bei Ablauf des Leasing-Zeitraums. Dann gibt es die Möglichkeit, das Objekt zu einem vorab kommunizierten Festpreis zu erwerben oder einfach zurückzugeben.

Steuervorteile: So rechnet sich Leasing für Unternehmen doppelt

Ein interessanter Aspekt für Unternehmen ist die steuerliche Behandlung.

Handwerker der eine große Maschine bedient
Dabei lohnt sich ein Vergleich zwischen dem Leasing, der klassischen Finanzierung und dem direkten Erwerb. Die Leasing-Raten, die ein Unternehmen zahlt, gehören zu den Betriebsausgaben. Sie sind somit voll abzugsfähig und lassen sich in der laufenden Buchführung als Kosten geltend machen. Zudem ist die Mehrwertsteuer auf die Leasing-Raten als Vorsteuer abzugsfähig und somit kostenneutral.

Beim Kauf eines Anlageguts zahlt das Unternehmen die gesamten Kosten sofort – zum Beispiel per Banküberweisung. Das Kapital ist somit weg und steckt fortan im Wirtschaftsgut – etwa dem Fahrzeug oder einer Maschine. Auf die Buchführung wirkt sich eine solche Anschaffung hingegen nicht sofort aus. Wirtschaftsgüter mit einem Wert ab 1.000 Euro netto müssen Unternehmen über die Nutzungsdauer abschreiben. Bei einem Fahrzeug sind dies sechs Jahre, bei den meisten Maschinen zwischen fünf und acht Jahren. Das bedeutet, dass mit der linearen Abschreibung die Kosten über die Nutzungsdauer jährlich zu gleichen Teilen geltend gemacht werden.

Die Finanzierung bildet eine Sonderform. Nimmt ein Unternehmen einen Kredit auf, dann erhöht dies die Verbindlichkeiten und belastet somit das Eigenkapital des Unternehmens. Durch die Tilgung reduzieren sich die Verbindlichkeiten, und das Eigenkapital steigt. Das Wirtschaftsgut wird in der Buchführung exakt wie bei einem Kauf behandelt – also per Abschreibung gewinnmindernd über mehrere Jahre. Bei den Zinsen, die für die Finanzierung fällig sind, handelt es sich um Betriebsausgaben.

Das bedeutet:

  • Geringe betriebswirtschaftliche Auswirkungen
  • Keine Belastung des Eigenkapitals
  • Keine langfristigen Verbindlichkeiten
  • Leasingobjekte zählen nicht zum Anlagevermögen
  • Keine Erhöhung der Aktiva
Leasing stärkt die Bonität: Weniger langfristige Verbindlichkeiten = bessere Bankbewertung, Hohe Liquidität wirkt sich positiv auf das Rating aus, Leasing vermeidet klassische Finanzierungsbelastungen, Ergebnis: bessere Bonität und mehr finanzieller Spielraum

Leasing beeinflusst das Bonitätsrating positiv

Für Unternehmen ist ebenfalls das Bonitätsrating von Interesse. Es bewertet die Bonität und die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens. Das Bonitätsrating hat Einfluss auf Kredite und Konditionen durch Banken. Unternehmen mit einem guten Rating erhalten also leichter Kredite zu besseren Konditionen. Banken erstellen solche Ratings unter anderem auf Basis der Bilanzen. Wer also in der Bilanz positiv dasteht, der erhält ein besseres Rating und gelangt somit einfacher an finanzielle Mittel. Das ist wiederum von Vorteil, wenn es um weitere Investitionen geht.

Leasing-Modelle setzen sich durch – vom Firmenfahrzeug bis zur Unternehmenssoftware

Das Konzept des Leasings kennen viele Menschen vor allem von Fahrzeugen, bei denen sich diese Variante der Vermietung schon lange etabliert hat. Leasing-Modelle gibt es aber auch in vielen anderen Szenarien – teils in abgewandelter Form.

Handwerker mit Walky Talky und Laptop der etwas aufschreibt
Dabei wird in der Regel von einem nutzungsbasierten Finanzierungsmodell gesprochen. Gerade für Unternehmen ist dies oftmals eine interessante Option, um notwendige Investitionen und Anschaffungen zu stemmen. Ein gutes Beispiel für eine abgewandelte Form des Leasings, die immer stärker im Kommen ist, ist Software . Spezielle Anwendungen, etwa für das Enterprise-Resource-Planning oder branchenspezifische Fachprogramme, sind in der Anschaffung extrem teuer.

Deshalb setzen sich Konzepte wie Software-Leasing, Cloud-Leasing oder Software-as-a-Service durch. Dabei zahlen Unternehmen eine monatliche Gebühr für die Nutzung über einen bestimmten Zeitraum. Im Gegenzug erhalten die Unternehmen eine klar definierte Leistung, die meist auch die Wartung und den Support beinhalten. Damit ist das Leasing in diesem Bereich nicht nur finanziell vorteilhaft, sondern Unternehmen erwerben zusätzlich fachliches Know-how, um sich zu entlasten.

Leasing muss aber nicht immer nur für teure Anlagegüter zum Einsatz kommen. Gerade im Bereich der Arbeitskleidung ist das Modell ebenfalls weit verbreitet.

Dabei zeigt sich, dass Leasing auch sehr praktisch sein kann. Beim Leasing der Arbeitskleidung gehören meist zusätzliche Leistungen zum Service. Dies sind primär ein Austausch der Kleidung und die professionelle Wäsche in einem abgesprochenen Intervall. Gleichzeitig sorgt das Leasing der Arbeitskleidung dafür, dass Bekleidung in einer hohen Qualität zu fixen und kalkulierbaren Kosten zur Verfügung steht. Selbst die Individualisierung mit Firmenlogos ist beim Leasing möglich.

Handwerker der eine große Maschine bedient
Eine weitere spezielle Form ist das Sale & Lease Back . Diese Methode ist besonders für teure Spezialmaschinen oder Gewerbegebäude geeignet. Grundsätzlich ist es aber mit allen werterhaltenden Objekten mit einer langen Nutzungsdauer möglich. Das Konzept ist im Prinzip ganz simpel: Ein Unternehmen kauft eine Maschine und verkauft sie an eine Leasing-Gesellschaft weiter. Dann erwirbt das Unternehmen das Nutzungsrecht per Leasing zurück. Dies ist sogar zu einem späteren Zeitpunkt möglich und muss nicht unmittelbar mit dem Erwerb zusammenhängen.

Der Vorteil ist, dass sich dadurch Kapital aktivieren lässt. Statt in einem Gebäude oder einer teuren Maschine gebunden zu sein, steht das Kapital für andere Ausgaben zur Verfügung – etwa für die Erweiterung des Unternehmens oder weitere Investitionen. Sale & Lease Back ist vor allem interessant, weil es für alle Objekte möglich und nicht auf Dinge beschränkt ist, für die es Leasing-Angebote gibt.

Leasing ist also eine vielseitige Option, um Risiken bei Investitionen zu verringern und die Bindung von Kapital zu verhindern. Dies sorgt zusätzlich für Flexibilität und bringt sogar sekundäre Vorteile wie steuerliche Besonderheiten oder ein besseres Bonitätsrating mit sich.

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