Zum Inhalt springen Zum Navigationsmenü springen
ex::   isB2B: false   isB2CEnabled: true   ShowPrice: brutto      
18. März 2026  (aktualisiert am 19. März 2026)

Lehm im modernen Bau: Umweltfreundlicher Baustoff mit vielen positiven Eigenschaften

von  textbroker | 7 Min. Lesezeit | #Lehm  #Moderner Bau  #CO2-Fußabdruck  #Lehmsteine  #skandinavischer Wohnstil 
Jetzt im Audioformat verfügbar!

Lehm zählt zu den ältesten Baumaterialien der Menschheit. Schon vor mehr als 10.000 Jahren entstanden Wohnhäuser in Mesopotamien aus diesem Material. Inzwischen erlebt der natürliche Baustoff ein echtes Comeback, denn Lehm ist nicht nur nachhaltig und umweltfreundlich, sondern bringt auch enorm viele vorteilhafte Eigenschaften mit.

Lehm als vielseitiger Baustoff im Innenausbau

Eine große Stärke von Lehm ist seine Vielseitigkeit. Besonders beliebt ist Lehm im modernen Bau als Putz. Im Innenausbau lassen sich fast alle Bereiche mit Lehm verputzen. Sofern kein Spritzwasser auftritt, eignet sich Lehmputz sogar für Küchen und Bäder. Lehmputz für den Innenbereich gibt es bei Hagebau in vielen verschiedenen Varianten.

Darüber hinaus ist Lehm als Baumaterial für Gebäude geeignet. In Form von Stampflehmwänden kommt das Baumaterial schon seit Jahrhunderten zum Einsatz. Der moderne Bau entdeckt Lehm in dieser Variante aktuell neu. Inzwischen gibt es sogar Fertigteile aus Stampflehm, die in Fabriken produziert werden. Die Serienproduktion von Fertigbauteilen reduziert die Kosten und beschleunigt Bauprozesse. Damit sind Stampflehmwände auch für die Bauindustrie interessant und können eine echte Alternative im Fertigbau sein. Gerade für Innenwände ist Lehm ein ideales Material.

hagebau_Lehm_Beitragsbild.webp
Im Innenausbau sind Lehmbauplatten eine weitere Option. Reine Lehmbauplatten oder ein Gemisch mit Hanf sind der ideale Ersatz für Gipskartonplatten. Sie sind faktisch deckungsgleich in den Einsatzmöglichkeiten und ebenso einfach zu verarbeiten. So lassen sich Trennwände oder Deckenverkleidungen mit Lehmbauplatten herstellen.

Eine weitere Option für den Innenausbau sind Lehmsteine. Sie sind in Form und Verwendungsmöglichkeiten mit klassischen Ziegelsteinen vergleichbar. Lehmsteine sind dabei vor allem für den Trockenbau und das Innenmauerwerk geeignet. Es gibt aber auch Varianten für das Außenmauerwerk. Selbst tragende Konstruktionen entstehen aus Lehmsteinen und können Höhen bis zu 13 Metern erreichen. Mit Leichtlehmsteinen lassen sich zudem Deckenauflagen oder Stapelwände erstellen. Für den ökologischen Bau sind diese Steine somit sehr interessant.

Einsatzmöglichkeiten im Überblick:

Baustoff aus LehmEinsatzbereichBesonderheiten
LehmputzInnenwände, Küchen, Bäder ohne SpritzwasserIn vielen Varianten erhältlich
StampflehmWände, besonders InnenwändeAuch als industriell gefertigte Fertigteile verfügbar
LehmbauplattenTrennwände, DeckenverkleidungenErsatz für Gipskartonplatten, einfach zu verarbeiten
LehmsteineTrockenbau, Innenmauerwerk, teils AußenmauerwerkAuch tragende Konstruktionen bis 13 Meter möglich
LeichtlehmsteineDeckenauflagen, StapelwändeInteressant für ökologisches Bauen

Bei alternativen Baumaterialien sind fehlende Normen oder Regeln oftmals ein Hindernis. Denn dies macht es schwer, bei Gebäuden auf Baustoffe wie Lehm zu setzen. Im Bereich des Lehmbaus gibt es jedoch Fortschritte.

hagebau_Lehm_Regelungen_Beitragsbild.webp

Regeln und Normen im Lehmbau für einheitliche Vorgaben

Vor allem stellt der Dachverband Lehm e. V. (DVL) technische Regelwerke bereit, die Baustoffe und Prüfverfahren definieren. Weiterhin existieren für zahlreiche Baumaterialien aus Lehm DIN-Normen. Dazu gehören unter anderem:
  • DIN 18945 für Lehmsteine
  • DIN 18946 für Lehmmauermörtel
  • DIN 18947 für Lehmputzmörtel
  • DIN 18948 für Lehmplatten
Dies vereinfacht es, in der Bauplanung auf Materialien aus Lehm zu setzen.

Sanierung oder Neubau: Lehm eignet sich für viele Projekte

hagebau_Lehm-Ofen_Beitragsbild.webp
Lehm war lange Zeit vor allem ein beliebter Baustoff für Sanierungsprojekte. Gerade im Fachwerk ist Lehm ein zentrales Material und kommt bei der originalen Sanierung von Wänden zum Einsatz. Jedoch ist Lehm nicht nur für die Sanierung von historischen Fachwerkhäusern geeignet. Auch in anderen Szenarien ist er ein interessanter Werkstoff für die Sanierung. Gerade im Altbau sind oftmals besondere Bedingungen zu berücksichtigen. Lehmputz oder Lehmwände sind dabei deutlich toleranter, was Feuchtigkeitsschwankungen in der Raumluft betrifft. Damit ist Lehm für die energetische Sanierung im Altbau eine Option, um Problemen mit der Kondensation vorzubeugen.

Bei Neubauten könnte Lehm in naher Zukunft ebenfalls eine größere Rolle spielen. Es geht in erster Linie darum, bereits in der Planung auf den Einsatz von natürlichen Baustoffen wie Lehm zu setzen. Eine der Herausforderungen ist es dabei, überall dort auf Lehm zurückzugreifen, wo es Sinn ergibt.

Sinnvolle Ansätze im Neubau sind unter anderem:

  • der Einsatz natürlicher Baustoffe bereits in der Planungsphase

  • die Kombination mit anderen Materialien in hybriden Bauweisen

  • die Nutzung in modernen Holz-Lehm-Häusern

Ein gutes Beispiel ist der hybride Ansatz, der immer häufiger in der Praxis Anwendung findet. So entstehen bereits die ersten Häuser mit Betonsockel oder zweischaligen Außenwänden aus Leichtmauerwerk in Kombination mit Innenmauerwerk aus Lehm sowie einem Trockenbau aus Lehmbauplatten. Eine weitere Möglichkeit sind Holz-Lehm-Häuser. Dies ist im Prinzip die moderne Version eines Fachwerkhauses. Durch die Kombination von moderner Bautechnik und traditionellen Materialien wie Holz oder Lehm entstehen Wohnhäuser, die aktuelle Standards erfüllen. In dieser Technik gibt es bereits die ersten Niedrigenergiehäuser.

Vorteile von Lehm: Optimales Raumklima und beste Umwelteigenschaften

Was Lehm so interessant macht, sind seine Eigenschaften. Gerade in Wohnbereichen bringt das Baumaterial seine Vorteile zum Tragen. So sind Wände aus Lehm diffusionsoffen, also atmungsaktiv. Damit reguliert Lehm ganz automatisch die Luftfeuchtigkeit in einem Raum und hält sie in einem optimalen Bereich. Lehm reagiert dabei sogar schneller als Kalk und hat eine höhere Feuchte-Sorptionsfähigkeit. Damit leisten Wände aus Lehm einen wichtigen Beitrag zur Schimmelprävention. Gleichzeitig ist Lehm selbst schimmelhemmend, sodass kaum eine Gefahr der Schimmelbildung im Material besteht.

Positive Eigenschaften für Wohnen und Umwelt

Da eine Lehmwand mit ihren Eigenschaften auch als thermische Speichermasse dient, bringt das Material ebenso sehr gute Eigenschaften für die Dämmung mit. Vor allem im Sommer wirkt eine Lehmwand wie eine natürliche Klimaanlage. In heißen Regionen der Welt nutzen die Menschen seit geraumer Zeit diese Eigenschaft und halten Räume so kühler. Lehmwände sind zudem gut geeignet für den Einbau von Flächenheizungen. So sind Lehmwände bestens für die Kombination mit Niedertemperaturheizungen wie Wärmepumpen geeignet.

Lehm-Vorteile_Beitragsbild.webp
Als Naturbaustoff ist Lehm zudem eine gute Option für Allergiker. In seiner reinen Form ist es frei von Schadstoffen und sogar in der Lage, schädliche Stoffe aus der Luft zu filtern. Dabei bindet Lehm zusätzlich Feinstaub und neutralisiert Gerüche. Lehm ist damit für Hausstauballergiker optimal geeignet und ebenfalls eine gute Option für Personen, die andere Allergien haben.

Lehm bringt dazu noch vorzügliche Umwelteigenschaften mit. Wem Nachhaltigkeit und Umweltschutz am Herzen liegen, der findet mit Lehm eine optimale Lösung, um diese Aspekte umzusetzen. So steht Lehm faktisch unendlich zur Verfügung und fällt bei vielen Baugruben sogar als ungeliebter Aushub an. Wird Lehm in reiner Form verbaut, dann lässt er sich problemlos wiederverwerten. Eine Besonderheit ist es dabei, dass Lehm seine Eigenschaften vollständig behält. In Form von Stampflehm lässt er sich praktisch unendlich recyceln, indem er aufgebrochen, erneut vernässt und dann zu einer neuen Wand verarbeitet wird.

Auch die Ökobilanz von Lehm ist hervorragend. Für die Verarbeitung ist kein energieintensiver Prozess erforderlich. Lehmsteine müssen beispielsweise nicht gebrannt werden, sondern trocknen ganz einfach an der Luft. Der minimale CO2-Fußabdruck ist darin begründet, dass es sich meist um Baumaterial aus regionalen Quellen handelt. Dank der breiten Verfügbarkeit sind keine langen Transportwege erforderlich. Aus diesen Gründen ist Lehm im ökologischen Bau ein sehr gefragtes Material.

firmenlogo textbroker

textbroker

Bekannt als führende Content-Plattform stellt Textbroker verschiedenste hochwertige Texte aus einer großen Auswahl von nationalen und internationalen Fachautoren zusammen und bereitet diese maßgeschneidert für Handwerker und Brancheninteressierte auf.

Artikel teilen

Das könnte Sie auch interessieren

1. Juni 2026
von textbroker | 6 Min. Lesezeit

Im Bereich des Klimaschutzes spielt die Speicherung von Kohlenstoff zunehmend eine Rolle. Eine praktische Option ist die Speicherung in Beton. Eine Forschungsinitiative möchte mit einer neuen Methode den CO₂-Gehalt in der Atmosphäre reduzieren und das Kohlendioxid...

13. Mai 2026
von textbroker | 6 Min. Lesezeit

Hanfkalk besteht aus Grundstoffen, die schon seit Ewigkeiten als Baumaterialien zum Einsatz kommen. Gleichzeitig ist der Bioverbundwerkstoffe ein moderner Baustoff, der seine Ursprünge in den 1980er-Jahren in Frankreich hat. Heutzutage ergeben sich neue Einsatzmöglichkeiten für Hanfkalk, und das Baumaterial zeigt sich erstaunlich vielseitig.

5. Mai 2026
von textbroker | 6 Min. Lesezeit

Bereits seit vielen Jahren kämpft die Baubranche mit steigenden Kosten. Dies hat zu einer Diskrepanz zwischen den benötigten und den fertiggestellten Wohnungen geführt. Darunter leidet besonders der Sozialbau, weil das Ziel der Bundesregierung, jährlich 400.000 neue...

Leider konnten keine Produkte gefunden werden
Das gewünschte Variantenprodukt befindet sich bereits in der Liste. Die zuvor gewählte Variante wurde aus der Liste entfernt.
Geben Sie hier Ihren Suchbegriff bzw. die Artikelnummer ein und wählen Sie die richtige Position aus der Vorschlagsliste aus. Nun können Sie die gewünschte Anzahl zum Warenkorb hinzufügen.
Tragen Sie hier bitte Ihre Bestellung ein