Auf der Winterbaustelle herrschen andere Bedingungen als im Sommer. Mit diesen Tipps sorgen Arbeitgeber für Sicherheit und kommen ihren Pflichten nach.
Tipps für Handwerker zur Sicherheit und Gesundheit auf der Winterbaustelle Immer wenn sich das Ende des Jahres nähert, erschwert das Wetter die Arbeit auf Baustellen. Dennoch geht auf vielen Baustellen die Tätigkeit trotz Kälte, Nässe und Dunkelheit weiter. Dieses Wetter bringt seine eigenen Gefahren und Herausforderungen mit. Wir haben deshalb fünf Kategorien mit Tipps zusammengestellt, die für mehr Sicherheit auf der Winterbaustelle sorgen.
Die persönliche Schutzausrüstung (PSA) der Witterung anpassen
Einer der ersten Punkte, der auf der Winterbaustelle in jedem Fall angepasst werden muss, ist die persönliche Schutzausrüstung. Hier geht es nicht nur um warme Kleidung, die zu den tieferen Temperaturen passt. Wichtig ist auch die Auswahl der richtigen Textilien. Atmungsaktive Stoffe sorgen bei körperlicher Belastung dafür, dass die Kleidung nicht durchnässt. Gleichzeitig muss die Bekleidung wasser- und winddicht sein, um vor dem Winterwetter zu schützen.
Auf Winterbaustellen gehört spezielle Ausrüstung zur PSA dazu. Das sind zum Beispiel Sicherheitsschuhe der Klasse S3, die eine rutschhemmende Sohle mit starkem Profil besitzen. Hier ist es sinnvoll, die Schuhe eine Nummer größer zu wählen, denn so können dicke Wollsocken getragen werden. Für kaltes Wetter gibt es zudem Kältebauhelme mit Styropordämmung. Komplettiert wird die Ausstattung von Winterschutzhandschuhen, die Kälte und Feuchtigkeit abhalten. Sinnvoll ist es, Wechselkleidung für die Mitarbeitenden auf der Baustelle vorzuhalten, sodass feuchte Kleidung nicht den ganzen Tag über getragen werden muss.


Die Berufsgenossenschaft Bau informiert ebenfalls zum Thema persönliche Schutzausrüstung im Winter und zeigt mit Beispielen, wie eine gute Ausstattung in der kalten Jahreszeit aussieht.
Für ausreichend Beleuchtung auf der Baustelle sorgen
Die zunehmende Dunkelheit ist eine der Herausforderungen auf der Winterbaustelle. Besonders in den Morgen- und Abendstunden fehlt das Tageslicht bei der Arbeit. Davon geht eine Reihe von Gefahren aus. Die Bewegung auf einer dunklen Winterbaustelle, gerade auf ungesicherten Treppen oder einem Gerüst, führt schnell zu einem Arbeitsunfall. Auch der Umgang mit Baumaterialien, Maschinen sowie Werkzeugen bei schlechten Lichtverhältnissen verletzt die technischen Regeln für Arbeitsstätten.
Aus dem Grund ist es wichtig, während der dunklen Wintermonate für eine ausreichende Beleuchtung in allen relevanten Bereichen der Baustelle zu sorgen. Entscheidend ist zudem die Qualität des Lichts. Flimmern und Schattenwürfe sind Zeichen eines schlecht beleuchteten Arbeitsumfelds. Somit spielen die Anzahl und Positionierung der Beleuchtung eine zentrale Rolle.


Hilfreich sind hier Baustrahler und Stative. Damit lassen sich große Flächen auf der Baustelle hell erleuchten. Auch Reflektoren für Absperrungen helfen bei der Sicherheit auf der Winterbaustelle. Über die Stative gelingt die optimale Ausleuchtung von oben. Für Baustellen ohne permanente Stromversorgung lässt sich Elektrizität mit Generatoren bereitstellen oder es wird auf Baustrahler mit Akkus zurückgegriffen. Eine große Auswahl an Baustrahlern gibt es auch in unserem Sortiment.
Einen Winterdienst einrichten
Auf Winterbaustellen geht von Frost, Eis und Glätte eine große Gefahr aus. Aus dem Grund ist es sinnvoll, einen Winterdienst einzuplanen. Es finden sich viele Bereiche auf Winterbaustellen, die durch Glätte, Nässe oder Eis deutlich gefährlicher sind als bei warmem Wetter. Dazu zählen insbesondere Treppen, Gerüste und Holzplanken. Oft sind diese Bereiche auf Baustellen ungeschützt und der Witterung ausgeliefert. Dementsprechend schnell kann es passieren, dass ein Gerüst oder eine Leiter vereist. Oft reicht hier eine Nacht aus.
Prävention ist deshalb der erste Schritt zur Wintersicherheit auf der Baustelle. Planen und andere Abdeckungen, die vor Feierabend ausgelegt werden, verhindern das Überfrieren. Auch Schnee, der über Nacht fällt, lässt sich so viel einfacher entfernen. Bereits das minimiert sowohl die Rutsch- als auch die Absturzgefahr. Für Wege ist es sinnvoll, Rollsplitt und Salz für die Winterbaustelle vorzuhalten. Damit lassen sich glatte Passagen schnell und effektiv sichern. In Regionen, in denen mit viel Schnee zu rechnen ist, gehören zusätzlich Schaufeln, Schneepflüge und ähnliche Hilfsmittel zur Grundausstattung der Winterbaustelle. Wichtig ist, die passenden Lösungen frühzeitig zu organisieren.

Den eigenen Mitarbeitenden können spezifische Aufgaben und Bereiche zugeteilt werden. Dafür ist ein detaillierter Plan hilfreich. Wichtig ist zudem, dass ein solcher Winterdienst individuell für jede Baustelle geplant wird. Jeder Arbeitsort ist unterschiedlich und hat eigene Gefahrenquellen. Für den Winterdienst sollte zudem ausreichend Zeit eingeplant werden. Dies betrifft die Phasen vor Arbeitsbeginn und vor dem Feierabend.
Die Alternative ist, einen Dienstleister für den Winterdienst auf der Baustelle zu engagieren. Das gewährleistet, dass ein professioneller Dienst bereitsteht, der entsprechend ausgerüstet ist und mit allen Situationen umgehen kann.
Mitarbeiterschulungen zum Thema Winterbaustelle
Die regelmäßige Schulung der Mitarbeitenden gehört zu den Pflichten von Unternehmen, die im Baubereich tätig sind. Mindestens einmal pro Jahr müssen die Angestellten zum Arbeitsschutz informiert werden, entweder durch den Arbeitgeber selbst oder einen Betriebsarzt.
Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt, um eine Schulung spezifisch für die Winterbaustelle und den Arbeitsschutz zu organisieren. Zu den Themen gehören Gefahrenquellen, die sich speziell im Winter auftun, und die dazu passenden Schutzmaßnahmen. Auch das Arbeiten unter winterlichen Bedingungen lässt sich thematisieren. Das kann bis zu Besonderheiten beim Einsatz von Maschinen reichen, die im Winter eine spezielle Behandlung benötigen, wie zum Beispiel Baumaschinen mit Dieselmotor.

Die Schulungen zur Wintersicherheit müssen sich nicht nur auf die Baustelle beschränken. Es können auch offensichtliche Punkte wie die Kontrolle der Winterbereifung oder der Winterfestigkeit des Scheibenwischwassers angesprochen werden. Auch der Punkt des Arbeitswegs lässt sich thematisieren und wie dieser sicherer zu gestalten ist. Somit erscheinen die Mitarbeitenden gesund und pünktlich auf der Winterbaustelle, was auch für den Arbeitgeber von Vorteil ist.
Die Pflichten des Arbeitgebers bei Winterwetter
Besonders wichtig für Arbeitgeber ist es, die Pflichten und Regeln zu kennen sowie einzuhalten. In vielen Punkten machen der Gesetzgeber und die DIN konkrete Vorgaben.
Da ist die DIN 33403-5, die Kälteexpositions- und Aufwärmzeiten definiert. Diese gelten unabhängig von der Jahreszeit und dem Einsatzort. Bereits ab einer Lufttemperatur von unter 15 Grad Celsius sind hier Aufwärmzeiten definiert. Bei Temperaturen von minus fünf Grad Celsius und tiefer legt die DIN eine maximale Expositionszeit von 90 Minuten am Stück fest. Dann soll eine Aufwärmphase von 15 Minuten erfolgen. Hierfür sind beheizte Aufenthaltsräume erforderlich. Die Bereitstellung fällt ebenfalls in den Aufgabenbereich des Arbeitgebers.
Die Arbeitsstättenrichtlinie macht hier Vorgaben, welche Temperaturen und Bedingungen auf Freiluftarbeitsplätzen wie einer Winterbaustelle herrschen müssen. So haben Pausen-, Bereitschafts- und Sanitärräume mindestens 21 Grad Celsius zu haben. Bei kalten Außentemperaturen muss der Arbeitgeber für angemessene Kleidung sorgen und den Arbeitsbereich bestmöglich vor der Witterung schützen.
So legt die DIN EN 471 fest, dass der Arbeitgeber den Mitarbeitenden auf der Baustelle entsprechende Winterschutzkleidung kostenlos zur Verfügung stellen muss. Zu diesen Pflichten gehören die persönliche Schutzausrüstung und gegebenenfalls auch spezielle Sicherheitsschuhe. Die DGUV Regel 112-189 hilft bei der konkreten Auswahl und legt fest, welche Winterschutzkleidung für welche Arbeit notwendig ist.