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23. Dezember 2024  (aktualisiert am 8. Juli 2025)

Wandfliesen richtig verlegen: Alles, was Handwerker wissen müssen

von  Ulrich Wolf | 7 Min. Lesezeit | #Fliesen  #Abdichtung  #Wandfliesen  #Badezimmer  #Spritzwasser 

Während Bodenfliesen durchaus auch im Wohnbereich eines Hauses einen sinnvollen Platz finden können, sind die Wandfliesen grundsätzlich nur in Feucht- und Nassräumen zu Hause – von der Hausfassade einmal abgesehen. Bei Wandfliesen gilt generell: so viel Fläche verfliesen wie nötig, aber so wenig diffusionsoffene Putzfläche damit abdichten wie möglich.

Ein Plan ist aller Fliesen Anfang

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Wie bei Bodenfliesen ist auch bei Wandfliesen ein Verlegeplan extrem wichtig. Durch den Plan lässt sich die benötigte Menge an Fliesen und Kleber abschätzen, und auch der unvermeidliche Verschnitt ist damit gut eingrenzbar.
Bei einem Verlegeplan geht es auch um den Fugenverlauf und um die optische „Symmetrie“ einer Wand. Wichtig ist, mit der Verlegung immer von der Wandmitte nach außen hin zu beginnen, damit die Passfliesen an den beiden Rändern in etwa gleich groß werden

Auch die Höhe der Fliesenfläche muss vorher festgelegt werden. Wirklich sinnvoll sind Wandfliesen nur in den direkten Spritzwasserbereichen in der Küche oder im Bad. Das kann auch bedeuten, dass von einer Wand nur eine Teilfläche gefliest wird, beispielsweise der Fliesenspiegel hinter der Küchenarbeitsplatte. Im Bad ist es mittlerweile unüblich, die Wände bis hoch zur Decke zu verfliesen. Die offenbleibenden Flächen aus Putz oder Spachtel dienen nämlich dazu, die hohe Luftfeuchtigkeit im Raum nach dem Duschen zeitweise abzupuffern, ohne dass diese Feuchte auf der Fliesenfläche kondensiert.

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Der Untergrund

Die Mindestanforderung für jeden Untergrund lautet grundsätzlich: tragfähig, fest, saugfähig und frei von trennenden Schichten, Ausbrüchen, Fehlstellen und Rissen. Vorhandener Putz wird abgeklopft, um eventuelle Hohlstellen zu lokalisieren. Diese sind natürlich zu entfernen, und zwar so weit, bis der Putz wieder fest und satt klingt. Die Fehlstelle ist dann anschließend je nach Größe wieder mit einem Reparaturmörtel oder mit Putz zu egalisieren. Die für Wände üblichen Untergründe bestehen neben Putz auch aus Gipsbauplatten (Gipskarton oder Gipsfaser) oder auch aus einem alten Fliesenbelag, dessen Entsorgung zu aufwändig wäre. Bei den Putzen ist abhängig von der Oberflächenbeschaffenheit immer eine abgestimmte Grundierung Pflicht.

Bei sehr offenporigen und dadurch stark saugenden Putzen braucht es einen Tiefengrund, der die Saugfähigkeit reduziert. Ansonsten würde dem frischen Fliesenkleber das Wasser zu schnell entzogen und er könnte nicht seine volle Haftung entfalten. Einen verfestigenden Tiefengrund braucht es bei sandenden oder kreidenden Oberflächen. Glatte und/oder nichtsaugende Untergründe (etwa besagter alter Fliesenbelag) benötigen eine Vorhandlung mit einem Haftgrund oder einem Quarzgrund. Beide stellen eine haftvermittelnde Basis zwischen Untergrund und Fliesenkleber her. Aber Achtung: Es gibt hochflexible Kleber für die „Fliese auf Fliese“-Verarbeitung, bei denen keine Grundierung nötig ist. Hier könnte eine Grundierung sogar als Trennschicht wirken. Im Zweifel deshalb immer an die Angaben des Kleberherstellers halten.

Alle Gipsbauplatten brauchen vor dem Verfliesen grundsätzlich eine Behandlung mit Tiefengrund. Der reduziert deren Saugfähigkeit nicht nur, er gleicht sie zwischen der Kartonoberfläche und den gespachtelten Fugen auch an.

Weiteres aus unserem Sortiment

Zusätzliche Abdichtung im Bad

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Im direkten Spritzwasserbereich müssen alle Untergründe gegen eindringendes Wasser abgedichtet werden. Die Abdichtung wird entweder mit einer Rolle aufgetragen – was mindestens zweimal passieren muss – oder als Abdichtungsbahn in eine Fliesenkleberschicht eingebettet. Wichtig: Diese Abdichtung muss über den direkten Spritzwasserbereich, also etwa der Duschkabine sogar hinausragen. Mindestens 30 cm beträgt hier die Zugabe zu allen Seiten, also auch oberhalb der Fliesenfläche. Das gleiche Maß gilt auch für den Wandbereich oberhalb der Badewanne. Für die Innen- und Außenecken, für die Übergänge und Durchdringungen gibt es von jedem Hersteller passende Dichtbänder, -ecken oder -manschetten.

Wie werden Wandfliesen verlegt

Grundsätzlich werden in einem Raum zunächst die Wandfliesen verlegt, bevor man an die Bodenfliesen geht. So wird garantiert, dass kein Kleber auf den frisch gefliesten Boden tropft. Beim Anrühren des Klebers muss zuerst das Wasser in den Kübel, dann folgt der Kleber. Gemischt wird bei größeren Mengen mit einem Rührwerk, hier könnte ein einfacher Akkuschrauber schnell an seine Grenzen stoßen. Nach dem Mischen lässt man den Kleber 3-4 Minuten „reifen“ und rührt ihn dann nochmal durch.

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Es gibt zwei Möglichkeiten, wo man mit dem Verlegen der Wandfliesen beginnen kann: Ist die Höhe der Fliesenfläche nicht definiert und mehr oder weniger egal, wird die erste Fliesenreihe unten gesetzt. Mit kleinen Fliesenkeilen nivelliert man diese erste Reihe in der Waage aus und setzt die nächsten Fliesenreihen jeweils darüber an.
Ist die Höhe der Fliesenfläche dagegen definiert (etwa beim Verfliesen einer Vorwandinstallation), beginnt man mit der ersten Reihe auf der geplanten Höhe und arbeitet sich nach unten. Hintergrund ist, dass die ganzen Fliesen dann im Blickfeld liegen und die Zuschnitte diskret in Bodennähe.

Wie schon erwähnt, startet man dabei immer von der Wandmitte aus. Bei Versprüngen und Außenecken beginnt man immer an der Ecke mit einer ganzen Fliese und arbeitet zur nächsten Innenecke hin. Auch hier spielen optische Gründe eine Rolle, aber auf diese Art verschwinden die Schnittkanten der Fliesen in der Innenecke später elegant unter der Silikonfuge.

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Auch bei Wandfliesen ist der Einsatz eines Fliesennivelliersystems äußerst sinnvoll, um Versprünge von Fliese zu Fliese zu vermeiden. Beim Aufziehen des Klebers mit der Zahnkelle ist deren Zahnung enorm wichtig. Es gilt: Je größer das Fliesenformat, desto mehr Kleber braucht es, um Ungenauigkeiten auszugleichen, desto gröber die Zahnung. Trotz einer groben Zahnung (12 x 12 mm) wird ab einem Fliesenformat von 30 x 30 cm empfohlen, im sogenannten „Buttering-Floating-Verfahren“ zu arbeiten, das heißt , den Fliesenkleber nicht nur auf den Boden aufzuziehen, sondern auch auf die Fliesenrückseite. So werden Hohlstellen unter den Fliesen vermieden. Für die härteren (und oft dickeren) Bodenfliesen kommt für den Zuschnitt ein Einhand-Winkelschleifer mit Trennscheibe zum Einsatz. Für die nicht ganz so robusten Wandfliesen reicht ein mechanischer Fliesenschneider völlig aus.
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Allerdings werden für die mitunter nötigen Löcher und Durchdringungen, etwa für Wasserzu- und abflüsse noch spezielle Bohrkronen und/oder die Papageienzange und dann doch auch wieder der Trennschleifer benötigt.
Speziell für die Außenkanten von gefliesten Flächen finden sich im Fachhandel allerlei Fliesenprofile aus Messing, Edelstahl, Alu oder auch Kunststoff. Der Einsatz solcher Profile verspricht eine deutlich bessere Optik gegenüber stumpf gestoßenen Fliesenkanten. Zu beachten ist, dass auch zwischen den Profilen und den Fliesen eine Fuge berücksichtigt werden muss, die später ebenfalls mit Fugenmörtel abgedichtet wird. Beim Verfugen ist die Farbauswahl an der Wand etwas größer als auf dem Boden, hier gehen auch die hellen bis hin zu weißen Farbtöne. Die Übergänge von der Fliesenfläche zu unverfliesten Nachbarwänden dürfen auch hier auf keinen Fall mitverfugt werden, um die schalltechnische Entkopplung zu gewährleisten. Eine dauerelastische Abdichtung aus Silikon ist die eindeutig bessere Wahl.
Portrait Ulrich Wolf

Ulrich Wolf

Ulrich Wolf gehört zum Management Programm der Fachzeitschrift bmH bauen mit Holz im Kölner Bruderverlag. Seit 25 Jahren arbeitet der ausgebildete Zimmerer als Redakteur für verschiedene Fachzeitschriften aus dem Bau-, Ausbau- und Do-it-yourself-Bereich. Knapp zehn Jahre lang betrieb er eine Agentur, die Foto- und Videoproduktionen sowie Fachtexte für Redaktionen und Unternehmen aus diesen Fachbereichen realisierte.

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