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22. Dezember 2022  (aktualisiert am 11. Juli 2025)

Zwischen Tradition und Moderne: Zimmerer im 21. Jahrhundert

von  textbroker | 7 Min. Lesezeit | #Zimmerer  #traditionell  #Fachwerk  #Holzfußboden  #DIN 18065 
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Zimmerleute führen einen der ältesten und traditionsreichsten Handwerksberufe aus. Die modernen Entwicklungen gehen jedoch auch an dieser Branche nicht vorüber. Dieser Spagat zwischen traditioneller Handwerkskunst und digitaler Technik ist die zentrale Herausforderung für Zimmerer im 21. Jahrhundert.

Fachwerkhäuser – alte Tradition neu belebt

Das Fachwerkhaus wird in einer traditionellen Bauweisen errichtet, die typisch ist für den deutschsprachigen Raum. Bereits im 13. und 14. Jahrhundert wurden in unterschiedlichen Regionen Häuser auf diese Weise gebaut. Charakteristisch für Fachwerkhäuser ist die Optik der Fassade. Dies ist einer der Punkte, warum Fachwerk seit einigen Jahren wieder beliebter wird. Bauherren schätzen das klassische Aussehen dieser Häuser. Hinzu kommt, dass im Fachwerkbau natürliche und nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz kommen. Somit trifft Fachwerk auch in diesen Punkten die aktuellen Trends.

Fachwerkhaus mit großem Ziergiebel, traditioneller Bauweise und Ziegeldach.

Bei Neubauten im Fachwerkstil wird traditionelle Baukunst mit modernen Techniken kombiniert. Auf diese Weise erfüllen neue Fachwerkhäuser auch die Anforderungen der EU, was die Wärmedämmung betrifft. Die Optik wird davon in keiner Weise beeinträchtigt, denn die sichtbare Fassade ist weiterhin in klassischer Weise ausgeführt.

Ein weiteres Sachgebiet ist die Sanierung von alten Fachwerkhäusern. Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für die Restaurierung eines solchen Gebäudes. Für Zimmerer und andere beteiligte Handwerksleute sind solche Aufgaben immer individuelle Projekte. Jedes Bauteil, was ersetzt werden soll, muss auf Maß gefertigt werden. Beim Einsatz der Baumaterialien gilt es, sich an den alten Regeln zu orientieren. Wichtig ist, dass diffusionsoffen gearbeitet wird. Moderne Baustoffe wie Kunstharzputze und diffusionsdichte Farben sind auf solchen Baustellen absolut tabu. Für die Verbesserung der Dämmwerte haben sich Leichtlehmsteine sowie die Beimischung von Korkschrot in Lehm bewährt. Auf diese Weise gelingt eine Sanierung, die optisch die traditionellen Werte einhält, energietechnisch die aktuellen Anforderungen erfüllt und das Bauwerk für die Zukunft erhält.

DIN 13556: die internationalen Bezeichnungen von Holzarten und Holzwerkstoffen

In der DIN 13556 sind die international gültigen Kurzbezeichnungen für Holzarten und Werkstoffe aus Holz verzeichnet. Die Kurzbezeichnung für Holzarten besteht aus einer Kombination von vier Buchstaben. Bei Holzwerkstoffen ist die Bezeichnung bis zu sieben Stellen lang und besteht aus Buchstaben und Ziffern.

Die ersten beiden Buchstaben der Holzarten gibt Auskunft über die Gattung. Bei der dritten und vierten Stelle handelt es sich um Angaben über den konkrete Art. Die Abkürzung nimmt jeweils Bezug auf die lateinische Bezeichnung. Besteht ein Werkstück aus einer Kombination von zwei oder mehr Holzarten, werden die betreffenden beiden Stellen durch ein „XX“ gekennzeichnet.

Zimmerer schleift Holz mit einer Schleifmaschine

PNNN steht somit als Kurzbezeichnung für Holz der Schwarzkiefer. CPBT kennzeichnet hingegen die Weißbuche. Nach der alten DIN 4076 hatten die Hölzer andere Kurzbezeichnungen, die dem deutschen Namen angelehnt waren.

Bei den Holzwerkstoffen besteht die Kurzkennzeichnung aus einem Abschnitt für den Werkstoff sowie einem Teil, der die Eigenschaften kennzeichnet. Getrennt wird die Bezeichnung durch einen Punkt, wie etwa bei MDF.H. Dies steht für mitteldichte Faserplatten, die für den Einsatz im Feuchtbereich geeignet sind. Es gibt folgende Kennzeichnungen für den zweiten Teil der Kurzbezeichnung: H = Einsatz im Feuchtbereich E = Einsatz im Außenbereich L = tragende Verwendung S = tragende Verwendung, bei Kurzzeitbelastung A = tragende Verwendung für alle Kategorien 1 = tragende Verwendung, allgemein belastbar 2 = tragende Verwendung, hoch belastbar

Durch die DIN 13556 ist nun ein einheitliches, internationales Schema vorhanden. Findet sich eine unbekannte Kurzbezeichnung an einem Werkstück, dann ist es sinnvoll, die DIN 13556 zurate zu ziehen.

DIN 18065: diese Normen gibt es im Treppenbau

Die DIN 18065 ist die wichtigste Normensammlung im Wohnungsbau, was Treppen betrifft. Sie legt Regeln und Maße für Gebäudetreppen aller Art fest. Die DIN 18065 wird immer wieder aktualisiert. Deshalb ist es wichtig, sich regelmäßig über Änderungen zu informieren, um Treppen entsprechend den neuesten Regulierungen zu erstellen.

Die Fassung aus dem Jahre 2020 änderte so die Regelungen zu Krankentransporten und fügte einen Abschnitt über Auftritt mit Unterschneidung bei geschlossenen Treppen hinzu. So müssen Treppen so gestaltet sein, dass der Transport einer Person auf einer Krankentrage gewährleistet ist. Die Definition der Krankentrage wird ebenfalls durch eine DIN festgelegt. Hierbei handelt es sich um DIN EN 1865-1:2015-08.

Zimmerer verbaut Stufen auf einer Treppe

Der Absatz bezüglich der Unterschneidung bei geschlossenen Treppen besagt, dass Treppen so zu unterschneiden sind, dass mit Auftritt mindestens eine Trittfläche von 260 mm zur Verfügung steht. Dies gilt für baurechtlich notwendige Treppen. Bei allen anderen Treppen in Wohnhäusern gelten 240 mm als Mindestmaß.

Der Zeitpunkt der letzten Änderungen an der DIN 18065 lässt sich an der vollständigen Bezeichnung der aktuellen Fassung erkennen. So weist die Bezeichnung 18065:2020-08 darauf hin, dass die Norm im August 2020 angepasst wurde.

Aktuelle Trends bei Holzfußböden: Dielen, Parkett und Versiegelung

Im Bereich der Bodenbeläge findet immer mehr ein Umdenken statt. Die Zeit von künstlichen Bodenbelägen, die lange Zeit fast den gesamten Markt beherrschten, geht immer weiter zu Ende. Stattdessen äußern viele Kunden den Wunsch nach einem klassischen und edlen Holzfußboden. Die Vorteile einer solchen Lösung sind deutlich. Massivholzböden sind haltbar und belastbar. Außerdem sind sie angenehm zu begehen und auch im Winter warm.

Holz als Material im Innenausbau liegt auch aufgrund seiner positiven Umwelteigenschaften im Trend. Das Material ist nachwachsend und somit ökologisch. Aus diesem Grund wünschen Kunden sich vermehrt Holzböden aus einheimischen Holzarten wie beispielsweise

  • Ahorn
  • Buche
  • Kiefer
  • Fichte
  • Eiche
  • Nussbaum

Die Verbraucher achten gleichzeitig auf gesundheitliche Aspekte und wollen einen Boden, von dem garantiert keine schädlichen Ausdünstungen ausgehen, beispielsweise durch Lösungsmittel. Das hat dafür gesorgt, dass die Nachfrage nach natürlich behandelten und versiegelten Holzdielen deutlich zugenommen hat. Im Trend liegen deshalb geölte Holzdielen.

leerer Wohnraum mit hellem Holzfußboden

Bei den Farben zeigt die Nachfrage, dass die Kunden sich an allgemeinen Trends orientieren. Im Innenbereich sind klare und helle Farben gefragt. Holzdielen in Weiß oder Grau gehören zu den Varianten, die häufig nachgefragt werden, wenn eine natürliche Holzfarbe nicht gewünscht ist. Mit pigmentierten Farbölen lassen sich Holzdielen in den gewünschten Farben liefern.

Auch rustikal ist eine Option, die sich immer mehr Kunden wünschen. Dies lässt sich durch das Bürsten der Oberflächen erreichen, bei denen die weicheren Teile der Holzoberfläche entfernt werden, während die harten Jahresringe als Erhöhung erhalten bleiben. So entstehen Holzböden mit einem dreidimensionalen Relief, was deutlich sichtbar und auch fühlbar ist. Viele Kunden wünschen sich inzwischen die besondere Haptik solcher Holzdielen, bei denen das Naturmaterial Holz auch spürbar ist.

Während Holzböden lange Zeit primär in der Stube oder der Diele zum Einsatz kamen, geht der Trend nun zu Dielen im Bad. Tatsächlich ist dies möglich, wenn einige Punkte beachtet werden. Wichtig ist die Wahl der richtigen Holzart. Hier sind Dielen aus Tropenholz wie etwa Teak oder Merbau aufgrund ihrer höheren Resistenz gegenüber Feuchtigkeit im Vorteil. Grundsätzlich eignen sich für das Bad nur Massivholzdielen. Ebenso wichtig ist die sorgfältige Versiegelung, besonders der Fugen. Der Kunde sollte ebenfalls darauf hingewiesen werden, dass regelmäßig eine Kontrolle beziehungsweise Auffrischung der Versiegelung notwendig ist. Dies trifft besonders auf geölte und gewachste Holzböden im Bad zu.

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