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4. Februar 2021  (aktualisiert am 7. Juli 2025)

Gerüste richtig aufbauen

von  Ulrich Wolf | 4 Min. Lesezeit | #arbeitssicherheit  #gerüstbau  #fahrgerüste  #lastklasse 

Es gibt im Handwerkerleben sicherlich vieles, an dem sich sparen ließe – die Arbeitssicherheit gehört definitiv nicht dazu. Das gilt auch und gerade für die Leitern, Gerüste und Plattformen, auf denen Sie täglich stehen. Bestimmte Qualitätskriterien und die richtige Planung und Auswahl sorgen dafür, dass Sie sich voll und ganz auf die Arbeit konzentrieren können.

Besonders bei Fahrgerüsten haben Arbeitsschutzbehörden im Rahmen eines Aktionsprogramms viele Mängel festgestellt. Diese Art Gerüste werden oft nicht von professionellen Gerüstbauern aufgestellt, sondern von den Handwerkern selbst. Vor allem ein fehlerhafter Seitenschutz und eine schlechte Standsicherheit führen bei diesen Gerüsten immer wieder zu Unfällen.

Aber die Arbeitssicherheit fängt schon bei der Auswahl eines geeigneten Gerüstes an. Erstes Parameter ist die sogenannte Lastklasse, die sich aus der zu erwartenden Belastung ergibt. Die zulässige Belastung ergibt sich entweder aus Herstellerangaben oder den Vorgaben der DIN 4420-3 „Arbeits- und Schutzgerüste – Teil 3: Ausgewählte Gerüstbauarten und ihre Regelausführungen.“

Diese Lastklassen gibt es:

Lastklasse 1 (flächenbezogenes Nutzgewicht max. 0,75 kN/m² bzw. 75 kg/m²) nur für leichte Inspektionstätigkeiten ohne Werkzeuge und Material, z. B. Ablesetätigkeiten

Lastklasse 2 (flächenbezogenes Nutzgewicht max. 1,5 kN/m² bzw. 150 kg/m²) nur für Bau- und Instandhaltungsarbeiten, die kein Lagern von Materialien erfordern, z. B. Reinigungsarbeiten

Lastklasse 3 (flächenbezogenes Nutzgewicht max. 2,0 kN/m² bzw. 200 kg/m²) nur für Bau- und Instandhaltungsarbeiten mit geringer Materiallagerung, z. B. Montagearbeiten, Instandsetzungs-arbeiten an Installationen der Haustechnik. Neben den verschiedenen Lastklassen und Ausführungen gibt es auch Qualitätskriterien, die das eingesetzte Material und die Bauart des Gerüstes selbst betreffen.

Profile

Profile der Leitern und Gerüste von Markenherstellern sind in aller Regel aus stranggepresstem Aluminium hergestellt. Alu ist besonders leicht, die durch das Strangpressen möglichen Profilformen sorgen für die nötige Stabilität und Steifigkeit. Die Hersteller hochwertiger Produkte haben alle ein etwas anderes Rezept zur Alu-Legierung. Die glatte und dichte Oberfläche der Profile lässt sich im Übrigen besonders gut reinigen.

Verbindungen

Für die Stabilität extrem wichtig sind die Sprossen-Holm-Verbindungen. Bei Qualitätsgerüsten ist diese Verbindung rundum verschweißt. Bei den Leitern weisen diese Varianten eine Einbindung der Sprossen in die Holme mit passgenauer Bördelung an der äußeren Holmwandung auf. Für leichte Leitern reicht in der Regel auch eine einfache Verschraubung. Im Falle von Beschädigungen ist es günstig, wenn Anbauteile wie Führungsbeschläge, Gelenke und Griffe einzeln demontierbar sind.

Das Gerüst aufbauen – Aufstellung und Montage

Ein Gerüst aufzustellen, bedeutet immer einen Kompromiss zwischen möglichst einfachem Zusammenstecken und hoher Stabilität der Steckverbindung. Ideal ist es, wenn sich das Profil nach oben hin etwas verjüngt, damit der Aufsteckrahmen leicht einzufädeln ist. Zusätzlich ist das Profil leicht verformt, sodass es nach dem Gerüstaufbau möglichst wenig Spiel zwischen den beiden Rahmen gibt.

Für die nötige Aussteifung des Gerüstes sorgen die Klauen. Achten Sie darauf, dass sie nicht zu schmal sind, sonst verkanten sie sich nach dem Aufbauen des Gerüsts leicht und rutschen auf der Sprosse hin und her. Je breiter die Klaue, desto satter die Auflage, desto stabiler die Verbindung.

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Bei den Stehleitern ist eine Montage nicht nötig, allerdings sorgt hier ein Gurtband dafür, dass die beiden Schenkel auch unter hoher Last nicht auseinander gedrückt werden können. Der neuralgische Punkt ist die Verbindung dieser Gurtbänder mit den Sprossen. Bei einer guten Leiter ist zur Sicherheit die Befestigungslasche im Profilinneren verankert, sodass die Kräfte auf die ganze Sprosse verteilt werden. Für die Stand- und Rutschsicherheit sorgen geriffelte und abgerundete Kunststofffüße – beides sollte man bei Leitern prüfen, bevor man sie beschafft und benutzt.

Achten Sie bei den größeren Montageplattformen darauf, dass sie leicht demontierbar respektive klappbar sind. Sie sollten im aufgebauten Zustand auch in privaten Wohnungen türengängig sein. Markenhersteller bieten diese fahrbaren Plattformen mit einer Zentralbremse an, sodass Sie nicht alle vier Lenkrollen einzeln blockieren müssen. Eine Höhenverstellbarkeit der Plattform ist obligatorisch.

Portrait Ulrich Wolf

Ulrich Wolf

Ulrich Wolf gehört zum Management Programm der Fachzeitschrift bmH bauen mit Holz im Kölner Bruderverlag. Seit 25 Jahren arbeitet der ausgebildete Zimmerer als Redakteur für verschiedene Fachzeitschriften aus dem Bau-, Ausbau- und Do-it-yourself-Bereich. Knapp zehn Jahre lang betrieb er eine Agentur, die Foto- und Videoproduktionen sowie Fachtexte für Redaktionen und Unternehmen aus diesen Fachbereichen realisierte.

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