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26. Januar 2026  (aktualisiert am 26. Januar 2026)

Prognose für das Handwerk: Was bringt das Jahr 2026?

von  textbroker | 7 Min. Lesezeit | #Handwerk  #Prognose  #Bauwirtschaft  #Wirtschaft  #Wohnungsbau 
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Die vergangenen Jahre waren für das Handwerk durchaus herausfordernd. Extreme Schwankungen bei den Materialkosten, eine unsichere Wirtschaftslage und immer wieder Lieferkettenprobleme sind nur einige Aspekte, die das Handwerk beeinflusst haben. Wie wird die Wirtschaftslage für das Handwerk 2026 aussehen, und welche Sektoren können auf volle Auftragsbücher hoffen?

Branchenspezifische Faktoren: Die Aussichten für 2026 sind recht unterschiedlich

Für das Jahr 2026 sagen Expertinnen und Experten dem Handwerk grundsätzlich ein leichtes Wachstum voraus.

Die Prognosen bewegen sich im Bereich zwischen 0,7 und 1,7 Prozent Wachstum. Dabei ist aber anzumerken, dass sich gerade in den vergangenen Jahren häufig ein prognostiziertes leichtes Wachstum nicht bewahrheitet hat. Dementsprechend sollte das Handwerk allgemein vorsichtig positiv auf das Jahr 2026 blicken. Durchaus wichtig ist, dass für 2026 mit weniger extremen Schwankungen auf den Märkten zu rechnen ist. Dies ist bereits ein positiver Aspekt, denn die Krisen der vergangenen Jahre haben immer wieder für Extremsituationen im Handwerk gesorgt.

Aussichten je Gewerke stark unterschiedlich: Gewerke mit positiver Entwicklung: Rückenwind durch Energiewende & steigende Investitionen → Auftragszuwachs, Gewerke mit verhaltener Entwicklung: Prognosen zurückhaltend bis negativ, Heizungsbau: weiterhin Fachkräftemangel, Baubranche: teils Stellenabbau erwartet

Die allgemeine Krise der deutschen und der europäischen Wirtschaft setzt sich nach übereinstimmenden Meinungen von Wirtschaftsverbänden auch 2026 fort. Die Gründe sind tiefgreifend und vielseitig. Einige Faktoren sind:

  • der steigende Protektionismus auf der ganzen Welt
  • hohe Energiekosten in Europa
  • die sinkende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie im globalen Vergleich.

Dies wirkt sich auch auf das Handwerk aus. So bleiben Investitionen und Großaufträge aus dem gewerblichen und privaten Bereich zunehmend aus.

Durchwachsene Prognosen für den Bauhauptsektor

Der wichtige Bauhauptsektor kommt aller Voraussicht nach auch 2026 noch nicht in sicheres Fahrwasser. Schuld daran ist vor allem der Wohnungsbau, der weiterhin hinter den nötigen und üblichen Zahlen zurückbleibt. Er macht etwa 50 Prozent des Umsatzes im Bauhauptsektor aus und ist dementsprechend wichtig für diesen.

JahrFertigstellungen (Wohneinheiten)Quelle
2022ca. 300.000tatsächliche Fertigstellungen
2025ca. 235.000tatsächliche Fertigstellungen
2026ca. 215.000Prognose IW
2026ca. 175.000 – 185.000Prognose ifo-Institut
Ziel400.000Ziel der Bundesregierung (wird nicht erreicht)
Kräne und Gebäude im Bau in der Abenddämmerung
Dennoch gibt es auch in diesem Sektor positive Anzeichen. So verzeichneten die genehmigten Bauanträge im Herbst 2025 ein deutliches Wachstum. Allein im Oktober 2025 nahmen die Baugenehmigungen um 6,8 Prozent gegenüber demselben Monat im Jahr 2024 zu. Für das Wachstum sind vor allem die Einfamilienhäuser mit einem Zuwachs von 16,6 Prozent verantwortlich. Dennoch bleibt die monatliche Zahl der genehmigten Anträge mit 19.900 deutlich hinter der Zahl der Bauanträge aus den Jahren 2016 bis 2022 zurück.

Abseits des Wohnungsbaus sind die Aussichten für den Bauhauptsektor jedoch besser. Dort gehen Expertinnen und Experten von einem Wachstum von 2,7 Prozent aus. Der Grund ist vor allem in den steigenden Investitionen der öffentlichen Hand in Neubauten und gewerblichen Bauten zu finden. Jedoch reicht auch dies nicht aus, um das Niveau von 2019 zu erreichen.

Wachstum im Tiefbausektor: Diese Faktoren sorgen für einen Konjunkturschub

Der Tiefbausektor sticht in den Prognosen für 2026 positiv hervor.

Die Wirtschaftsverbände sind sich weitestgehend einig, dass 2026 ein deutliches Wachstum für die Branche bringen wird. Bis zu 7,8 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr sehen Expertinnen und Experten als realistisch an.

Dieses starke Wachstum ist primär auf das Sondervermögen der Bundesregierung für Infrastruktur und Klimaneutralität zurückzuführen. So sind es vor allem Großprojekte im Bereich der Infrastruktur, die dem Tiefbausektor volle Auftragsbücher bescheren. Allein die Deutsche Bahn investiert 2026 etwa 22 Milliarden Euro in die Erneuerung und den Ausbau des Schienennetzes. Weitere Bundesmittel fließen in Energie- und Wärmenetze. Dazu kommen steigende Investitionen der IT-Branche in den Bau von Rechenzentren, um den wachsenden Bedarf im Bereich der künstlichen Intelligenz zu decken.

Positive Aussichten für den Heizungsbau

Handwerker der an einer Wärmepumpe arbeitet
Auf ein gutes Jahr kann sich wahrscheinlich auch das Handwerk der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik freuen. Der Bundesverband Wärmepumpen sieht mit einem Absatz von 410.000 bis 530.000 Wärmepumpen im Jahr 2026 ein deutliches Wachstum voraus. Im Vorjahr wurden rund 280.000 Geräte in Deutschland installiert.

Die Gründe für den Aufschwung liegen in den gesetzlichen Vorgaben zum Einsatz von Erneuerbaren Energien in der Wärmeerzeugung von Immobilien und dem allgemeinen Trend hin zu umweltfreundlicher Technik. Weitere Maßnahmen im Laufe des Jahres, wie eine Verlängerung der Förderung oder sinkende Strompreise, könnten den Sektor weiter ankurbeln.

Gründe für den Aufschwung:

  • Gesetzliche Vorgaben zum Einsatz erneuerbarer Energien bei der Wärmeerzeugung in Immobilien
  • Allgemeiner Trend hin zu umweltfreundlicher Technik

Mögliche zusätzliche Impulse im Laufe des Jahres:

  • Verlängerung von Förderprogrammen
  • Sinkende Strompreise
  • Wirkung: Weitere Belebung/Ankurbelung des Sektors möglich

Herausforderung für das Handwerk 2026: Wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Bürokratie und Kostensteigerungen

Zimmermann der in seiner kleinen Werkstatt arbeitet
Die Prognose für das Jahr 2026 für das Handwerk ist also durchwachsen. Während einige Branchen mit einem guten Jahr rechnen können, setzen sich die Probleme für andere Gewerke fort. Gerade kleine Betriebe, die von lokalen Aufträgen abhängig sind, belasten die aktuellen Herausforderungen überdurchschnittlich.

Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, fordert aus diesem Grund Entlastungen für kleine und mittlere Handwerksunternehmen. Als zentrale Probleme, die ein Wachstum verhindern und das Handwerk lähmen, sieht er die Bürokratie und Regulierungen sowie die hohen Energiekosten.

Der staatlich subventionierte Industriestrompreis, den die Bundesregierung mit Anfang 2026 eingeführt hat, ist beispielsweise nur für bestimmte Branchen und Großunternehmen bestimmt. Das Handwerk muss weiterhin auf den deutlich teureren Gewerbestrom zurückgreifen, der zudem in den vergangenen Jahren enormen Schwankungen unterlegen war. Planungssicherheit durch langfristig gesicherte Rahmenbedingungen fehlt dem Handwerk also auch für das Jahr 2026.

„Handwerk macht nicht reich, aber glücklich“, schrieb das ZDF zum Jahresende 2025 vielsagend und treffend dazu. Dies sprach auch Jörg Dittrich vom ZDH in seinem Kommentar zur Prognose der Bundesregierung für 2026 an und wiederholte die Mahnungen aus den Innungen, dass sich Leistung lohnen muss. Der Schlüssel zu mehr Wachstum sind laut Dittrich schnelle Reformen und Investitionen in die Zukunft. Stimmen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, dann profitiert auch das Handwerk vom Aufschwung.

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