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26. Juni 2024  (aktualisiert am 11. Juli 2025)

So profitiert das Handwerk von der Digitalisierung und KI

von  textbroker | 6 Min. Lesezeit | #Handwerk  #KI  #Digitalsierung  #Prozessoptimierung   #Überwachung  

Künstliche Intelligenz und Digitalisierung sind Themen, die gerade an kleinen Handwerksbetrieben bisher oftmals vorbeigehen. Doch auch in diesem Sektor lassen sich die Technologien sinnvoll einsetzen. Es folgen einige Beispiele, wie kleine und mittlere Handwerksbetriebe innovative Technologien effektiv nutzen.

Digitalisierung und KI in der Prozessoptimierung

Der Begriff „Handwerk“ weist deutlich darauf hin, dass hier Menschen Tätigkeiten mit der Hand ausüben. Digitalisierung und künstliche Intelligenz können handwerkliche Berufe, die von Individualität und Fachwissen leben, nicht ersetzen. Aber richtig eingesetzt leisten diese Technologien wertvolle Unterstützung – zum Beispiel mit der Optimierung von Prozessen bei administrativen Abläufen. Digitale Lösungen im Handwerk sind hilfreich, um Aufgaben abseits des Kerngeschäfts zu übernehmen. Damit haben Handwerksbetriebe mehr Ressourcen übrig, um den Fokus auf die Kernaufgaben zu legen. Hier gibt es unterschiedliche Ansätze.

Gerade im Bereich der Verwaltung ist die Digitalisierung sehr weit, und es stehen bereits konkrete Systeme mit künstlicher Intelligenz zur Verfügung – wie zum Beispiel Lösungen für die digitale Rechnungserstellung. Moderne Software besitzt Schnittstellen zum Online-Banking und für Branchenanwendungen sowie eine digitale Belegerfassung. Damit lassen sich durch einen Scan Materialien direkt einer Rechnung zuordnen, und die KI prüft den Geldeingang auf dem Konto.

Mann sitzt am Tablet mit einem Modell darüber visualisiert
Ein weiterer Bereich, in dem KI und Digitalisierung hilfreich sind, ist die Berechnung von Materialien. Baupläne liegen heutzutage immer häufiger in digitaler Form vor, beispielsweise als CAD oder bei Bauwerken als digitaler Zwilling. Bei der Planung von Bauprojekten sind Handwerksbetriebe immer damit konfrontiert, das benötigte Material zu kalkulieren. Das reicht vom Bedarf an Dämmmaterial bis zu den benötigten Schrauben. Mithilfe von digitalen Bauplänen stehen solche Berechnungen nicht nur präzise, sondern auch sofort zur Verfügung. Handwerker sparen sich also Zeit, haben sofort Zugriff auf exakte Daten und können sich auf das Wesentliche fokussieren. In diesem Zusammenhang ist digitale Planungssoftware auch in der Lage, den Bedarf an Werkzeugen und Maschinen für eine Baustelle zu planen.

KI hilft bei Überwachung von Maschinen und Materialplanung

Bei den operativen Aufgaben des Kerngeschäfts ist die KI inzwischen auch im Handwerk ein hilfreicher Begleiter. So lässt sich der Projektfortschritt mit Software festhalten. Praktisch ist zudem eine digitale Lagerhaltung. Die Software hält alle Bestände von Verbrauchsmaterialien fest und aktualisiert sie in Echtzeit. Für Maschinen und Werkzeuge protokolliert die Software den Lagerort sowie die Anzahl und Art der vorhandenen Werkzeuge. Damit herrscht Ordnung, Handwerker finden die gesuchten Werkzeuge sofort und wissen, ob beispielsweise ein bestimmter Schraubenschlüssel vorrätig ist.

Digitale Lösungen und KI übernehmen zudem die Kontrolle von Maschinen. Durch eine laufende Überwachung von wichtigen Parametern erkennen solche Systeme Zeichen für Abnutzung und sich ankündigende Defekte. Auch für die vorausschauende Wartung und die Einhaltung von Intervallen sind solche Software-Lösungen geeignet. Das reicht vom vorgeschriebenen Ölwechsel bis zu auffälligem Verhalten von Motoren, das die KI erkennt.

Automatisierung und Chatbots ermöglichen besseren Kundenservice

Vor allem der Kontakt zu Kunden ist bei Handwerkern eine Aufgabe, die viel Zeit in Anspruch nimmt. Aus Sicht der Kunden gibt es hingegen oftmals Verbesserungsbedarf, was die Information über den Baufortschritt oder potenzielle Dienstleistungen betrifft.

Mann sitzt an Laptop und Handy mit vielen Icons und Chat-Fenstern
Gerade an diesem Punkt können moderne digitale Lösungen effizient zum Einsatz kommen. Chatbots in Verbindung mit einer eigenen Webseite sind eine potenzielle Option. Diese Technik ist inzwischen weit fortgeschritten. Ein Chatbot kann beispielsweise Besucher einer Webseite mit präzisen Informationen darüber versorgen, welche Leistungen der Betrieb anbietet. KI-basierte Chatbots besitzen dabei ein breiteres Leistungsspektrum als regelbasierte Bots. Ein Chatbot mit künstlicher Intelligenz ist beispielsweise in der Lage, konkrete Anfragen präzise zu beantworten oder im Zweifelsfall die Kommunikation an einen Menschen zu übergeben, der dann die Beratung übernimmt. Außerdem können sich Kunden so jederzeit über Bauleistungen informieren – auch am Wochenende oder abseits der üblichen Geschäftszeiten. Das ist gerade für kleine Unternehmen ein großer Vorteil.

Ebenfalls helfen Digitalisierung und Automatisierung bei der Protokollierung von Baufortschritten. Durch einfache Systeme, in denen verschiedene Bauabschnitte und ihre Fertigstellung protokolliert sind, gelangt Transparenz in jedes Bauprojekt. Dies ist nicht nur für die interne Dokumentation interessant. Es gibt die Möglichkeit, dem Kunden über ein Portal Zugriff auf diese Informationen zu geben. Er kann dann online selbstständig den Baufortschritt einsehen – ähnlich, wie es von der Paketverfolgung bekannt ist. Auch das verbessert die Kommunikation mit dem Kunden, sorgt für mehr Sicherheit und spart dem Unternehmen Zeit. Denn Nachfragen des Kunden reduzieren sich.

KI und Digitalisierung in der Zukunft: Diese Möglichkeiten gibt es für das Handwerk

In naher Zukunft versprechen die Digitalisierung und künstliche Intelligenz noch eine Reihe von Innovationen, von denen speziell der Handwerkssektor profitieren wird. Ein solcher Bereich ist die Weiterentwicklung von Robotern. Grundsätzlich ist das Konzept, repetitive und anstrengende Arbeiten mithilfe von Robotern zu automatisieren, nicht neu. Jedoch kommen solche Lösungen bisher vor allem im großen Maßstab in der Industrie zum Einsatz, beispielsweise in der Produktion von Fahrzeugen.

Das Stichwort lautet Cobot. Das ist die Kurzbezeichnung für kollaborative Roboter, also Maschinen, die in enger Zusammenarbeit mit Menschen agieren. Das Ziel ist es, schwere und belastende Arbeiten an die Maschine zu übertragen, während der Mensch vor allem plant und überwacht. Konkret gibt es bereits erste Lösungen, die speziell für Bau und Handwerk konzipiert sind. Dazu zählen Transportroboter, die Materialien auf Baustellen bewegen, oder Mauerroboter, die eigenständig Wände aufbauen.

ein Arbeiter der neben einer Roboter-Fertigungsmaschine steht
Die Entwicklung zeigt sich vor allem im technischen Bereich. Durch die Vernetzung und Integration von KI sowie Sensoren sind Cobots in der Lage, faktisch selbstständig zu agieren. In der Praxis wird ein Bauroboter mit CAD-Dateien gefüttert, die dem Cobot exakt mitteilen, welche Ziegelsteine wo verlegt werden. Die Sensoren erlauben es dem Roboter, sich in unbekanntem Terrain zu bewegen und beispielsweise Zementsäcke vom Transporter über die Baustelle an den Einsatzort zu bewegen. Systeme mit künstlicher Intelligenz können zudem in der Lagerverwaltung eine größere Rolle spielen. In Kombination mit KI überwacht ein solches System alle Verbrauchsmaterialien und bestellt sie automatisch nach. Der Vorteil der künstlichen Intelligenz ist es dabei, dass sie Vorhersagen über den Verbrauch treffen kann. Dadurch kommt es bei saisonal schwankenden Materialien nicht zu einem Engpass, und gleichzeitig wird ein überfülltes Lager verhindert. In diesen und anderen Formen wird die Automatisierung mit digitalen Lösungen gerade dem Handwerk viele organisatorische und zeitraubende Aufgaben abnehmen.
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